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Vorfrühling im Elbland

Was in der Sonne auf Wanderwegen, am Baumarkt, in Gärtnereien und Kleingärten alles passierte.

Das Spitzhaus und der Bismarckturm waren am Wochenende besonders beliebt. Viele kleine Wandergruppen besuchten die Wahrzeichen oberhalb der Radebeuler Weinberge.
Das Spitzhaus und der Bismarckturm waren am Wochenende besonders beliebt. Viele kleine Wandergruppen besuchten die Wahrzeichen oberhalb der Radebeuler Weinberge. © Norbert Millauer

Von Julian Wolf

Landkreis. Bei blauem Himmel und sonnigen dreizehn Grad Celsius erwachte das Elbland plötzlich aus den vergangenen kalten Winterwochen. Volle Schrebergärten, viele Sportler und Spaziergänger an der frischen Luft und ein kleiner Ansturm nach „Click & Collect“ auf die Baumärkte im Landkreis wurden erwartet. Die großen Einkaufsbegängnisse in Coswig, Radebeul und Weinböhla blieben jedoch aus.

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Der schnelle Wetterumschwung - so vermutete man es zumindest - würde vielen Heimwerkern und Gartenfreunden gefallen. Bei warmen Temperaturen und Sonnenstrahlen endlich mal wieder in den Kleingarten gehen, erste Primeln pflanzen, Unkraut beseitigen oder auf der hauseigenen Terrasse schrauben und werkeln. Das Wetter nicht nur auskosten und genießen, sondern auch nutzen, um mit Harke, Besen und Schaufel zu arbeiten, haben nur wenige am vergangenen Samstag versucht.

Der Boden ist noch zu sehr gefroren. Mit dem Spaten kommt man nur wenige Zentimeter in den Mutterboden hinein, dann ist die Erde zu hart. Umgraben und neue Pflanzen setzen bleibt den Hobby-Gärtnerinnen- und Gärtnern also noch verwehrt. Als Alternativen hätten sich beispielsweise ein Neuanstrich von Fassaden, das Pflastern von Wegen und der Terrasse oder der Bau eines kleinen neuen Gartenhauses angeboten. Doch auch das erschien vielen Leuten als noch zu voreilig. Die Sorge nach wieder fallenden Temperaturen sowie die Rückkehr des Winters, waren wohl zu groß.

Für Erdarbeiten war der Boden noch zu gefroren. Hannes Recknagel hat im Coswiger Kleingarten seiner Eltern stattdessen Hecken und Äste abgeschnitten.
Für Erdarbeiten war der Boden noch zu gefroren. Hannes Recknagel hat im Coswiger Kleingarten seiner Eltern stattdessen Hecken und Äste abgeschnitten. © Norbert Millauer

So blieben auch die Baumärkte wie der OBI-Markt in Radebeul, der Coswiger Landmaxx und auch der Natursteinmarkt in Sörnewitz weitgehend unbesucht. Der Inhaber des Steinehandels, Andreas Faltin, hat eine Theorie wieso. „Viele Menschen bereiten sich erst jetzt auf den Frühling vor“, meint der Geschäftsführer. „Die Planung von Outdoor-Küchen, neuen Terrassenplatten, Pflasterwegen, Fensterbänken oder Kantensteinen für ein neues Beet beginnen zwar, die eigentliche Arbeit dann aber erst in ein paar Monaten.“ Fokussiert haben sich einige Familien dagegen auf das Herunterschneiden und Absägen von Hecken und Ästen. In der Gartenanlage auf dem Coswiger Kahlhügelweg wurden die Schnittreste dann direkt verbrannt und zum Grillen genutzt - ein Frühjahrsputz in verhaltenem Maße also.

Über die Chance, in Zeiten der Coronavirus-Pandemie mal wieder richtig ausgehen zu können, haben sich in Radebeul doch viele Leute gefreut. Besonders am Elberadweg, auf dem Anger in Altkötzschenbroda sowie am Spitzhaus und am Bismarckturm waren zahlreiche Leute unterwegs. Egal ob zu Fuß, mit dem Freizeitbike oder mit dem Rennrad - die Nähe zur Elbe am Radweg und der Festwiese wurde genossen. Sich endlich wieder sportlich verausgaben zu können, bei Temperaturen deutlich über den Minusgraden, ließ bei vielen Freude und Hoffnung während der Krisenzeit aufkommen. Auch Spaziergänger hielten meist den Abstand zu anderen ein, und setzten bei Bedarf auch eine Mund-Nasen-Bedeckung auf.

Henriette Pillack von der Eisdiele in Altkötzschenbroda durfte Eis aus dem Ladenfenster verkaufen. Auf die Einhaltung der AHA-Formel wurde hier ganz genau geachtet.
Henriette Pillack von der Eisdiele in Altkötzschenbroda durfte Eis aus dem Ladenfenster verkaufen. Auf die Einhaltung der AHA-Formel wurde hier ganz genau geachtet. © Norbert Millauer

Der Anger in Altkötzschenbroda war hierbei für viele Besucher wieder das bekannte Kleinod der Stadt. Essensstände mit Bratwurst und Fladenbroten standen bereit, Erfrischungsgetränke wurden verkauft und auch die Eisdielen waren geöffnet. Seitdem „Click & Collect“ im Freistaat Sachsen greift, kann auch die Eisdiele Altkötzschenbroda endlich wieder öffnen. Verschiedenste Eisspezialitäten wurden im Laden Corona-gerecht abgefüllt, in Plastikbechern verpackt und aus dem Fenster des Eiscafés den Kunden überreicht. Auf die Einhaltung der Abstandsregeln, das Bereitstellen von Desinfektionsmitteln sowie das Tragen eines Mundschutzes wurde hier sehr penibel geachtet. Schilder und Kreidetafeln, die ausdrücklich nicht zum Verweilen auf dem Anger hinwiesen, hatten ihre Wirkung auch erfüllt. So verteilte sich das Publikum über weite Strecken im unteren Stadtteil.

Einen regelrechten Besucherandrang erfuhren dagegen in den Mittagsstunden nur das Radebeuler Spitzhaus und der Bismarckturm. Die Spitzhausstraße verwandelte sich zeitweilig in einen Parkplatz für die Besucher. Auch die Parkplätze an den nahegelegenen Feldern waren voll. Trotz des förmlichen Besucheransturms blieben die Leute meist auf den nötigen Abstand zu anderen Familien bedacht und sorgten für einen flüssigen Verkehr in Richtung Bismarckturm.

Hier verweilten einige Touristen mit einem Kaffee und kleinen Häppchen zum Mitnehmen aus dem Café am Spitzhaus und genossen die spektakuläre Sicht hinein in das Elbland bis hin zur Dresdner Innenstadt. Viele Fotografen nutzten das schöne Wetter, um die Ausblicke festzuhalten und auch einige begeisterte Jogger trainierten auf der Spitzhaustreppe, um sich fit zu halten. Alles in Allem ein fröhliches, genüssliches, gleichzeitig aber doch recht ruhiges Vorfrühlingswochenende im Landkreis Meißen.

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