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Radio-Böttcher wandert im Fernsehen

Der Kult-Moderator bekommt im MDR eine eigene Sendung. Er tritt gegen den „Tatort“ an: „Quotenstress habe ich nicht!“

© Eric Kemnitz

Von Bernd Klempnow

Das kennt Thomas Böttcher. „Ton ab! Ton läuft!“ Er war schließlich 25 Jahre erfolgreicher Radio-Moderator bei verschiedenen privaten Sendern in Sachsen. Demnächst heißt es für ihn aber auch „Kamera ab! Kamera läuft!“. Der 52-Jährige bekommt im MDR-Fernsehen seine erste Sendung. „Ich soll durch Mitteldeutschland wandern und das Team dreht, was passiert“, sagt der Wahl-Döbelner.

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Endspurt Richtung Zukunft
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Die Halbjahresnoten glattgebügelt und der Vorsatz, nochmal richtig Gas zu geben, zeigen es!

Er selber wisse nicht, was geplant ist. „Mir wurde gesagt, ich soll Wanderschuhe kaufen und mich auf eine karge Zeit einstellen.“ Los geht es wohl am 31. Juli in Freyburg an der Unstrut. Das Ziel der neuntägigen Wanderung mit täglich bis zu 40 Kilometern liege wohl in Sachsen. „Ich glaube, die MDR-Leute wollen, dass der Böttcher so authentisch wie möglich rüberkommt, so wie er ist: spontan und neugierig auf Leute, die er zufällig trifft, zugeht. Ich bin dem MDR dankbar für seinen Mut und begreife die zunächst eine Pilotsendung als Riesenchance. Ich habe Bock drauf!“

Bis vor gut einem Jahr war Böttcher Teil des beliebtesten sächsischen Radio-Duos die „BöFis“. Zusammen mit Uwe Fischer gestaltete er bei R.SA die Morgenshow. Zudem „haben wir eigentlich jede Bushaltestelle, Tankstelle, Würstchenbude ... eingeweiht und Open-Air-Bühnen gerockt.“ Die Dauerbelastung blieb nicht ohne Folgen. Nach einem Burn-out trennten sich der Kult-Moderator und der Sender.

Seitdem ist er wieder als DJ und Schauspieler aktiv, schreibt in der Dresdner Morgenpost wöchentlich launige Kolumnen. Er spielt intensiver als zuvor beim Radeberger Biertheater mit. Und ist mit dem ersten Soloprogramm „Lieber Radioaktiv als im Radio aktiv“ sachsenweit zu erleben. Und Böttcher dreht für das MDR-Ombudsmann-Magazin „Voss & Team“ Beiträge, in denen Sven Voss Menschen im Kampf gegen Behördenirrsinn, Versicherungen und Steuerverschwendungen unterstützt. „So kamen wir lose ins Gespräch.“

Die neunzigminütige Sendung soll voraussichtlich am Sonntag, dem 30. September um 20.15 Uhr ausgestrahlt werden. Das ist „Tatort“-Zeit. Da wird er als Konkurrent nicht allzu viele Zuschauer erreichen. „Ich weiß nicht, ob es eine Mindestquote gibt. Ich jedenfalls mache mir keinen Stress.“