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Radeburg vergrößert Stadtumbaugebiet

Der Grund dafür sind in Aussicht gestellte zusätzliche Fördergelder von Bund und Land. Mit der Erweiterung hat die Stadt auch 13 Schwerpunkte benannt.

© Norbert Millauer

Von Sven Görner

Radeburg. Der Zuwachs ist gewaltig. Mit den vom Stadtrat beschlossenen südlichen und westlichen Erweiterungen umfasst das Stadtumbaugebiet „Östliche Stadtmitte“ künftig fast 34 Hektar. Zum Vergleich: Bisher ist es mit knapp 11 Hektar nicht einmal ein Drittel so groß. Bereits 2016 hatten Rathaus und Stadtrat das damals bestehende Gebiet um das Gelände der Zille-Oberschule erweitert, um mithilfe der Gelder von Bund und Land die anstehende Erweiterung der Schule mit finanzieren zu können.

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Auch die Stadtscheunen in der Alten Poststraße könnten von zusätzlichen Fördergeldern profitieren.
Auch die Stadtscheunen in der Alten Poststraße könnten von zusätzlichen Fördergeldern profitieren. © Norbert Millauer
Der Zille-Hain in Radeburg.
Der Zille-Hain in Radeburg. © Norbert Millauer

Wie Bürgermeisterin Michaela Ritter (parteilos) im Stadtrat sagte, stehen in den nächsten Jahren nun aber möglicherweise deutlich mehr Mittel für das Programm zur Verfügung als ursprünglich angenommen. Um damit weitere Vorhaben in der Stadt finanzieren zu können, wurde daher die Erweiterung beschlossen. Mit der neuen Gebietsabgrenzung werden zugleich insgesamt 13 Schwerpunktmaßnahmen aufgelistet, die vorrangig beachtet werden sollen. Das betrifft sowohl städtisches als auch privates Eigentum.

Als einen wichtigen Punkt nennt die Rathauschefin die Sanierung der denkmalgeschützten Stadtscheunen. „So etwas findet man nicht mehr sehr oft.“ Ebenfalls ein Denkmal ist die Gaststätte „Zum Hirsch“. Auch deren Sanierung soll mit unterstützt werden. Doch nicht nur Gebäude sollen in den Genuss von Fördergeldern aus dem Programm kommen. So soll zwischen Zille-Hain und Busbahnhof der Grünzug an der Promnitz neu gestaltet und dabei ein Fuß- und Radweg angelegt werden. Und auch das Gartendenkmal Zille-Hain soll saniert und aufgewertet werden. Schaffen will die Stadt in der Nähe des Busbahnhofs zudem einen Bolzplatz.

Weitere Vorhaben könnten die Sanierung und Aufwertung des Bahnhofgebäudes der Lößnitzgrundbahn mit Kulturbahnhof und Vorplatz sowie die Sanierung des Promenadengässchens sein. Genannt werden zudem die Errichtung einer Demenzwohnanlage (Haus am Sinter) und die Sanierung der Außenanlagen des Jugendclubs. Die Quartier-Innenbereiche der städtischen Wohnhäuser an der Lindenallee sollen durch Spiel- und Aufenthaltsbereiche sowie den barrierefreien Umbau aufgewertet werden.

Geld aus den Stadtumbau-Mitteln soll aber auch für die beiden Friedhöfe fließen. Dort geht es um Einfriedungen, Grünflächen, aber auch den Ersatzneubau des Funktionsgebäudes und von Toiletten auf dem Neuen Friedhof. Und schließlich sollen auch private Maßnahmen gefördert werden. Bereits umgesetzt wurde in dem Stadtumbaugebiet die Sanierung des Hauses, das nun als Stadtarchiv dient. Gerade läuft die Sanierung des Stadtmuseums. Ein weiteres großes Vorhaben soll die Neugestaltung des Marktes werden.

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Dank des Vorgängerprogramms – des Sanierungsgebiets Stadtmitte – waren von 1995 bis zum offiziellen Abschluss in diesem Jahr insgesamt rund 7,236 Millionen Euro öffentliche Gelder in das Gebiet geflossen. Der Bund und das Land haben davon rund 4,824 Millionen Euro bereitgestellt, die Stadt Radeburg hat etwa 2,412 Millionen Euro beigesteuert.