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Meißen: "Ein irreparabler Vertrauensverlust"

Der Verwaltungsrat der Volkssolidarität Elbtalkreis will mit der Abberufung Frank Stritzkes als Vorstand Schaden vom Verein abwenden. Stritzke sieht das anders.

Nicht nur Oldtimer: Dieses Elektroauto übergaben die Stadtwerke Radebeul an die Volkssolidarität. Der Verein hat seinen Vorstand - einen Oldtimer-Fan - jetzt abberufen. Der Vertrauensverlust wäre zu tief und unumkehrbar geworden.
Nicht nur Oldtimer: Dieses Elektroauto übergaben die Stadtwerke Radebeul an die Volkssolidarität. Der Verein hat seinen Vorstand - einen Oldtimer-Fan - jetzt abberufen. Der Vertrauensverlust wäre zu tief und unumkehrbar geworden. © Arvid Müller

Meißen/Radebeul. Mit der sofortigen Abberufung des Vorstandes Frank Stritzke will der Verwaltungsrat der Volkssolidarität Elbtalkreis-Meißen weiteren Schaden vom Verein abwenden. Das teilte Verwaltungsratsvorsitzende Kerstin Kunze am Freitag sächsische.de mit. Das laufende Gerichtsverfahren und die Oldtimer-Aktivitäten Stritzkes seien nicht der ausschlaggebende Punkt für die Abberufung als Vorstand gewesen. "Der Grund ist ein irreparabler Vertrauensverlust, zu dem eine Reihe von Ereignissen geführt hat", so Frau Kunze.

Stritzke hatte gesagt, das der Verwaltungsrat (damalige Vorstand) mit Kerstin Kunze an der Spitze immer in entsprechende Entscheidungen eingebunden gewesen sei und selbst an entsprechenden Veranstaltungen teilgenommen habe. "Weshalb mein Vertrag ohne Begründung und mit sofortiger Wirkung aufgelöst werden musste, erschließt sich mir nicht. Eine arbeitsrechtliche Auseinandersetzung ist darum zwangsläufig, die nun dem Verein teuer zu stehen kommen wird."

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Stritzke teilte sächsische.de zudem mit, dass unter seiner Führung wirtschaftlich gut gearbeitet wurde und kein Geld verschwendet worden sei. Sogar im Coronajahr 2020 und im ersten Quartal dieses Jahres gäbe es voraussichtlich einen operativen Überschuss. Das treffe ebenfalls auf die Vorjahre zu, so Stritzke.

Die Volkssolidarität müsse mit ihren finanziellen Spielräumen "sinnvoll und ergebnisorientiert umgehen". Dass aber an allen Ecken gespart werden muss, davon könne überhaupt nicht die Rede sein. "Die Einrichtungen können jedes Jahr ihre Wünsche einreichen, die selten abgelehnt werden." Stritzke hätte das Ziel, dass die Volkssolidarität nicht als "ein Verein der Alten“ wahrgenommen werde. Deshalb wollte er etwas anderes machen und setzte auf Oldtimer, die Aufmerksamkeit für die Zwecke des Vereins bringen sollten. Das hätte auch gewirkt und sei immer noch preiswerter als teure Plakatwerbung oder Anzeigen.

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Im Mittelpunkt der Kritik an Stritzke stehen vier Oldtimer, die die Volkssolidarität unterhält. Zudem kommen Kosten für die Teilnahme an Rallyes, die die Volkssolidarität – auch für Gäste des Vereins – bezahlt hat. Zudem habe Stritzke womöglich gegen Datenschutzbestimmungen verstoßen und einem Autohausbesitzer, der Vereinsmitglied werden wollte, mithilfe einer Detektei auf Kosten des Vereins nachspioniert. Darüber hinaus gibt es unter Mitarbeitern Kritik am Führungsstil Stritzkes.

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