merken

Radverleiher aus Asien räumt auf

Nach Kritik an einer Vermüllung der Städte ordnet oBike seinen Auftritt neu.

© Symbolfoto: dpa

Leipzig. Wegen der „Vermüllung“ europäischer Städte mit gelben, stationslosen und teils kaputten Leihrädern gerieten diesen Sommer asiatische Investoren in die Kritik – auch aus Sachsen, wo der deutschlandweite Radverleiher Nextbike seinen Sitz hat. Die flexibel nutzbaren Räder waren beinah über Nacht und mitunter ohne ausdrückliche Erlaubnis in Großstädten wie Wien, Zürich und München aufgetaucht. Jetzt gelobt zumindest der Anbieter oBike aus Singapur Besserung: Im Gespräch mit der SZ räumt der neue General Manager für Deutschland, Marco Piu, ein: „Die Kommunikation mit den Rathäusern hat stattgefunden – aber die Art und Weise hätte besser und ausführlicher sein können.“ OBike habe dazugelernt, werde künftig enger mit Stadtverwaltungen zusammenarbeiten. Das Aufstellen von Leihrädern ohne eigene Stationen bedarf bisher in Kommunen keiner Genehmigung. Sie können allein über eine Smartphone-App aufgeschlossen, genutzt und bezahlt werden.

In Deutschland sind die gelben oBike-Fahrräder vorerst nur in München präsent. Dort hat das Unternehmen mittlerweile 7 000 Räder ausgerollt. Die Münchener CSU hatte darauf genervt reagiert. „Die Radl stehen haufenweise an Gehwegen, Haltestellen sowie in Fahrradständern und blockieren unverhältnismäßig den öffentlichen Raum“, kritisierte Stadtrat Johann Sauerer. OBike hat aber inzwischen auf diese Kritik reagiert. „Wir haben in München jetzt Dienstleister engagiert, die täglich Räder umparken, die falsch abgestellt wurden, etwa im Englischen Garten“, sagt Piu. Die Teams kontrollierten auch, wo Räder im Weg stehen oder ordnungswidrig abgestellt wurden und verteilen sie um. Zudem seien seit zwei Wochen Wartungsmonteure im Dienst. Die Zahl von 7 000 Fahrrädern in der „Radlstadt München“ sei angesichts einer Million privater Räder nicht viel. Bei einer Stippvisite am zentralen „Stachus“ habe er nur sieben Räder von oBike und sieben Räder von anderen Anbietern vorgefunden. „Dem Vorwurf einer Überflutung kann ich nicht zustimmen.“

Bauen und Wohnen
Wohnen Sie noch oder bauen Sie schon?
Wohnen Sie noch oder bauen Sie schon?

Hier finden Sie alles, was Sie fürs Sanieren, Renovieren oder Bauen Ihrer eigenen vier Wände brauchen.

In Dresden ist das Leipziger Unternehmen Nextbike als sz-bike unterwegs. Das Angebot der DDV-Mediengruppe umfasst mittlerweile rund 500 Leihfahrräder, im Oktober kommen 100 weitere hinzu.

Dass oBike die Bewegungsdaten seiner Nutzer aufzeichnet und damit Geld verdienen wolle, weist Piu indes zurück: „Die Daten bleiben bei uns, sie werden nicht verkauft und nicht an Dritte weitergegeben. Unser Geschäftsmodell basiert ausschließlich auf Leihgebühren für die Räder.“ (heit)