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Wie gefährlich das Moldau-Hochwasser für das Elbtal wird

In Tschechiens Hauptstadt ist der Fluss, der in die Elbe fließt, über die Ufer getreten. Es gab in den letzten Tagen reichlich Regen.

Die Moldau ist in Prag über die Ufer getreten. Kommt das alles zu uns?
Die Moldau ist in Prag über die Ufer getreten. Kommt das alles zu uns? © Hannes Mallek

Radebeul/Meißen/Prag. Das Foto, welches uns ein SZ-Leser aus Prag geschickt hat, zeigt, dass die Moldau in Prag ordentlich Hochwasser hat. Die Moldau ist einer der wesentlichen Zuflüsse für die Elbe und Elbehochwasser wird hauptsächlich von zu viel Wasser in den benachbarten böhmischen Regionen hervorgerufen. Der Blick auf die Meldezentralen sowohl in Prag als auch in Sachsen zeigt die Entwicklung: Die Moldau ist vom 13. Mai zum 15. Mai von 69 Zentimeter Pegelstand auf über drei Meter angeschwollen. Inzwischen fällt der Pegel wieder und steht aktuell aber immer noch bei 2,51 Meter (Montagnachmittag).

Die Elbe hat sich im gleichen Zeitraum von 1,70 Meter auf etwa 3,50 Meter und mehr entwickelt. Hochwasser aus Tschechien trifft in Dresden und dem Elbland mit einer Verzögerung von bis zu zwei Tagen ein. Allerdings nicht, wenn die Nebenflüsse ebenfalls weitgehend schon abgeflossen sind. Und genau so ist die Lage in den letzten Tagen und Stunden. Eckehard Bielitz von der Landestalsperrenverwaltung bestätigt das und gibt Entwarnung: „Wir erreichen, wenn überhaupt, die Warnstufe eins. Die Regenmenge war viel zu wenig und viel zu kurz, um ein wirkliches Hochwasser zu erzeugen.“ Entscheidend sind nämlich die Abflussmengen. Von der Moldau sind es aktuell mit dortigem Hochwasser reichlich 400 Kubikmeter je Sekunde. Während der Hochwasser 2002 und 2013 der Elbe betrug die Durchflussmenge mit 4.300 Kubikmetern das Zehnfache.

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In den letzten Tagen ist der Pegel bis auf 3,73 Meter - Stand Sonntag in Dresden und Radebeul - angestiegen. Ab vier Meter gilt die erste Warnstufe für Hochwasser. Allerdings sinkt der Pegelstand wieder ganz langsam. Am Montagnachmittag hatte die Elbe in Dresden einen Pegel von 3,38 Meter. Mit einem erneuten Ansteigen sei vorerst nicht zu rechnen, heißt es aus der Landestalsperrenverwaltung, weil auch die Zuflüsse der Elbe ihre Wassermengen bereits abtransportiert haben. Aktuell fließen je Sekunde über 600 Kubikmeter Wasser in der Elbe ab. Beim Hochwasser 2013 war es die sechsfache Menge.

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