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Entschuldigung im Fall Jörg Bernig

Die Radebeuler Verwaltung kritisiert im Amtsblatt die Diskussion um die Kulturamtsleiterwahl als mit "sachfremden Argumenten" aufgeladen.

Schriftsteller Jörg Bernig sei durch die aufgeheizte Diskussion um seine Wahl als Kulturamtsleiter beschädigt worden, schreibt das Radebeuler Rathaus. OB Bert Wendsche entschuldigt sich bei ihm.
Schriftsteller Jörg Bernig sei durch die aufgeheizte Diskussion um seine Wahl als Kulturamtsleiter beschädigt worden, schreibt das Radebeuler Rathaus. OB Bert Wendsche entschuldigt sich bei ihm. © André Wirsig

Radebeul. Auf einer ganzen Seite des aktuellen Amtsblattes hat sich jetzt das Radebeuler Rathaus nochmals zu den Querelen im Zuge der Kulturamtsleiterwahl im Mai und Juni geäußert. In einer nichtöffentlichen Sitzung war damals der Schriftsteller Jörg Bernig mit knapper Mehrheit für den Posten gewählt worden. 

Unmittelbar danach ging die Information über den Beschluss aus den Reihen des Stadtrates an die Medien. In der Folge gab es Proteste, da Bernig mehrfach öffentlich  neurechte Positionen vertreten hatte. Zudem wurde ein gemeinsames Vorgehen von CDU- und AfD-Fraktion bei der Abstimmung vermutet. Das Thema sorgte bundesweit für Schlagzeilen. Bernig erhielt unter anderem von dem umstrittenen Dresdner Schriftsteller Uwe Tellkamp Unterstützung. Kritik gab es von Seiten der Bernig-Sympathisanten an dem Versuch, die  Wahl im Nachhinein rückgängig zu machen.

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Im Radebeuler September-Amtsblatt heißt es, unter Bruch der gesetzlichen Verschwiegenheitspflicht sei das Wahlergebnis im Mai öffentlich gemacht und mit "sachfremden Argumenten" aufgeladen worden. Oberbürgermeister Bert Wendsche (parteilos) habe sich dadurch gezwungen gesehen, sein Widerspruchsrecht  auszuüben. Die Weitergabe der vertraulichen Informationen durch eine oder mehrere Stadträte sei für eine nachteilige Polarisierung des Klimas in der Stadt verantwortlich. Im Laufe der aufgeheizten Diskussion erklärte Jörg Bernig den Verzicht auf den Verwaltungsposten. Es wurde erneut gewählt.

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Abschließend gratuliert OB Wendsche im Amtsblatt der neuen Kulturamtsleiterin Garbriele Lorenz zu ihrem Start im September und entschuldigt  sich im Namen von Stadt und Stadtrat bei ihr sowie Jörg Bernig für die "öffentliche Beschädigung".

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