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Was in Radebeuls Sanierungsgebieten passiert

In Ost endet die Fördermittelzeit Ende 2021, in West Ende 2023. Baubürgermeister Jörg Müller sagt, was bis dahin noch vorangehen soll und was nicht mehr machbar ist.

Die Bahnhofstraße in Radebeul-West ist der zentrale Ort im hiesigen Sanierungsgebiet. 2023 soll hier gebaut werden.
Die Bahnhofstraße in Radebeul-West ist der zentrale Ort im hiesigen Sanierungsgebiet. 2023 soll hier gebaut werden. © Norbert Millauer

Herr Müller, gibt es in Corona-Zeiten im Bauamt noch was zu tun?

Wir haben nicht weniger zu planen und zu bauen. Es ist im Baudezernat ein Dezembermonat wie jeder andere.

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Im Sanierungsgebiet West ist baulich noch kaum etwas geschehen. Wie lange gibt es noch die Fördermittelzusage?

Der zugesagte Fördermittelrahmen läuft ganz normal bis Ende 2023.

Gibt es die Absicht, den Zeitraum zu verlängern?

Dazu ist es noch zu früh. Die Dienststelle ist inzwischen sehr zurückhaltend bei Verlängerungen. Es kommt auf die Situation ein Jahr vorher an.

Wie viele Fördermittel könnten für Radebeul-West fließen?

Rund fünf Millionen Euro Fördermittel, die noch offen sind, von Bund und Land. Dazu kommt ein Drittel von der Stadt noch dazu, also 2,5 Millionen Euro - insgesamt 7,5 Millionen Euro.

Welches sind aktuell die Hauptbausteine im Sanierungsgebiet?

Die Hauptsituation ist die Einkaufsstraße, wie damals auch in Ost. Sie soll ihre Funktion behalten. Die Sanierung der Bahnhofstraße und des Bahnhofsvorplatzes steht im Fokus. Im nächsten Jahr fangen wir an mit den Fußwegen beidseits von der Meißner Straße bis zur Güterhofstraße und der Harmoniestraße. Der Ausbau an der Güterhofstraße für einen Parkplatz ist 2022 geplant - vom Bahnhofsgebäude bis zu einem Trafohäuschen kurz vor der Kurve.

Gehört der Umbau der Alten Kaiserpost an der Meißner Straße weiter zum Sanierungsgebiet?

Ja. 2019 gab es ja eine Fortschreibung. Dort steht die Musikschule für den Landkreis Meißen - als deren Hauptsitz und mit 1.300 Musikschülern in der Stadt - als Schwerpunktmaßnahme mit drin.

Es gibt Pläne für das Netto-Areal, Rossmann will bauen und die Alte Post ist noch in Privathand. Wie weit sind die Pläne gediehen?

Wir sind auf gutem Wege. Und ich denke, im nächsten Jahr wird es dort zu Vereinbarungen und Beschlüssen kommen.

Wird der geplante Schulcampus Kötzschenbroda komplett aus dem Sanierungsgebiet herausgetrennt?

Nur die Vorbereitungsmaßnahmen, also die Beräumung, gehören zum Fördertopf Sanierungsgebiet, aber die eigentlichen Schulbauten sollen über die Fachförderung laufen. Die Vorbereitungen für den Schulhausbau dauern zudem länger, als das Sanierungsgebiet läuft. Deshalb gibt es auch gar keine Möglichkeit, als dies über die Fachförderung laufen zu lassen. Also haben wir zwei Gründe für die Trennung: Die finanzielle Größenordnung und die Zeitschiene.

Radebeuls Erster Bürgermeister Jörg Müller (parteilos) ist für das Bauen in der Stadt zuständig.
Radebeuls Erster Bürgermeister Jörg Müller (parteilos) ist für das Bauen in der Stadt zuständig. © - keine Angabe im huGO-Archivsys

Wird der Bahnhof Kötzschenbroda, weil sich der Eigentümer nicht äußert, auch aus dem Sanierungsgebiet herausgelöst?

Beim Bahnhof Kötzschenbroda stehen wir in Verhandlungen. Der Gesprächsfaden wurde auch seitens des Eigentümers wieder aufgenommen. Dafür sind wir dankbar. Es ist immer schwierig, wenn die Stadt nicht Eigentümer der Grundstücke ist. Dann nützen die besten Gedanken nichts, wenn sie nicht umsetzbar sind. Wir sind auf das Mitwirken des Eigentümers angewiesen und hoffen, 2021 ein Stück weiterzukommen.

Wird das Sanierungsgebiet West möglicherweise vorzeitig beendet?

Das Sanierunsgebiet läuft weiter. Nächstes Jahr beginnen wir mit den Gehwegen. Gleich zu Jahresbeginn werden wir den Grundstückserwerb für die Güterhofstraße vollziehen, damit wir dort für den Parkplatz mit den Planungen beginnen können. Denn das ist ja die Voraussetzung, um 2022 in die Öffentlichkeitsbeteiligung für den Ausbau mittlere Bahnhofstraße zu gehen. Es muss für mögliche wegfallende Stellflächen - als eine der Varianten - in der Bahnhofstraße eine nahe Alternative geben. Ziel ist es, 2022 die Parkplatzanlage in der Güterhofstraße und 2023 die Bahnhofstraße und den Bahnhofsvorplatz zu bauen. Mit dieser Bürgerbeteiligungsform ist dies zeitaufwendig, aber wichtig. Und wenn wir danach noch Zeit brauchen, werden wir überlegen, ob wir eine Verlängerung beantragen.

Das Sanierungsgebiet in Radebeul-Ost mit Bahnhofsviertel, Sidonienhöfen, Hauptstraße und Karl-May-Hain ist fast vollständig vollbracht. Aber nicht ganz. Der Hort ist noch im Bau, und wie geht es mit dem Karl-May-Areal weiter?

Der Hort der Schillerschule wird im Sommer 2021 fertig und muss finanziert werden. Das erweiterte Sanierungsgebiet wäre ursprünglich Ende 2020 ausgelaufen. Wir haben aber auch hier rechtzeitig erkannt, wir schaffen es nicht, brauchen noch ein Jahr, und der Fördermittelgeber hat dies auch so gesehen. Es gab also noch einen Nachschlag mit dem Zusatz, dass wir das Begonnene von 2020 noch fortführen können, aber mehr nicht.

Also auch noch Abriss der Tankstelle am Karl-May-Areal?

Genau. Der Hort wird fortgesetzt und der Abriss der Bauten der ehemaligen Aral-Tankstelle. Alle Gebäude können mit Sanierungsmitteln abgerissen werden. Wir sind aber noch nicht Eigentümer der Fläche. Ein notarieller Kaufvertrag wurde unterzeichnet, aber Besitz, Nutzen und Lasten sind noch nicht auf uns übergegangen. Weil die Anlagen der Tankstelle, wie Tanks, im Auftrag von Aral erst zurückgebaut werden. Unsere Aufgabe als Stadt ist es, das Werkstattgebäude mit Verkaufsshop und die Gerätehalle noch mit Sanierungsmitteln 2021 abzureißen. Die Fläche wird danach zunächst begrünt. Die Vorplatzgestaltung wird nicht mehr im Rahmen des Sanierungsgebiets laufen.

Das Karl-May-Museum ist nach derzeitigen Stand nicht mehr Nutznießer von Städte-baufördermitteln. Wie die Finanzierung des Neubaus des Karl-May-Museums passiert, ist Sache der Karl-May-Stiftung.

Das Sanierungsgebiet war aber doch gerade auch um das Museumsareal und Teile des Lutherkirche-Grundstücks erweitert worden. Sind diese Teile schon wieder rausgestrichen?

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Das ganze Sanierungsgebiet endet 2021. Was nicht bis dahin wird, wird auch nicht. Es gibt ja auch seitens der Stiftung andere Überlegungen. Das ist aktueller Stand.

Was wünschen Sie sich als Baubürgermeister 2021, neben dem Wunsch von allen, Corona bewältigen zu können?

Die Hoffnung, dass das Bauprogramm, welches wir uns vorgenommen haben, auch umgesetzt werden kann.

Interview: Peter Redlich

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In Radebeul-Ost hat die Stadt das Grundstück der ehemaligen Araltankstelle gekauft. Es soll für den Neubau im Karl-May-Museums-Areal vorgehalten werden. Die Abrissarbeiten werden noch fortgesetzt. © Norbert Millauer

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