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Radweg bleibt gesperrt

Die Strecke oberhalb der Obermühle in Görlitz ist durch Felsstürze bedroht. Geld für die Sicherung fehlt. Stadträtin Yvonne Reich hat dazu eine Idee.

© Pawel Sosnowski/pawelsosnowski.c

Von Gabriela Lachnit

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Bis zum Zaun ist sogar der Radweg gefegt. Kaum ein Blatt liegt dort. Offensichtlich war die Kehrmaschine erst vor Kurzem da. An der Absperrung des Radweges oberhalb der Obermühle geht es aber nicht weiter. Radler und Spaziergänger müssen unten herum den holprigen Weg nehmen, direkt an der Obermühle vorbei. Auch zum Aussichtspunkt über dem Felsen oberhalb des Weges gelangt man nicht, nicht einmal von der Dr.-Kahlbaum-Allee aus. Denn der Aussichtspunkt ist ebenfalls gesperrt. „Das hat aber niemanden davon abgehalten, dort Müll zu entsorgen, Plastik und allerlei Unrat liegen hinter der Absperrung“, ärgert sich Yvonne Reich. Sie sitzt für die Bürger für Görlitz im Stadtrat. Seit Jahren ist ihr der Zustand an der Stelle oberhalb der Obermühle ein Dorn im Auge. Es könne nicht sein, dass die Stadt Geld habe, um Problemstellen teuer abzusperren. Aber für die Beseitigung des eigentlichen Problems sei kein Geld da. Das hat die Stadträtin bereits mehrfach und schon vor Jahren im Stadtrat angesprochen. Auch bei Facebook hat sie erst vor Kurzem über den Zustand an Weg und Aussichtspunkt berichtet. Es regt die Stadträtin auf, dass bislang dort nichts unternommen worden ist, damit Weg und Plattform wieder zugänglich sind.

Wird es auch nicht, wie die SZ auf Nachfrage erfuhr. Das Problem ist im Rathaus seit August 2013 bekannt, wie Torsten Tschage, Amtsleiter Bau und Liegenschaften, mitteilt. „Es stürzten immer wieder Felsbrocken mit einem Gewicht von bis zu 40 Kilogramm auf den Weg. Die Brocken wurden dann jedes Mal von Mitarbeitern des Städtischen Betriebshofs beiseite geräumt“, schildert der Amtsleiter. Bei einer dieser Beräumungen war festgestellt worden, dass der Felssporn, auf dem sich der Aussichtspunkt befindet, stark durch Wurzeltriebe von Bäumen und Sträuchern sowie im Winter durch Eisdruck gelockert ist. Der Aussichtspunkt droht seither, in Teilen auf den Weg zu stürzen. „Daraufhin wurde eine Schadensanalyse vorgenommen und dabei festgestellt, dass die Klippe felsbautechnisch gesichert werden muss“, erklärt Tschage. Das ist keine Kleinigkeit, sondern bedeutet größeren Aufwand.

Die Kosten dieser Sicherung wurden zum damaligen Zeitpunkt – 2013 – mit rund 50 000 Euro eingeschätzt. Der Stadt standen diese Mittel im Haushalt jedoch nicht zur Verfügung. Um seinerzeit Personenschäden auszuschließen, wurden der nur 1,20 Meter breite Weg und der Aussichtspunkt bis zur Felssicherung mit einem Zaun verschlossen. Die Absperrung hat die Stadt aus Mitteln des Straßenunterhalts finanziert. 4 000 Euro hat das gekostet. Die Befahr- und Begehbarkeit des Neißeradweges ist über die Straße an der Obermühle gesichert, betont der Amtsleiter.

Eine Finanzierung durch Umschichtung von Mitteln im Haushalt ist aufgrund der vielen anderen notwendigen Maßnahmen in der Stadt in den zurückliegenden Jahren nicht durchgeführt worden, erklärt Tschage. Gerade das schlägt Frau Reich vor. Sie sagt, dass aus dem Projekt Hotherturm beispielsweise Mittel auf Halde liegen, über deren Verwendung noch nicht diskutiert worden sei. Das Projekt wird wahrscheinlich nicht mehr umgesetzt, da die Kosten von ursprünglich 30 000 Euro auf nunmehr 90 000 Euro angewachsen sind. Frau Reich lässt nicht locker und will das Problem erneut im Stadtrat vortragen und dazu beraten. „Schließlich ist der Neißeradweg vom Osten und vom Norden das Tor zu Görlitz“, begründet sie ihr Engagement.