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Räte uneins über Tierheimverkauf

43000 Euro hat die Stadt als Kaufpreis veranschlagt. Zu viel, meint der Tierschutzverein. Die SZ hat Riesas Fraktionschefs nach ihrer Meinung gefragt.

© Sebastian Schultz

Von Britta Veltzke

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Riesa. Endlich liegt eine Zahl auf dem Tisch: 43000 Euro sollen die Gebäude in Göhlis kosten, die der Tierschutzverein als Tierheim nutzt (SZ berichtete). Eine solche Summe kann der Verein allerdings nicht aus eigener Kraft aufbringen. Der möchte Eigentümer werden, um besser an Fördermittel zu kommen und, um nicht weiter Geld in Gebäude zu stecken, die ihm gar nicht gehören. Letztlich wird der Stadtrat das letzte Wort haben. Die SZ hat daher die Fraktionschefs um Statements gebeten.

Uta Knebel, die die Linksfraktion im Stadtrat anführt, würde die Gebäude gar nicht erst verkaufen. „Städtisches Grundvermögen sollte nicht verkauft werden. Wenn die Stadt nicht mehr der Eigentümer ist, verlieren wir Gestaltungsspielraum.“ Zudem betrachtet sie das ehemalige Volksgut Göhlis als zusammenhängendes Ensemble, das nicht geteilt werden sollte. „Das heißt aber nicht, dass wir den Tierschutzverein nicht weiter unterstützen müssen. Ganz im Gegenteil.“ Nötig sei eine transparente Kommunikation zwischen Stadt, Stadtrat und dem Verein. „Das ist meine persönliche Meinung. Gelegenheit, mich darüber mit meiner Fraktion zu verständigen, hatte ich bisher noch nicht.“


Eine ganz andere Meinung hat Andreas Näther, Fraktionschef der SPD: „Man muss noch mal über den Preis reden. Immerhin erfüllt der Tierschutzverein mit dem Tierheim eine Pflichtaufgabe für die Stadt.“ Man müsse auch in Betracht ziehen, wie viel Geld der Verein bereits in die Gebäude investiert habe. Als Chef des sozialen Trägervereins Sprungbrett, der ebenfalls ein Stück des Gutes kaufen will, hat er allerdings selbst ein Interesse daran, dass der Preis nicht zu hoch angesetzt wird. Dem ist sich Näther bewusst. „Da bin ich ein stückweit befangen.“

Auch Stefan Schwager, Fraktionschef Freie Wähler/Bürgerbewegung, ist der Meinung, dass die Stadt bei dem Kaufpreis keine „starre Haltung“ annehmen sollte. „Man könnte auch in Richtung Mietkauf weiterdenken.“ Dafür, dass der Tierschutzverein nicht länger in fremdes Eigentum investieren will, hat er Verständnis. „Da geht es einem Verein nicht anders als einem privaten Mieter“, so Schwager.

CDU-Fraktionsvize Steffen Krechlak steht einem Verkauf des Tierheims an den Tierschutzverein offen gegenüber: „Wenn man davon ausgehen kann, dass damit die Chance auf Fördergelder steigt, könnten sich daraus auf lange Sicht Einsparungen für die Stadt ergeben. Und der Verein könnte selbstbestimmter seine Ziele umsetzen.“