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Nächster Sturz bei Polen-Rundfahrt

Es gibt gute Neuigkeiten vom verunglückten Jakobsen. Doch sie wurden fast augenblicklich von einem neuen Unfall überschattet.

Fabio Jakobsen war vor zwei Tagen auf der Zielgeraden gestürzt, nun ist er aus dem künstlichen Koma erwacht.
Fabio Jakobsen war vor zwei Tagen auf der Zielgeraden gestürzt, nun ist er aus dem künstlichen Koma erwacht. © dpa/Andrzej Grygiel

Kattowitz. Erst neue Hoffnung für Fabio Jakobsen, dann Sorgen um einen weiteren Radprofi: Zwei Tage nach dem schweren Sturz des Niederländers Jakobsen bei der ersten Etappe der Polen-Rundfahrt ist es bei der Tour zu einem weiteren folgenreichen Unfall gekommen. Der Franzose Mickael Delage vom Team Groupama-FDJ sei nach einem Sturz mit dem Rettungshubschrauber in ein Krankenhaus geflogen worden, sagte ein Sprecher der Organisatoren des Rennens der Deutschen Presse-Agentur in Warschau am Freitag. "Er ist bei Bewusstsein, sein Leben ist nicht in Gefahr." Zum genauen Unfallhergang sei noch nichts bekannt. "Das Rad ist ihm außer Kontrolle geraten, er ist gestürzt."

Kurz zuvor hatte es erfreuliche Meldungen von Jakobsen aus dem Krankenhaus in Sosnowiec gegeben, in das er nach seinem Unfall bei der Zielankunft der ersten Etappe am Mittwoch in Kattowitz gebracht worden war. Der 23-Jährige war am Freitag aus dem künstlichen Koma erwacht.

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"Wir haben ausgezeichnete Nachrichten. Der Patient ist bei Bewusstsein, er wird nicht mehr künstlich beatmet, der Blutdruck ist normal. Wir sind sehr zufrieden mit seinem Zustand», sagte der stellvertretende Klinikdirektor Pawel Gruenpeter laut Nachrichtenagentur PAP. Nun stehe die Rehabilitation an. In etwa zwei Wochen könne Jakobsen voraussichtlich nach Hause zurückkehren. Eine Rückkehr in den Sport hält er für möglich.

Insgesamt gab sich Gruenpeter vorsichtig optimistisch. "Auf der Basis der Untersuchungen gehen wir davon aus, dass das Nervensystem keine Schäden aufweisen wird", sagte er dem Portal Wirtualna Polska. "Die klinischen Symptome können sich noch ändern."

Am Donnerstag hatte die Staatsanwaltschaft in Kattowitz bekanntgegeben, dass sie Ermittlungen eingeleitet hat. Die Behörde will herausfinden, ob und wer Schuld an dem Unfall hat. "Wir haben bislang drei Zeugen gehört, darunter auch einen Vertreter der Organisatoren des Rennens", sagte eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft laut Nachrichtenagentur PAP. Weitere Zeugen sollen gehört werden, auch wolle die Behörde das Beweismaterial analysieren. Zuvor hatte die Polizei Material sichergestellt, darunter die Fahrräder der Radprofis und Videoaufnahmen vom Unfall.

Jakobsen war im Zielsprint in Kattowitz bei 80 Stundenkilometern in die Absperrgitter gekracht. Er war von seinem Landsmann Dylan Groenewegen abgedrängt worden. Nach einer fünfstündigen Operation war er in ein künstliches Koma versetzt worden.

Vor allem Groenewegen steht nun in der Kritik. So forderte Ex-Radprofi Jens Voigt (48) bei Sport1 eine harte Strafe für den 27-Jährigen: "Ich denke da schon an drei bis sechs Monate. Es müsste etwas sein, was weh tut und auch an alle anderen Profis das Signal sendet: Hier wurde eine rote Linie überschritten, das akzeptieren wir nicht mehr."

Suche nach einem Schuldigen

Man könne nicht mit dem Leben, der Karriere oder Gesundheit eines Kollegen spielen, meinte er. "Wenn die Linie so offensichtlich verlassen wurde, Leib und Leben willentlich riskiert wurden, muss es eben auch härtere Strafen geben." Groenewegen, der am Schlüsselbein operiert wurde, muss sich einem Disziplinarverfahren stellen.

Voigt gibt aber nicht allein dem Niederländer die Schuld, sondern sieht auch den Weltverband UCI in der Verantwortung. "Der Veranstalter bittet die UCI um Genehmigung und Klassifizierung des Rennens und der Strecke, und die UCI und die technische Kommission überprüft das. Da sie das genehmigt hat, kann sie im Nachhinein ihre Hände nicht in Unschuld waschen und die Schuld auf den Veranstalter schieben", sagte der 17-malige Tour-de-France-Teilnehmer.

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Jakobsen war am Mittwoch im Zielsprint der ersten Etappe bei hoher Geschwindigkeit direkt in die Absperrgitter gekracht und regungslos liegen geblieben. Der 23-Jährige war von seinem Landsmann Dylan Groenewegen abgedrängt worden. Nach einer fünfstündigen Operation war er in ein künstliches Koma versetzt worden. (dpa)

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