merken

Radeburg macht sich schick

Das Sanierungsgebiet Stadtmitte ist nun endgültige Geschichte. Doch dank des neuen Stadtumbaugebiets sind längst die nächsten Projekte geplant.

© Norbert Millauer

Von Sven Görner

Radeburg. Wer heute als Nicht- oder Neuradeburger durch das Zentrum des Zille-Städtchens geht, kann sich kaum noch vorstellen, wie es dort vor 20 Jahren ausgesehen hat. Viele Häuser wurden saniert, Freiflächen und Baulücken erschlossen. Schandflecken sind verschwunden, ganze Straßenzüge – wie die Großenhainer und der gleichnamige Platz – präsentieren sich heute komplett neu gestaltet. Während dort und in der Zille- sowie Radeberger Straße das Pflaster verschwunden ist und dank Asphalt der Lärmpegel auf der Ortsdurchfahrt gesenkt wurde, ist die Röderstraße durch den Einbau der Steine aufgewertet worden.

Gesundheit und Wellness
Gesundheit und Wellness auf sächsische.de
Gesundheit und Wellness auf sächsische.de

Immer gerne informiert? Nützliche Informationen und Wissenswertes rund um das Thema Gesundheit und Wellness haben wir in unserer Themenwelt zusammengefasst.

Möglich wurden die meisten dieser Veränderungen durch das 17,4 Hektar große Sanierungsgebiet. Anfang 1995 war die Radeburger Stadtmitte in das Bund-Länder-Programm zur Stadtentwicklung aufgenommen worden. Zwei Jahre später wurde die von Stadtrat beschlossene Sanierungssatzung genehmigt. Nach dem Abschluss des Sanierungsgebietes haben die Räte diese nun wieder aufgehoben.

Insgesamt sind in dieser Zeit rund 7,236 Millionen Euro öffentliche Gelder in das Gebiet geflossen. Der Bund und das Land haben davon rund 4,824 Millionen Euro bereitgestellt, die Stadt Radeburg hat einen Komplementäranteil von etwa 2,412 Millionen Euro beigesteuert. Die Gesamtinvestitionen liegen indes noch deutlich höher, da die Bauvorhaben der privaten Hauseigentümer ja nur anteilig gefördert wurden. Allerdings ist der Anteil der mit Stadtentwicklungsgeldern unterstützten Sanierungsvorhaben in Radeburg sehr groß gewesen, wie Uwe Steinacker vom Sanierungsträger, der STEG Stadtentwicklung GmbH, sagt. „Das ist nicht immer so.“ Unterm Strich stehen 73 private Erneuerungsmaßnahmen. Für diese und die Sanierung des Rathauses und den Neubau des Ratssaales flossen rund 2,127 Millionen Euro der genannten Gesamtsumme. Etwa 3,612 Millionen Euro wurden für drei kommunale und 26 private Gebäudeabbrüche sowie 16 Erschließungsmaßnahmen investiert. Dazu gehört auch der neue Parkplatz am Hofwall. Die meisten Straßen und Wege in dem Gebiet wurden saniert. Mit einer wichtigen Ausnahme – dem Markt.

Der soll mit Geld aus dem auf das Sanierungsgebiet folgenden Stadtumbaugebiet Östliche Stadtmitte neu gestaltet werden. Mit seinem Beschluss vom vergangenen Monat (die SZ berichtete) hat der Stadtrat den Weg für die weiteren Planungen vorgegeben. Nachdem die Stadt das neue Gebiet Ende 2016 bereits um das Gelände der Zille-Oberschule erweitert hat, umfasste es aktuell eine Fläche von rund 10,9 Hektar. Da zusätzliche Mittel für den Stadtumbau in Sicht sind, hofft das Rathaus, darüber auch die notwendige erneute Schulerweiterung finanzieren zu können.

Geflossen ist aus dem neuen Programm bereits Geld für die Sanierung der Kirchenfassade. Hilfe gibt es nun auch für die Arbeiten im Inneren des Hauses. Was ein Novum ist. Denn in der Vergangenheit wurden nur Arbeiten an der Außenhaut der Gebäude gefördert. Noch in diesem Jahr soll zudem mit der kompletten Sanierung des Hauses Heinrich-Zille-Straße 9 – hier ist das Heimatmuseum untergebracht – begonnen werden.

Weiterführende Artikel

Radeburg will Brunnen wieder sprudeln lassen

Radeburg will Brunnen wieder sprudeln lassen

Preiswert ist das nicht zu haben. Denn nicht nur das Bauwerk, sondern auch die Anlage darum soll wiederhergestellt werden. Und das ist nur der Anfang.

Für die Wertsteigerung im Sanierungsgebiet mussten auch in Radeburg von den Grundstückseigentümern Ausgleichsbeiträge gezahlt werden. Unabhängig davon, ob sie Geld aus dem Programm bekommen haben. Insgesamt waren 230 Zahlungen fällig. Die Gesamtsumme betrug rund 246 000 Euro. Da die meisten Beiträge freiwillig bis Ende 2013 bzw. 2014 gezahlt wurden, sparten die Grundstückseigentümer 20 bzw. 10 Prozent des fälligen Betrags. Zugleich musste die Stadt dieses Geld nicht abführen, sondern konnte es selbst wieder im Gebiet einsetzten. So beim Ausbau des Hofwalls.

Derzeit sind nur noch weniger als ein Dutzend der Ausgleichsbeiträge nicht beglichen. Für diese werden nach dem Aufheben der Sanierungssatzung nun Bescheide verschickt.