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Schwerer Wohnungsbrand noch nicht aufgeklärt

Wohnungsgenossenschaft Lößnitz und Polizei haben eine Bitte an junge Leute aus Radebeul

Dicker Ruß hat die Wohnungen hinter den Balkonen unbewohnbar gemacht. Alles muss saniert werden, sagt WG-Lößnitz-Vorstand Michael Zenker.
Dicker Ruß hat die Wohnungen hinter den Balkonen unbewohnbar gemacht. Alles muss saniert werden, sagt WG-Lößnitz-Vorstand Michael Zenker. © Peter Redlich

Radebeul. Was in der Nacht vom 30. auf den 31. Oktober vorigen Jahres in einem Wohnblock der Trachauer Straße im Osten Radebeuls passierte, lässt die Mieter in der Erinnerung noch heute aufschrecken. 2.30 Uhr, zu tiefster Schlafenszeit, wird die Feuerwehr alarmiert. Auf dem untersten Balkon auf der Westseite des Hauses der Wohnungsgenossenschaft Lößnitz ist Feuer ausgebrochen. Wie in einem Kamin breiten sich die Flammen rasend schnell nach oben aus, entzünden auch bei drei weiteren Balkonen die Verkleidungen. Die Dämmung des Wohnungsblocks fängt Feuer. Besonders schlimm wird es ganz oben, weil hier die Flammen vom Hausdach gebremst, einen besonderen Hitzestau entwickeln.

Die Wohnungsbewohner können sich retten. Noch in der Nacht haben sich OB Bert Wendsche (parteilos) und WG-Lößnitz-Vorstand Michael Zenker um die Unterbringung der Mieter gekümmert. Schwerer Ruß und das Löschwasser haben die Wohnungen derart geschädigt, dass sie komplett saniert werden müssen. Sämtliches Inventar ist nicht mehr zu verwenden.

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Ende Oktober brannte es lichterloh an der Trachauer Straße im Osten Radebeuls.
Ende Oktober brannte es lichterloh an der Trachauer Straße im Osten Radebeuls. © Feuerwehr Radebeul

Allein die Sanierung von Balkonen und Fassade sowie der Wohnungen macht einen Aufwand von etwa 100.000 Euro aus. Die Handwerker arbeiten hier seit Wochen. Neuer Putz kommt auf die Wände, neue Fenster sind schon drin. Die Fassade ist verputzt, aber noch nicht gestrichen. Wo es nötig ist, werden die Bäder komplett saniert. Für die Genossenschaft zahlt deren Versicherung. Den Schaden der Einrichtung müssen die Mieter mit ihrer Versicherung begleichen.

Die Polizisten, vor allem die Fachleute der Brandermittlung gemeinsam mit den Technikern der Spurensicherung, haben tagelang nach Ursachen für den Ausbruch des Feuers gesucht. Von Brandstiftung sei nicht auszugehen, sagt der ermittelnde Sachgebietsverantwortliche. Dennoch sei dieser Großbrand der letzte der vergangenen Monate, welcher noch nicht aufgeklärt ist.

Die Wohnungsgenossenschaft hat deshalb gemeinsam mit der Polizei die Bitte geäußert, dass sich mögliche Zeugen, Passanten aus der Nacht erinnern, was sie vor allem bei Ausbruch des Feuers gesehen haben. Wie Nachbarn berichteten, sei zu Brandbeginn eine Gruppe von jungen Leuten im Alter von 16 bis 18 Jahren in der Nähe gewesen. Michael Zenker und die Ermittler: „Es wäre gut, wenn sich aus der Gruppe jemand melden würde. Vielleicht bringt das ja die Erkenntnisse so weit, dass der Fall dann auch wirklich abgeschlossen werden kann.“ Den jungen Leuten, so betonen beide, werde nichts vorgeworfen. Sie könnten aber mit möglichen Beobachtungen helfen.

Fortschritte beim Sanieren der Wohnungen - hier eins der Bäder.
Fortschritte beim Sanieren der Wohnungen - hier eins der Bäder. © Peter Redlich

In den nächsten Wochen soll, neben den Wohnungen, auch der Hausflur der Trachauer Straße 2 a saniert werden. Hier haben sich ebenfalls Rußschwaden an den Wänden abgesetzt. Michael Zenker: „Wir hatten nicht lange zuvor erst die Maler drin.“

Der Genossenschaftsvorstand geht davon aus, dass in den nächsten Wochen bis Ende März die geschädigten Wohnungen wieder ordentlich hergerichtet sind und die Mieter einziehen können. Die neuen Balkone sollen im April angebaut werden. Lediglich die Bewohner der obersten Wohnung sind dauerhaft in eine andere, freie Genossenschaftswohnung in einer unteren Etage umgezogen. Das sei gut so, denn die Senioren hätten es eh mit dem Treppensteigen schwer gehabt.

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