Radebeul
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Räuber und Kasperle in der Lößnitzstadt

Bei hochsommerlichen Temperaturen zog die 35. Kasperiade Hunderte Schaulustige am Wochenende ins Kultur-Zentrum nach Radebeul-Ost.

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Das Theater Opus Furore begeisterte das Publikum als "Roaring Clubsters" vor dem Kultur-Bahnhof.
Das Theater Opus Furore begeisterte das Publikum als "Roaring Clubsters" vor dem Kultur-Bahnhof. © Arvid Müller

Von Julian Wolf

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Radebeul. Bei sonnigem Wetter mit Temperaturen knapp über der 30-Grad-Grenze verließen die Künstlerinnen und Künstler der 35. Kasperiade in Radebeul-Ost die bekannten Bühnen und Spielstätten der Lößnitzstadt und fanden sich auf den Straßen und Höfen ein. Zwischen dem Radebeuler Kultur-Bahnhof, der Eduard-Bilz-, Pestalozzi-, Wichern- und Hauptstraße gab es ein reichhaltiges Angebot an Freude, Fantasie und Humor.

Es ist inzwischen zur Tradition geworden, dass Puppenspieler und Künstler aus ganz Deutschland auf Freiluft-Bühnen die Großen und Kleinen in eine Welt der Märchen und Abenteuer entführen. Und so auch in diesem Jahr.

Märchen wurden erzählt, spannende Geschichten fesselten die Kinder, die Spiel- und Bastelaktionen kamen gleichermaßen bei Erwachsenen und ihren Kindern, die meist mit der S-Bahn, der Straßenbahn oder dem „Lößnitzdackel“, der Schmalspurbahn, anreisten, gut an. Von 14 bis 18 Uhr gab es Puppenspiele und Live-Theater auf insgesamt sechs Bühnen. Neben der Arena vor dem Kulturbahnhof waren die Weinhandlung Andrich, die Grundschule Friedrich Schiller, die Tourist-Information, das Musikhaus Horn und der Friseursalon „Charmant“ als Spielstätten vertreten.

Trotz der Hitze füllte sich der Kultur-Bahnhof schon kurz vor 14 Uhr. Duschen und Sitzgelegenheiten unter Sonnenschirmen standen bereit. Hier parkte auch der Notarzt vorsichtshalber. Richtig voll wurde es jedoch erst gegen späten Nachmittag.

Puppenspielerin Cornelia Fritzsche trat mit Kasper und Krokodil am Kultur-Bahnhof Radebeul auf.
Puppenspielerin Cornelia Fritzsche trat mit Kasper und Krokodil am Kultur-Bahnhof Radebeul auf. © Arvid Müller

Das Repertoire der Künstlerinnen und Künstler reichte von klassischen Märchen und Theaterstücken bis hin zu aktueller Kinder- und Jugendliteratur. Von „Hänsel und Gretel“, „Rumpelstilzchen“ und „Der Goldene Taler“ über „Magic Butter Show“, „Roaring Clubsters“ und „Der Räuber Karasek“ waren Werke aus sämtlichen Herkünften und Epochen vertreten.

Einige inzwischen legendäre Künstler waren auch in diesem Jahr wieder mit dabei. So zum Beispiel zogen die Vorstellungen des Puppentheaters von Bianca Heuser und natürlich das Figurentheater von Cornelia Fritzsche ein großes Publikum an die Bühnen.

Auch das traditionelle Marionettentheater Dombrowsky, die Puppentheater von Jens Hellwig und Andreas Ulbrich durften nicht fehlen. Ebenfalls mit dabei: das Theater Opus Furore und das Teatro Necessario. Bis zu vier Vorstellungen gab es von jedem Künstler pro Tag. Das Theater „Camillo, Casper & Co.“ trat so zum Beispiel am Samstag um 14:30, 15:30, 17 und 18 Uhr auf.

Doch damit nicht genug. Straßenmusiker suchten sich ein schattiges Plätzchen entlang der Bürgersteige und Einkaufspassagen, spielten Jazz, Blues, Weltmusik, Chansons und Folk-Songs. Mit dabei waren Krambambuli, Radebeuler Stadtschnepp, das Trio Vagabunt und die Elbzigeuner.

Ein altes Karussell an der Ecke der Wichernstraße drehte seine Runden. Die Akrobaten und Elbstelzen verzauberten und unterhielten besonders die kleinen Gäste entlang der Hauptstraße aus luftiger Höhe herab. Zum Aktivwerden und Staunen gab es für die Kinder auch fliegende Figuren von Cesar & Muriel, eine Erlebnis-Feuerwehr, eine Bewegungsbaustelle zum Balance-Testen und einen Familien-Flohmarkt in der Paul-Grosse-Passage. Hier wurden alte Schätze und Fundstücke, aber auch Selbstgemachtes verkauft.

Hauptthema bei den Gesprächen war neben den künstlerischen Highlights natürlich das Sommerwetter. „Wir hatten erst überlegt, zu Hause zu bleiben oder mit unseren Kindern ins Freibad zu fahren“, sagt ein junges Ehepaar aus Radebeul. „Doch bei dem freien Eintritt haben wir beschlossen, erst etwas Kultur zu erleben und am späten Nachmittag geht es dann ins Wasser. Für die Künstlerinnen und Künstler gibt es für uns natürlich eine Spende in den Hut.“

Für Abkühlung sorgten die Veranstalter am Sonnabend und Sonntag aber auch. Bei Wasserspielen konnte man durch den erfrischenden, künstlich erzeugten Regen tanzen und an zwei Trinkbrunnen konnte man kostenlos sauberes Trinkwasser zapfen. Gerade für die 37 Grad am Sonntag sollte das extrem wichtig werden.

Weiterführende Informationen zur Radebeuler Kasperiade findet man im Internet unter www.kasperiade-radebeul.de. Weitere Termine und Infos zu zukünftigen Festen in Radebeul gibt es online auf www.radebeul.de unter dem Schlagwort „Freizeit in Radebeul“.

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