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Radweg wird für Reparatur gesperrt

Die Strecke auf der ehemaligen Bahntrasse durchs Cunewalder Tal weist Schäden auf. Deshalb rücken Bauleute an. Außerdem soll der Weg verlängert werden.

© Uwe Soeder

Von Katja Schäfer

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Es kommt ganz überraschend: Gerade noch ist der Fahrradreifen über glatten Asphalt gesurrt. Dann holpert er plötzlich über Risse, Buckel und kleine Löcher. An drei Stellen des Radweges auf der ehemaligen Bahntrasse durchs Cunewalder Tal haben sich in den vergangenen Monaten solche Schäden gebildet: zwischen der Peterdörfelstraße und dem Hohlweg in Nähe des Cunewalder Gemeinde- und Bürgerzentrums, etwa 400 Meter hinter dem Sportzentrum in Richtung Löbau sowie am ehemaligen Bahnhof in Obercunewalde.

„Wir sind als Gemeinde für die Unterhaltung des Radweges zuständig. Bei Pflegearbeiten fielen die Schäden auf“, sagt der Bürgermeister Thomas Martolock (CDU). Wie er berichtet, gab es auch einige Hinweise von Radfahrern an die Verwaltung. Man muss allerdings wirklich sehr aufmerksam sein, um die Fehler im Asphalt zu bemerken. In der Nähe vom Gemeinde- und Bürgerzentrum sind es kleine Löcher im Bereich des weißen Randstreifens sowie ein paar vom Rand ausgehende Risse quer zur Fahrbahn. Hinter dem Sportzentrum zeigen sich in der Mitte des Radweges mehrere Risse und kleine Erhebungen. Ähnlich sieht es am Obercunewalder Bahnhof aus.

Der Schachtelhalm soll schuld sein

„Wir wollen vermeiden, dass diese kleinen Schäden sich ausweiten“, begründet Thomas Martolock, warum sich die Gemeinde darum bemüht hat, dass sie behoben werden. Mit Vertretern des Landesamtes für Straßenbau und Verkehr (Lasuv), das für den Bau des Radweges auf der ehemaligen Bahntrasse zuständig war, erfolgte eine Ortsbegehung. Daraufhin habe das Amt entschieden, dass die Schäden im kommenden Jahr behoben werden, berichtet der Bürgermeister. Nicole Wernicke von der Lasuv-Pressestelle bestätigt: „Die Arbeiten sollen voraussichtlich im ersten Halbjahr 2019 ausgeführt werden. Sie dauern rund vier Wochen.“ An den betroffenen Stellen werden sowohl die Deck- als auch die Tragschicht erneuert. Die Kosten sind mit rund 20 000 Euro veranschlagt. Bezahlt werden sie vom Land Sachsen. Während der Bauarbeiten wird der Bahnradweg gesperrt. Die Umleitung erfolgt über die Cunewalder Hauptstraße.

Warum die Trasse, die abschnittsweise zwischen 2011 und 2015 für rund 3,7 Millionen Euro gebaut wurde, Schäden aufweist, ist bisher noch nicht genau klar. Laut Aussagen des Lasuv werden sie von Wurzeln des Schachtelhalms verursacht. An einer Stelle sieht es aber so aus, als würden die Wurzeln in der Nähe wachsender Birken den Asphalt nach oben drücken. Der Cunewalder Bürgermeister hat folgende Theorie: Im ersten Bauabschnitt zwischen Halbendorf/Gebirge und dem Bahnhof Cunewalde sei der grobe Schotter, auf dem einst die Bahnschienen lagen, mit einer speziellen Maschine zerkleinert worden. Dadurch konnte er sehr gut verdichtet werden, bevor der Asphalt aufgebracht wurde. In den weiteren Abschnitten kam die Maschine zwar auch zum Einsatz. „Doch an vielen Stellen befanden sich alte Eisenteile im ehemaligen Gleisbett. Dadurch ging es nicht so gut“, sagt Thomas Martolock. Durch den nicht ganz so stark verdichteten Schotter würden sich nun verschiedene Wurzeln ihren Weg suchen, vermutet er und hofft: „Vielleicht schaffen die Reparaturarbeiten endgültig Klarheit über die Ursache der Schäden“. Nächstes Jahr rücken am Bahnradeweg also Bauleute an, um Ausbesserungen vorzunehmen. Aber wie steht es um die gewünschte Verlängerung der bisher 15 Kilometer messenden Strecke? Gegenwärtig endet sie in Halbendorf/Gebirge an der B 96 und in Löbau an der Ortsumfahrung. Der Ausbau in beide Richtungen ist seit Langem im Gespräch.

Brücke bereitet Probleme

Im Auftrag der Gemeinde Großpostwitz plant derzeit ein Ingenieurbüro die Verlängerung des Radweges von Halbendorf bis Großpostwitz. „Unser Ziel ist es, in einem Jahr so weit vorangekommen zu sein, dass Fördermittel beantragt werden können“, sagt der Großpostwitzer Bürgermeister Frank Lehmann (parteilos). Ein Problem dabei stellt die alte Stahl-Fachwerk-Brücke dar, auf der die einstige Bahnstrecke bei Rodewitz die Spree überquert. Ihre Sanierung ist anspruchsvoll, aufwendig und teuer.

Auch die Stadt Löbau beschäftigt sich mit der Verlängerung des Bahnradweges in die Stadt hinein. „Aktuell ist das Thema Streckenführung aufgrund noch offener Verhandlungen mit Grundstückseigentümern etwas undurchsichtig. Erst wenn genau geklärt ist, wo die Erweiterung entlangführen soll, kann die Planung weitergeführt werden“, sagt der Medienreferent der Stadt, Marcus Scholz. Wie er berichtet, werde derzeit der Ausbau eines vorhandenen Feldweges, der das bisherige Ende des Radweges und die Raststätte an der B 6 verbindet, als beste Variante angesehen. „Allerdings konnte hier bislang keine Einigung mit den Grundstückseigentümern erzielt werden“, teilt Marcus Scholz mit.