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Winter hilft Aronia

Das Statistische Landesamt meldet einen Totalausfall der Beerenfrucht für 2020 - bei Görnitz Bioobst in Neusörnewitz hofft man nun auf 2021.

Auch 2019 war der Blick durch das Brix-Meter keine Offenbarung für Michael Görnitz vom gleichnamigen Obstbau in Neusörnewitz. Nach der ausgefallenen Ernte 2020 hofft er auf eine bessere in diesem Jahr - der Winter hat dafür gute Voraussetzungen gescha
Auch 2019 war der Blick durch das Brix-Meter keine Offenbarung für Michael Görnitz vom gleichnamigen Obstbau in Neusörnewitz. Nach der ausgefallenen Ernte 2020 hofft er auf eine bessere in diesem Jahr - der Winter hat dafür gute Voraussetzungen gescha © Anne Hübschmann

Totalausfall bei Aronia - geringe Strauchbeerenernte in Sachsen im Jahr 2020 - unter dieser Überschrift verschickte das Statistische Landesamt in Kamenz jetzt eine Pressemittelung. Danach sind im vergangenen Jahr in Sachsen insgesamt 408 Tonnen Strauchbeeren geerntet worden. Das sind 153 Tonnen oder 27 Prozent weniger als im Vorjahr und zugleich die geringste Erntemenge nach 2012. „Besonders betroffen war hierbei die Aronia-Ernte. Die Erntemenge von lediglich 17 Tonnen entsprach einem Ertrag von knapp einer Dezitonne je Hektar. In den vorangegangenen sechs Jahren lag die durchschnittliche Erntemenge hier dagegen bei knapp 17 Dezitonnen je Hektar.“

Michael Görnitz, der Geschäftsführer von Obstbau Görnitz im Coswiger Stadtteil Neusörnewitz, mit derzeit 75 Hektar das größte zusammenhängende Aronia-Anbaugebiet in Deutschland, erklärte, dass 2018, 2019 und 2020 allesamt schlechte Jahre für die Beerenfrucht gewesen seien. Und er bestätigt, dass das vergangene Jahr extrem schlecht gewesen sei.

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Weil, durch Corana bedingt, etwa 40 Saisonkräfte gefehlt haben, konnten die Aronia-Sträucher nicht wie geplant vor Spätfrösten geschützt werden. „Wir mussten uns entscheiden, welche Kultur wir mit einem Spezialvlies, der bis minus fünf Grad Frost abwehrt, abdecken wollten. Wir haben uns für die Erdbeeren entschieden.“

Ob sich der Anbau von Aronia nach drei quasi ausgefallenen Ernten denn überhaupt noch lohnt, lautet die Frage: „Man muss generell entscheiden, was sich noch anzubauen lohnt. Deswegen haben wir uns ja von Süß- und Sauerkirschen, von Aprikosen, Pfirsichen und Pflaumen - vom Steinobst generell - getrennt und uns auf das Kernobst spezialisiert, also auf Äpfel und Birnen. Alles, was Steinobst ist, haben wir gerodet. Wenn man das Gebiet nicht dafür hat, dann kann man die Kulturen nicht mehr anbauen, so schön sie sind.“

Was die Aronia-Beeren betrifft, so hofft der Geschäftsführer auf ein besseres als die vergangenen drei Jahre. Denn die Frucht kommt aus dem Fernen Osten, wo das Klima sehr kontinental geprägt ist. Das bedeutet, sie braucht richtige Winter, damit es zu gutem Triebabschluss und Vorbildung der Blüten kommt. Im vergangenen Winter habe es kaum Frost gegeben, wodurch es zum verfrühten Austreiben kam und zu entsprechenden Schäden durch die Spätfröste. „Der Winter, den wir jetzt hatten, ist die halbe Miete für die künftige Ernte. Die Sträucher hatten nicht nur eine richtige Winterruhe, es sind auch Insektenpopulationen zerstört worden und es gab eine ausreichende Winterfeuchte. Wenn das so losgeht, dann blicke ich ganz optimistisch in das Jahr.“

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