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Skulpturen für Moritzburg

Das Bildhauersymposium bringt wieder fünf neue Statuen für die Gemeinde. Eine Besonderheit, die es weit und breit nicht noch einmal gibt.

Peter Fiedler: Ein Fohlen und dessen Mutter entsteht in Sandstein. Peter Fiedler ist der Organisator des Künstlertreffens in Moritzburg.
Peter Fiedler: Ein Fohlen und dessen Mutter entsteht in Sandstein. Peter Fiedler ist der Organisator des Künstlertreffens in Moritzburg. © Arvid Müller
Alexandra Klawitter: Sie konzentriert sich ganz und gar auf einen großen Pferdekopf. Gesteinsadern im Sandsteinblock machen es ihr schwer.
Alexandra Klawitter: Sie konzentriert sich ganz und gar auf einen großen Pferdekopf. Gesteinsadern im Sandsteinblock machen es ihr schwer. © Arvid Müller

Moritzburg. Wer bei Adams Gasthof in Moritzburg vorbeikommt, sieht das rote Schild mit dem Hinweis auf das Bildhauersymposium. Alle zwei Jahre ruft ein Verein aus Moritzburg Menschen zusammen, die es auf besondere Art verstehen, aus Stein und Holz Dinge zu formen, die einem Thema folgen und zu Moritzburg passen.

Diesmal heißt die Überschrift „Menschen und Pferde - eine Begegnung“. Cottaer Sandstein haben die Sächsischen Sandsteinwerke zur Verfügung gestellt. Das Eichenholz kommt kostenlos von der Wettinischen Forstverwaltung. Fünf Künstler sind es diesmal - dem 10. Bildhauersymposium. Bildhauer aus der nahen Umgebung; Vereinsvorsitzender Peter Fiedler aus Moritzburg, Alexandra Klawitter, Lucas Oertel, Georg Meinhardt und Boniface Ametepe, ein in Erfurt lebender Künstler aus Togo.

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Peter Fiedler sagt, dass mit dem Geld sehr gehaushaltet werden muss und er dankbar sei für die Unterstützung von Sponsoren wie den Sandsteinwerken, der Forstverwaltung der Wettiner, dem Landkreis Meißen, der Sparkasse Meißen, der Gemeinde und der Kulturlandschaft Moritzburg sowie der Hermann-Ilgen-Stiftung.

Zuletzt hatte es im Gemeinderat Diskussionen gegeben, was die Skulpturen denn Moritzburg brächten. Vor allem die weitere Betreuung an verschiedenen Orten sei kostspielig. Doch dafür ist der Verein verantwortlich. Peter Fiedler sagt, dass er beispielsweise sehr dankbar sei, dass die Wettiner immer unkompliziert helfen, wenn mal eine der Skulpturen umgesetzt oder eine aus Holz, die inzwischen verrottet ist, beseitigt werden muss.

Boniface Ametepe: Der Künstler aus Togo hat eine schützende Hand unterm Pferdekopf im Eichenholz gestaltet.
Boniface Ametepe: Der Künstler aus Togo hat eine schützende Hand unterm Pferdekopf im Eichenholz gestaltet. © Arvid Müller
Lucas Oertel: Er hat einen kompletten Pferdekörper aus Eiche konstruiert - „angelehnt an ein Steckenpferd oder Schaukelpferd“.
Lucas Oertel: Er hat einen kompletten Pferdekörper aus Eiche konstruiert - „angelehnt an ein Steckenpferd oder Schaukelpferd“. © Arvid Müller

80 Skulpturen sind es mittlerweile, die in und rund um Moritzburg stehen. So am Schlossteich, am Roten Haus, an der Querung der Staatsstraße S 81. Überall ist es vor allem auch für Besucher der Gemeinde eine Überraschung, so kunstvoll empfangen zu werden. Skulpturen, für die andere Städte viel Geld ausgeben, bekommt Moritzburg hier praktisch für kleines Geld.

Diesmal sollen sie im Areal des Gestüts aufgestellt und dort auch umsorgt werden. Die Landgestütsverwaltung hat das Gelände neben Adams Gasthof für das Symposium zum Arbeiten zur Verfügung gestellt. „Wo genau die künftigen Standorte sein werden, das wollen wir in Ruhe beraten“, sagt der Vereinsvorsitzende Fiedler.

Vorerst allerdings sind die Künstler den letzten Tag am Bearbeiten ihrer Werke. Boniface Ametepe hat eine schützende Hand unter einen Pferdekopf im Eichenholz modelliert. „Als Symbol für das Beschützen durch die Menschen und die Gegenseitigkeit von Tier und Mensch. Seit Jahrhunderten helfen die Pferde den Menschen“, sagt er. Peter Fiedler arbeitet in Sandstein. Eine Stute und ihr Fohlen jagen aneinander vorbei, drunter ein Rad und dazwischen angedeutetes Gras. „Die Wildheit der Natur und das Rad für den Menschen“, beschreibt er das Wechselspiel.

Lucas Oertel ist Maler und entdeckt gerade zunehmend die Bildhauerei. Er hat einen kompletten Pferdekörper aus Eiche konstruiert - „angelehnt an ein Steckenpferd oder Schaukelpferd“, sagte er. „So geschehen ja vielfach schon in jungen Jahren die Begegnungen zwischen Mensch und Pferd.“

Georg Meinhardt: Er entwickelt in fünf Zentimeter Tiefe im Sandstein ein Relief. Pferdebeine einer Herde sind zu erkennen.
Georg Meinhardt: Er entwickelt in fünf Zentimeter Tiefe im Sandstein ein Relief. Pferdebeine einer Herde sind zu erkennen. © Arvid Müller

Finissage an diesem Sonnabend

Georg Meinhardt entwickelt auf lediglich fünf Zentimeter Tiefe im Sandstein ein Relief. Pferdebeine einer Herde sind zu erkennen, die sich unterschiedlich schnell bewegen. „Die Blicke sollen sich darauf konzentrieren, wie die Tiere auf uns zukommen“, beschreibt er, was gerade mit Hammer und Meißel entsteht.

Alexandra Klawitter konzentriert sich ganz und gar auf einen großen Pferdekopf. Gesteinsadern im Sandsteinblock machen es ihr schwer. Wiederholt ist schon etwas Modelliertes ausgebrochen. Doch der Kopf mit Augen und Nüstern nimmt deutlich Gestalt an. „Ich arbeite viel mit Tier und Mensch und wie beide die Landschaft verändern“, sagt sie. Sie würde sich wünschen, dass der Pferdekopf auf einem Metallgestell angebracht werden könnte.

Die Holzskulpturen sollen im Innenbereich des Gestüts aufgestellt werden. Der Sandstein draußen, sagt Peter Fiedler.

Seit 2002 gibt es das Bildhauersymposium in Moritzburg. Alle zwei Jahre findet es statt. Eine kleine Gruppe von sieben, acht Mitgliedern des Vereins - selbst alle freischaffende Künstler - organisiert die Veranstaltung.

Eine Karte fürs Internet sei in Arbeit. Sie soll zeigen, wo die Standorte der 80 Skulpturen sind und eine kurze Beschreibung liefern, sagt der Vereinsvorsitzende.

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Wer betrachten möchte, was diesmal in den zwei Wochen Arbeit auf dem Gestütsgelände entstanden ist, der ist an diesem Sonnabend zur Abschlussveranstaltung - Finissage mit Freejazz von Hartmut Dorschner - ab 11 Uhr auf die Wiese neben Adams Gasthof (rechts daneben) eingeladen.

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