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Rätsel um Ausraster im Oberland

Mit Sondereinsatzkommando riegelte die Polizei im Januar in Ebersbach Straßen ab, weil ein junger Mann ausfällig wurde. Die Hintergründe sind noch unklar.

© Matthias Weber

Von Anja Beutler

Ebersbach. Der Polizeieinsatz vom 24. Januar wird den Ebersbachern wohl noch eine Weile im Gedächtnis bleiben: Insgesamt fünf Stunden riegelten die Beamten das Gebiet rund um die Sachsenstraße großräumig ab. Ein 24-Jähriger, der in den Wohnblocks in der Oberlausitzer Straße – nahe von Andert-Oberschule und Kindergarten – wohnt, hatte mit einem Knüppel auf Autos eingeschlagen und andere Bewohner mit dem Tod bedroht. Außerdem hatten Nachbarn Knallgeräusche aus seiner Wohnung vernommen und ihn mit Waffen hantieren sehen.

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Was den jungen Mann zu seiner seltsamen Verhaltensweise trieb, ist bislang noch unklar. „Ein Motiv wurde bisher nicht bekannt“, erklärte Katharina Korch, Sprecherin der Polizeidirektion Görlitz. Auch die Vermutung, der Mann habe möglicherweise unter Drogeneinfluss gehandelt, hat sich nicht bestätigt. Laut Frau Korch habe ein durchgeführter Drogentest nichts dergleichen ausgewiesen. Auch eine psychische Störung oder eine andere gesundheitliche Beeinträchtigung hat man bei der Untersuchung des Mannes offenbar nicht festgestellt: „Er wurde am Folgetag aus der medizinischen Einrichtung entlassen. Es lagen in der Folge keine Voraussetzungen für eine behördlich angeordnete Unterbringung vor“, teilte die Polizeisprecherin auf eine Frage nach seinem Verbleib nach der Festnahme im Januar mit.

Ermittelt wird gegen den Mann aber noch – und die Recherchen und Untersuchungen der Polizei dauern derzeit auch noch an. Ebenfalls noch nicht abgeschlossen ist die Untersuchung der in der Wohnung gefundenen Säbel und Dolche. Die Polizei hatte sie beschlagnahmt, nun muss noch eine Begutachtung erfolgen. „Verbotene Gegenstände im Sinne des Waffengesetzes werden eingezogen“, stellt Frau Korch klar.

Dass der Oberländer der Polizei bereits bekannt war, bestätigte die Sprecherin. Demnach wurde gegen ihn wegen Verstößen gegen das Betäubungsmittelgesetz und Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte ermittelt. Aktuell wird ihm Störung des öffentlichen Friedens durch das Androhen von Straftaten vorgeworfen. Der große Einsatz im Oberland, der aus Sorge um die Sicherheit der Anwohner angeordnet wurde, „erfolgte im Rahmen des gesetzlichen Auftrages der Sächsischen Polizei“, hieß es von der Polizeidirektion und wird demnach wohl aus Steuergeldern finanziert. Die Polizisten hatten den Mann mithilfe seiner Mutter nach langen Gesprächen zur Aufgabe bewegen können. Er wollte lange Zeit nicht aus seiner Wohnung kommen, wo er sich verschanzt hatte.

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