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Schwerer Hausbrand in Radebeul

Vier Wohnungen mussten evakuiert werden. Die Feuerwehren von Radebeul und Reichenberg waren Freitagnacht im Einsatz.

Vier Balkone eines Mehrfamilienhauses in der Trachauer Straße in Radebeul standen in der Nacht zum Sonnabend in Flammen.
Vier Balkone eines Mehrfamilienhauses in der Trachauer Straße in Radebeul standen in der Nacht zum Sonnabend in Flammen. © Feuerwehr Radebeul

Radebeul. Dramatik im tiefsten Schlaf: In der Trachauer Straße 2 a, im Osten Radebeuls, brannte es in der Nacht zum Sonnabend lichterloh. Radebeuls Stadtwehrleiter Roland Fährmann, der übers Wochenende amtierender Kreisbrandmeister ist: "Wir sind 2.30 Uhr alarmiert worden. Als wir wenige Minuten später an dem Wohnblock waren, standen die Balkone über alle Etagen schon voll in Flammen."

Vor Ort hatte Hans-Peter Schaefer von der Feuerwehr Radebeul-Ost die Einsatzleitung. Die Kameraden, die mit der Drehleiter ausgerückt sind, haben das Gebäude in zwei Bekämpfungsabschnitte eingeteilt - zum einen die Seite mit den Flammen, zum anderen die Gegenseite mit dem Eingangsbereich.

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Die Feuerwehren aus ganz Radebeul und Reichenberg waren an der Trachauer Straße im Einsatz.
Die Feuerwehren aus ganz Radebeul und Reichenberg waren an der Trachauer Straße im Einsatz. © Feuerwehr Radebeul

Auf der Flammenseite selbst sind zwei Strahlrohre zum Einsatz gekommen. Eins von unten gegen die Balkone und ein zweites von der Drehleiter aus auf den oberen Balkon gerichtet. Auf der anderen Seite haben die Kameraden die Bewohner aller vier Wohnungen - von der Balkonseite aus links - evakuiert.

Die Johanniter und ein Notarzt waren mit vor Ort. Von den Medizinern wurden die evakuierten Bewohner der am stärksten betroffenen Wohnungen untersucht. Roland Fährmann: "Glücklicherweise hat sich niemand verletzt." 

Reichlich eine Stunde brauchten die Kameraden, um die Flammen niederzukämpfen. Kurz nach 4 Uhr war der Brand im Wesentlichen gelöscht. Die Kameraden haben danach noch kleine Reste von Glutnestern beseitigt.

Eine Ursache für den Brand konnten die Feuerwehrleute noch nicht ausmachen. Roland Fährmann: "Ziemlich klar ist, dass das Feuer am unteren Balkon ausgebrochen ist und sich die Flammen nach oben ausgebreitet haben."

Bewohner im Hotel untergebracht

Die genannten vier Wohnungen auf der Westseite des Gebäudes sind von Feuer und Löscharbeiten so in Mitleidenschaft genommen worden, dass sie vorerst nicht mehr bewohnbar sind. Noch in der Nacht hat sich Radebeuls Oberbürgermeister Bert Wendsche  (parteilos) persönlich vor Ort um die Unterbringung der betroffenen Bewohner gekümmert. Sie konnten den Rest der Nacht im Radebeuler Radisson Blu Park Hotel verbringen und zur Ruhe kommen.

Das Gebäude gehört der Radebeuler Wohnungsgenossenschaft WG Lößnitz. Auch dessen Technischer Vorstand Michael Zenker war noch am frühen Morgen am Brandort. Er hat dafür gesorgt, dass die Bewohner vorerst in der Radebeuler Jugendherberge eine Unterkunft finden.  Die vier vor allem betroffenen Wohnungen müssen saniert werden. Michael Zenker: "Wir werden auch mit Pensionen sprechen, in denen wir die Bürger unterbringen können."

Ansonsten müsse seitens der WG Lößnitz abgewartet werden, bis die Brandermittler der Polizei Haus und Wohnungen untersucht haben. Danach werde ein Gutachter beauftragt, um das Mauerwerk und die Balkone zu untersuchen und der Sanierungsaufwand geklärt. "Wir haben offensichtlich noch Glück, die Dämmung am Haus hat den Flammen standgehalten", so der Technik-Vorstand. 

Der Einsatz der Feuerwehren, die mit insgesamt 65 Kameraden und sämtlichen Fahrzeugen ausgerückt waren, dauerte etwa bis kurz nach 6 Uhr. Roland Fährmann: "Wir haben dann weitere Kontrollen vorgenommen, vor allem das Freimessen der gegenüberliegenden Wohnungen." Freimessen bedeutet, dass die Spezialisten der Feuerwehr in den Räumen den Kohlendioxidgehalt prüfen, damit es zu keinen Folgeschäden bei den Bewohnern kommen kann.

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Am Sonnabendmittag war dann die Aktion in der Trachauer Straße beendet. Am Haus befindet sich allerdings noch eine Wache der Polizei. Beamte vom Revier Meißen waren zur Absicherung bereits in der Nacht dabei. Weil aber die Brandermittler erst zu Wochenbeginn zum Einsatz kommen können, werde das Haus so lange bewacht, so  Roland Fährmann.

Kurz nach 4 Uhr waren die großen Feuer gelöscht. Hier die zerstörten Balkone.
Kurz nach 4 Uhr waren die großen Feuer gelöscht. Hier die zerstörten Balkone. © Feuerwehr Radebeul

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