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Unterstützung für Pferdehalter

Der Gemeinderat Weinböhla bringt gemeinsam mit dem Landkreis ein in Deutschland einmaliges Konzept auf den Weg.

Thomas Siwon zählt mit seiner Pferdekoppel am Mistschänkenweg zu den Tierhaltern im Außenbereich, denen es der Gemeinderat Weinböhla mit seinem jüngsten Beschluss künftig erleichtern will, Unterstände, Sattelkammern oder Zäune für Ross und Reiter
Thomas Siwon zählt mit seiner Pferdekoppel am Mistschänkenweg zu den Tierhaltern im Außenbereich, denen es der Gemeinderat Weinböhla mit seinem jüngsten Beschluss künftig erleichtern will, Unterstände, Sattelkammern oder Zäune für Ross und Reiter © Norbert Millauer

Sollte der Plan aufgehen, dann wäre ein Weg für unzählige Hobbytierhalter, nicht nur in Weinböhla, sondern wohl in ganz Deutschland, aufgezeigt. Es geht um Folgendes: „Im Gemeindegebiet Weinböhla wird an mehreren Stellen des Siedlungsgebietes Tierhaltung als Hobby betrieben, überwiegend werden Pferde gehalten“, schreibt die Gemeindeverwaltung. Dafür sind Unterstände für die Tiere, Sattelkammern für die Reiter und Zäune für die Allgemeinheit notwendig.

Da Pferde- und Tierhaltung generell, nicht im Ortszentrum, sondern in aller Regel meist am Rand der Gemeinde geschieht, werden Grundstücke genutzt, die fast immer im sogenannten Außenbereich liegen. Und dort sind Bauten laut Paragraf 35 des Baugesetzbuches verboten. Um aus dieser Zwickmühle herauszukommen, hat die Gemeinde Weinböhla gemeinsam mit dem Landkreis Meißen ein Konzept erarbeitet. In der Beschlussvorlage für den Gemeinderat, der am Mittwochabend im Zentralgasthof tagte, liest sich das so: „Um zu regeln, auf welchen Flächen des Gemeindegebietes diese Nutzungen einschließlich der jeweils erforderlichen Anlagen zugelassen werden, soll ein Bebauungsplan aufgestellt werden.“

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Dazu sind in fünf Teilgebieten der Gemeinde insgesamt 24 Flurstücke aufgeführt worden. Im gültigen Flächennutzungsplan Weinböhlas sind diese Gebiete überwiegend mit landwirtschaftlicher Nutzung dargestellt. Nun muss für diese und eventuell von Bürgern zusätzlich gewünschte Flächen ein Bebauungsplan erarbeitet und dem Landratsamt zu Genehmigung vorgelegt werden.

Zur Begründung des Vorstoßes sagte Bürgermeister Siegfried Zenker (CDU). „Wir sind ein Dorf, da muss Tierhaltung möglich sein.“ Und Bauamtsleiter Christoph Krzikalla erklärte, dass mit den benannten Flurstücken keine für alle Zeiten geschlossene Liste vorgelegt sei und dass nach der Auslegung „noch Leute kommen werden, aber ein Rechtsanspruch auf Aufnahme besteht nicht“. Die Gemeinde will letztlich nicht nur die Tierhalter unterstützen, sie will auch steuern, wo Tierhaltung im Gemeindegebiet stattfindet. Alle anwesenden 16 Gemeinderäte stimmten für die Aufstellung des Bebauungsplanes „Hobbytierhaltung“.

Weg frei für Bürgerpark

Die Gemeinde Weinböhla will im Bereich Friedenstraße/Köhlerstraße perspektivisch einen Bürgerpark errichten. Das dazu unter anderem vorgesehene Grundstück 1642/1 hat eine Fläche von knapp zwei Hektar, genau 18.482 Quadratmeter. Die Gemeinde Weinböhla hat mit der Eigentümerin verhandelt, woraufhin diese bereit ist, das unbebaute Grundstück zum Preis von 85.000 Euro an die Gemeinde zu verkaufen. „Das ist das Herzstück des künftigen Bürgerparks“, erklärte der Bürgermeister in der Gemeinderatssitzung. Eigentlich ist es ein sogenanntes gefangenes Grundstück, das heißt, dass es komplett von anderen Flurstücken umgeben ist, es also keine Zufahrt gibt. Dieses Problem ist inzwischen gelöst, weil die Gemeinde ein entsprechendes Grundstück erworben hat. „Wir haben ein Teilstück aus einem bestehenden Grundstück herausgekauft, so dass wir von der Friedensstraße aus eine ordentliche, 8,50 Meter breite Zuwegung mit einem 2,50 Meter breiten Fußweg bauen können“, erklärt Bürgermeister Siegfried Zenker. Alle 16 Gemeinderäte stimmten dem Kauf des Grundstücks für den Bürgerpark zu.

Im August vergangenen Jahres hatten die Gemeinderäte von AfD und der Bürgerinitiative Weinböhla die Beratung einer Satzung für den Bürgerpark und ein angrenzendes Wohngebiet verhindert. Offizieller Grund war, dass der Beschlussvorschlag nicht im Verwaltungsausschuss vorberaten worden war. Hintergrund war die Befürchtung, dass mit dem Aufstellen der Satzung neben dem Bürgerpark ein neues Eigenheimgebiet errichtet werden solle. Siegfried Zenker: „Der Flächennutzungsplan sieht dort keine Wohnbebauung vor.“

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