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Wann kommt der Radweg an der S 81?

Fast 3000 Unterschriften sind mit einer Petition gesammelt worden. Nun gibt es auch Unterstützung aus der Politik.

Das weiße Geisterrad soll an den tödlichen Unfall von Ende November erinnern. © Arvid Müller

Coswig/Weinböhla. Bei dem tödlichen Unfall auf der S 81 hat Tobias Knibbe Ende November einen Freund verloren. Nach der Sprachlosigkeit über diese Nachricht hat der Coswiger überlegt, ob und wie das hätte vermieden werden können, warum Falk Schmidtgen gerade dort mit dem Fahrrad unterwegs war. Verboten ist das nicht, wohl aber gefährlich. Eine alternative Route gibt es für Radfahrer jedoch nicht. Zumindest nicht, wenn sie nicht im Zickzack durch den Wald fahren wollen. Tobias Knibbe begann zu recherchieren und fand heraus, dass ein Radweg an der S 81 als wichtig erachtet wird – zumindest auf dem Papier. Mit seiner Petition will er das Ganze etwas anschieben. „Man weiß ja, wie zäh solche Bauplanungen sind.“ Das ursprüngliche Ziel waren 1 000 Unterschriften. Bis gestern waren es fast dreimal so viele. „Ich bin überrascht über die Resonanz. Das zeigt, dass das Thema akzeptiert ist“, sagt Tobias Knibbe. Unterstützung bekommt er vom Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club und nun auch von den Lokalpolitikern.

Der Weinböhlaer Bürgermeister Siegfried Zenker (CDU) hat selbst unterschrieben. Zudem ist ein Schreiben an den Petitionsausschuss verfasst worden. Zurzeit finden Abstimmungen mit der Gemeinde Moritzburg statt, um das Anliegen gemeinsam vorzutragen. „In diesem Zusammenhang haben wir die Historie bezüglich der Radwegverbindungen entlang der S 80 noch mal aufgerollt und festgestellt, dass die Verwaltung der Gemeinde Weinböhla bereits im Planfeststellungsverfahren 2007 zum Ausbau der S 80 zwischen Auerweg Weinböhla und Abzweig Kreyern sich intensiv für einen straßenbegleitenden Radweg eingesetzt hat“, erklärt Hauptamtsleiterin Julia Schneider. Diese Forderung sei damals mit der Begründung abgewogen worden, es sollen keine zusätzlichen touristischen Radwege gefördert werden. „Der Unfall im November letzten Jahres zeigt uns, dass der geforderte Radweg kein touristischer, sondern einen Radweg für Schüler und Pendler darstellt“, so Julia Schneider. Das Anliegen der Gemeinden Weinböhla und Moritzburg für einen Radweg entlang der S 80 sei 2017 erneut im Staatsministerium für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr vorgetragen worden. „Nun erweitern wir unsere Forderung insoweit, dass nicht nur ein Radweg entlang der S 80, sondern zusätzlich auch an der S 81 erforderlich ist.“ Dabei werden laut Gemeindeverwaltung auch die Landtagsabgeordneten, das Landesamt für Straßenbau und Verkehr (Lasuv) und das Landratsamt Meißen mit einbezogen.

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Die Gemeinde Moritzburg plant für den 14. Februar, 19 Uhr, eine öffentliche Informationsveranstaltung zum Thema im Roten Haus in Dippelsdorf. Eingeladen sind auch die Bürgermeister der Nachbarkommunen, Vertreter der Landesregierung sowie Mitarbeiter des Lasuv Meißen. Tobias Knibbe würde sich freuen, wenn auch aktive Radfahrer anwesend wären oder sprechen würden, die die Strecke häufig nutzen oder dies tun würden, wenn die Bedingungen besser wären. Er glaubt, dass mehr Menschen aufs Rad umsteigen würden, wenn sie sicher von A nach B kommen. „Der Bedarf ist da. Das Geld wohl auch“, sagt Tobias Knibbe. Nun ist die Politik gefragt.

Um die Platzkapazitäten für die Infoveranstaltung besser planen zu können, ist eine Anmeldung über die Gemeindeverwaltung Moritzburg hilfreich. Tobias Knibbe kann über das Portal der Online-Petition kontaktiert werden.

Unterschriften werden online noch bis 9. Februar gesammelt: www.openpetition.de (Radweg Dresden in die Suche eingeben).