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Sperrung Richtung Auer bleibt

Im Zeitplan - der Spitzgrund ist wieder offen. Nicht im Zeitplan - der Kreisverkehr in Weinböhla kommt wohl erst in Jahren.

Die sanierte Moritzburger Straße am Abzweig Karlstraße in Weinböhla. Sie kann bis zum Laubenschlösschen befahren werden, dann ist Schluss.
Die sanierte Moritzburger Straße am Abzweig Karlstraße in Weinböhla. Sie kann bis zum Laubenschlösschen befahren werden, dann ist Schluss. © Norbert Millauer

Weinböhla. Kaputte Straßen sind mit Behinderungen für den Verkehr verbunden. Werden sie repariert, bleibt es dabei. Irgendwann sind sie dann aber fertig und es rollt wieder. So, wie auf der drei Kilometer langen Kreisstraße 8017 durch den Spitzgrund. Seit 22. Juni war sie voll gesperrt, am 9. Oktober wurde sie wieder frei gegeben.

Grund für die Sperrung war die Instandsetzung der Brücke über den Lockwitzbach, an der die Kappen und Geländer erneuert wurden. Außerdem wurde die Fahrbahn saniert, etwa durch eine Betoninstandsetzung und die Brücke erhielt auch eine neue Asphaltdecke. 

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Die meisten Autofahrer werden über das Bauwerk fahren, ohne es recht zu merken: Brücken zählen zu den aufwendigsten Straßenbauten und sind oftmals die, die man am wenigsten wahrnimmt. Mit ihrer Fertigstellung ist die wichtige Verbindung zwischen Moritzburg und Coswig auf der einen und Weinböhla und Coswig auf der anderen Seite wieder befahrbar.

Weil in Weinböhla die Moritzburger Straße beidseitig neue Fußwege erhielt und die Straße selbst saniert wurde, musste während der Sperrung der Spitzgrundstraße der Verkehr über den Auerweg umgeleitet werden. Der ist allerdings nur für Lkw bis 7,5 Tonnen zugelassen und auch nur für den Lieferverkehr.

Das Foto zeigt die unscheinbare Brücke im Spitzgrund über den Lockwitzbach.
Das Foto zeigt die unscheinbare Brücke im Spitzgrund über den Lockwitzbach. © SZ/Udo Lemke

Gegenüber der Gaststätte Laubenschlösschen am Ende des Weinböhlaer Oberdorfs steht eine große Bautafel mit der Aufschrift „S 80 Fahrbahnerneuerung Weinböhla, Länge 1,2 Kilometer, bis Juni 2021.“ Dem Laien fällt es schwer, das zu begreifen. Bis zum Laubenschlösschen ist die Moritzburger Straße jetzt schon fix und fertig.

 Der Grund dürfte einen halben Kilometer von der Kreuzung Forststraße/Moritzburger Straße Richtung Auer im Wald liegen. Dort zieht sich ein schmaler Graben unter der Straße hindurch. Er führt in den Funkenteich. Und weil die kleine Brücke über dem Durchlass marode ist, muss auch diese saniert werden. 

Das allerdings ist für Ortskundige kein Problem. Weil nur der Asphalt über dem Durchlass abgefräst ist, fahren sie einfach durch. Warum die Moritzburger Straße hier über Wochen gesperrt werden muss, wenn nicht gebaut wird, ist für den Laien ebenfalls schwer nachvollziehbar.

Auf Nachfrage beim zuständigen Landesamt für Straßenbau und Verkehr (Lasuv) in Dresden, erklärte Sprecher Franz Grossmann: Die S 80 werde aus Richtung Weinböhla bis einschließlich der Kreuzung Forststraße/Moritzburger Straße noch am Donnerstag freigegeben. In Richtung Auer bis zum Auerweg bleibe sie gesperrt. „Die Arbeiten am Durchlass Funkenteich werden fortgesetzt und voraussichtlich im Dezember in Abhängigkeit von der Witterung abgeschlossen. Es handelt sich um eine komplette Erneuerung des Durchlasses.“

Bliebe die Frage, was mit der Kreuzung Forststraße/Moritzburger Straße am Ortsausgang von Weinböhla, ebenfalls Richtung Auer, geschehen soll. Am Donnerstag roch es dort nach frischer Farbe, die Fahrbahnmarkierungen waren gerade neu nachgezogen worden. Arbeiter verteilten Split auf den Banketten, also dem Seitenstreifen neben der eigentlichen Fahrbahn. Einer der Arbeiter erklärte: „Hier wird eine Ampel aufgebaut, eigentlich sollten diese Arbeiten hier gar nicht mehr stattfinden, aber der geplante Kreisverkehr kommt erst in vier Jahren, weil kein Geld mehr da ist.“

Franz Grossmann vom Lasuv sagt dazu, dass es sich bei der Kreuzung um einen Unfallschwerpunkt handele: „Durch die Unfallkommission des Landkreises wurde als Sofortmaßnahme die Errichtung einer provisorischen Ampelanlage vorgenommen.“

Als Vorzugsvariante für den Umbau der Kreuzung sei ein Kreisverkehr ermittelt worden und das Projekt befinde sich derzeit in der Anhörung. Von Anwohnern bis zu Naturschutzverbänden können dort Einwände vorgebracht werden. Wird die Variante Kreisverkehr bestätigt, dann „erfolgt die Erarbeitung des Vorentwurfes, voraussichtlich bis zum Sommer nächsten Jahres“.

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 Nach einer erneuten Anhörung und dem danach zu erstellenden Feststellungsentwurf, wird entschieden, ob es Baurecht gibt, oder „ob bei der Landesdirektion Sachsen die Durchführung eines Planfeststellungsverfahrens beantragt werden muss. Eine belastbare Aussage zu einem Baubeginn kann damit zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht getroffen werden.“

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