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Rekordjahr für Coswiger Feuerwehr

2020 ist nicht nur wegen der Einschränkungen durch Corona etwas Besonderes für die Wehr gewesen, sondern auch wegen der Anzahl der Einsätze.

Einer der größten Einsätze des vergangenen Jahres fand am Buß- und Bettag statt, als es in einem Vierseithof in Sörnewitz einen Kamin- bzw. Dachstuhlbrand gab. Von 12 Uhr mittags bis gegen 22 Uhr waren die Coswiger Feuerwehrleute im Einsatz, einige m
Einer der größten Einsätze des vergangenen Jahres fand am Buß- und Bettag statt, als es in einem Vierseithof in Sörnewitz einen Kamin- bzw. Dachstuhlbrand gab. Von 12 Uhr mittags bis gegen 22 Uhr waren die Coswiger Feuerwehrleute im Einsatz, einige m © Roland Halkasch

Von einem sehr ungewöhnlichen und einzigartigen Jahr spricht der Coswiger Wehrleiter Andreas Schorbogen im Rechenschaftsbericht der freiwilligen Feuerwehr, der vor dem Stadtrat für das vergangene Jahr abgegeben worden ist. Über das, was im Bericht steht, sprach die SZ mit ihm.

Die Freiwillige Feuerwehr Coswig - ein Blick auf Statistik und Zahlen

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Die Coswiger ist eine der leistungsfähigsten Wehren im Landkreis Meißen, so ordnet sie Kreisbrandmeister Ingo Nestler ein. Sie zählt aktuell 47 aktive Kameraden und fünf Kameradinnen. Hinzukommen 26 in der Alters- und Ehrenabteilung sowie 27 Jugendliche in der Jugendfeuerwehr. „Eigentlich müsste man jedes Fahrzeug doppelt besetzen können“, so Andreas Schorbogen, dann wäre die Sollstärke von 88 Kameraden erreicht. „Natürlich könnten wir ein paar Mitglieder mehr sein, aber insgesamt sind wir gut aufgestellt.“

2020 gab es 239 Einsätze - so viele wie noch nie zuvor in Coswig

Dabei hatte die Wehr allein 140 Brandeinsätze. Den Löwenanteil machten 45 Brände an Müllplätzen und -containern aus. Im Vergleich dazu sieht es in diesem Jahr entschieden besser aus: „Wir hatten bislang erst vier Müllplatzbrände, und wir sind froh, dass es so ist“, erklärt Andreas Schorbogen. 38-mal wurde die Wehr durch Brandmeldeanlagen alarmiert, allerdings erwiesen sich viele davon als Fehlalarme. Zwölfmal wurde sie zu Wohnungs- bzw. Bungalowbränden gerufen, sechsmal waren Industrie und Handel betroffen.

Neben den 140 Brandeinsätzen gab es 99 Hilfeleistungen, davon 61 für Personen in Notlage, „zum Beispiel, wenn jemand in der Wohnung gestürzt ist, oder uns der Notdienst anfordert, um Personen eine Treppe hinabzutransportieren“. Zwölfmal beseitigte die Feuerwehr Ölspuren und half bei neun Wasser- und vier Sturmschäden, außerdem wurden dreimal Tiere gerettet. Der Klassiker dabei ist die Katze auf dem Baum, die sich nicht mehr heruntertraut. „Insgesamt waren wir im vergangenen Jahr 2.820 Stunden mit 2.754 Feuerwehrleuten im Einsatz.“ Das sei eine enorme Leistung der aktiven Kameraden gewesen, „die in dieser schwierigen und mit vielen Einschränkungen gekennzeichneten Zeit dennoch stets ihre Bereitschaft zeigten, anderen zu helfen“, erklärte der Wehrleiter.

Die Ausbildung lief nur noch online - trotzdem gab es eine hohe Beteiligung

Die theoretische Ausbildung der Kameraden ist vollständig über das Internet vorgenommen worden. „Die hohe Dienstbeteiligung zeigt jedoch, dass die Onlinedienste großen Zuspruch unter den Kameraden finden.“ Ab diesem Donnerstag wird es nun nach Monaten wieder einen planmäßigen Regeldienst geben: Ab 18.30 Uhr ist OTS - Operativ taktisches Studium - angesagt. Dabei wird es eine Betriebsbegehung geben, „damit die Kameraden die Gefahrenschwerpunkte schon einmal gesehen haben, falls es dort einmal zu einem Einsatz kommen sollte“.

Arbeit der Alters- und Jugendabteilung hat unter Kontaktverboten gelitten

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„Leider ist die Arbeit der Alters- und Ehrenabteilung sowie der Jugendfeuerwehr im vergangenen Jahr fast vollständig zum Erliegen gekommen“, heißt es im Rechenschaftsbericht. Durch Maßnahmen zum Schutz vor der Ausbreitung des Coronavirus waren deren Treffen nicht möglich. „Aus diesem Grund gab es auch keine kameradschaftlichen Zusammenkünfte. Dies bedauere ich sehr und hoffe, dass wir einiges im Jahr 2021 nachholen können.“ Dass sich die Kameraden nie zum geselligen Beisammensein treffen konnten, schlägt sich auch in der Finanzabrechnung nieder. Statt der dafür eingeplanten 11.000 Euro sind gerade einmal 5.000 ausgegeben worden, so für Einsatzverpflegung und Auszeichnungen. Für das laufende Jahr formuliert Andreas Schorbogen dann noch das Credo: „Wir übernehmen Verantwortung für die Sicherheit und das Leben anderer. Das funktioniert am besten, wenn wir auch als Team funktionieren.“

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