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Radsportverein Niesky bestätigt Vorstand

Der alte Vorsitzende ist der neue. Michael Junge wurde kürzlich wiedergewählt. Aber es gibt auch eine neue Personalie beim RSV.

© André Schulze

Von Thomas Staudt

Niesky. Der Radsportverein wird selten an erster Stelle genannt, wenn es um Sportvereine in Niesky geht. Das mag auch daran liegen, dass der Verein keine Nachwuchsarbeit leistet, meint Michael Junge. Er ist vor Kurzem, bei einer Wahlveranstaltung im März, in seinem Amt bestätigt worden. Es ist seine dritte Amtszeit.

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Nachwuchsarbeit sei anspruchsvoll, so Junge. Wer im Radsportbereich mit Kindern und Jugendlichen arbeite, müsse ein regelmäßiges Training anbieten und am Wettkampfbetrieb teilnehmen. Doch Rennen seien weit kostspieliger als gemeinhin angenommen, da unter anderem ein Führungs- und ein Schlussfahrzeug erforderlich sind. Außerdem sei das Risiko, auf öffentlichen Straßen unterwegs zu sein, groß. „Wir haben im Gegensatz zu anderen Sportvereinen kein abgeschlossenes Vereinsgelände oder eine Halle.“ Beides, das Training und die Teilnahme an Wettkämpfen, erfordere materielle und personelle Ressourcen, über die der Verein nicht verfüge, so Junge. Dazu komme, dass die Konkurrenz um Nachwuchs groß sei, insbesondere im Hinblick auf den Eislaufverein (ELV) und die Fußballer vom FV Eintracht.

Aber was machen Sportler im Verein, für den die Nachwuchsarbeit und die Teilnahme an Wettkämpfen keine Themen sind? Kurze Antwort: Sie fahren Rad und haben gemeinsam Spaß. Lange Antwort: Das Vereinsleben ist vielfältig und beschränkt sich keineswegs nur aufs Fahren. Oft entspannen sich die Mitglieder hinterher bei Bratwurst und einem Bierchen. Eine ganze Reihe von ihnen fahren regelmäßig bei der Tour der Hoffnung mit. Zum 275. Nieskyer Stadtjubiläum stellte der Verein im vergangenen Jahr eine eigene Gruppe beim Festumzug. Auch Fahrten zur Tour de France unternahmen RSV-Mitglieder in der Vergangenheit bereits.

Sonntags geht es regelmäßig auf Tour. Entweder Richtung Norden, dann heißt das Ziel häufig Bärwalder See, oder Richtung Süden ins Oberlausitzer Bergland. Die Touren starten in der Frühe und mit dem Ziel, zum Mittagessen wieder zu Hause zu sein. Durchschnittsgeschwindigkeit: 30 Stundenkilometer. Zu den sportlichen Aktivitäten in der unmittelbaren Umgebung kommt ein überregionales Engagement einzelner Mitglieder oder Gruppen, bei den Cyclassics in Hamburg oder einem Radmarathon in den Alpen. Im März gibt es ein alljährliches Aufbautraining auf Mallorca, so auch dieses Jahr.

Darüber hinaus fahren einige der Mitglieder nah an der Grenze zum Leistungssport. Thomas Blaschey etwa ist zum wiederholten Mal für den längsten Radmarathon der Welt im Juni gemeldet. Bei dem Rennen mit dem gewöhnungsbedürftigen Titel Fichkona führt die Strecke vom Kap Arkona auf Rügen bis zum sächsischen Fichtelberg. Die 601 Kilometer gilt es innerhalb von 24 Stunden zu bewältigen. Katharina Michalk belegte bei einem der letzten Jedermannrennen im Rahmen des Lausitzcups Platz drei.

Die Wurzeln des Vereins reichen zurück bis 1952. Damals wurde eine Sektion Radsport bei der BSG Motor Niesky gegründet und mit einer Etappenfahrt durch den damaligen Kreis Niesky gefeiert. Der heutige RSV zählt 58 Mitglieder. Aber nur ein Teil davon fährt noch aktiv Rad. Zu den Vereinsaktiven gehört Uwe Garack. Er ist seit März nach zweijähriger Abstinenz wieder im Vorstand vertreten und hat die Funktion des Kassenwarts übernommen.