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Sachsen

Rätselhaftes Verschwinden einer Studentin

Eine 23-Jährige aus Leipzig brach vor zwei Wochen zu einem Möbelhaus auf. Seitdem fehlt von ihr jede Spur.

Yolanda Klug aus Leipzig wird seit zwei Wochen vermisst.
Yolanda Klug aus Leipzig wird seit zwei Wochen vermisst. © Polizei

Von Sven Heitkamp

Leipzig. Ein rätselhafter Vermisstenfall beschäftigt jetzt Öffentlichkeit und Ermittler in Leipzig: Die 23-jährige Studentin Yolanda Klug, die als ausgesprochen zuverlässig und freundlich gilt, ist seit dem 25. September spurlos verschwunden. 

Am Dienstag suchte die Polizei mit einem Großaufgebot nach der Vermissten in Günthersdorf bei Leipzig. Die junge Frau hatte an jenem Mittwoch vor 13 Tagen gegen 15 Uhr ihre Wohngemeinschaft in der Körnerstraße in der Leipziger Südvorstadt verlassen, um mit öffentlichen Verkehrsmitteln zum Möbelhaus Ikea nach Günthersdorf zu fahren. Sie wollte unter anderem Gardinen und Blumentöpfe kaufen und später mit einer Freundin zu einer Hochschulveranstaltung nach Halle fahren. 

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Doch seither gibt es kein Lebenszeichen mehr von ihr. Auf Videoaufzeichnungen ist sie nach Auskunft der Ermittler nicht entdeckt worden, da die Bänder von Straßenbahnen und Bussen nach 24 Stunden gelöscht werden. Auch das Handy konnte nicht von der Polizei geortet werden, da es seit einer Weile nicht mehr in Betrieb ist. Ob die Studentin überhaupt in Günthersdorf angekommen ist, ist daher ungewiss.

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Noch immer gibt es kein Lebenszeichen von Yolanda Klug aus Leipzig. Eine Straftat kann nicht ausgeschlossen werden.

Hatte sie gesundheitliche Probleme?

Zunächst vermutete die Polizei vor allem eine gesundheitliche Ursache ihres Verschwindens, da die Studentin an unvorhersehbaren, kurzzeitigen Ohnmachtsanfällen leidet, deren Ursache nicht medizinisch untersucht ist. Wie jetzt bekannt wurde, hat allerdings auch die Staatsanwaltschaft Leipzig seit dem 1. Oktober ein Ermittlungsverfahren eingeleitet. „Wir ermitteln in alle Richtungen und können eine Straftat nicht ausschließen“, sagt Behördensprecher Andreas Ricken. Dieser Schritt sei gemeinsam mit der Polizei entschieden worden, da die Staatsanwälte mehr Befugnisse haben als die Polizei. Für die Einleitung des Ermittlungsverfahrens hätten die Dauer und die Umstände des Falles gesprochen, sagte der Sprecher, ohne Details zu nennen.

Die junge Frau stammt aus Baden-Württemberg und studiert an der Hochschule HTWK Architektur. Familie und Freunde suchen seit ihrem Verschwinden intensiv nach Yolanda. Der Vater trat auch in der MDR-Sendung „Kripo live“ auf. Dennoch gingen bislang keine entscheidenden Hinweise bei der Polizei ein. Die 23-Jährige ist etwa 1,65 Meter groß, hat dunkelblondes, mittellanges Haar, ein Nasenpiercing und eine athletische Gestalt.

Im Sommer vorigen Jahres war die Leipziger Studentin Sophia L. beim Trampen von einem marokkanischen Fernfahrer getötet worden. Er wurde im September zu einer lebenslange Haftstrafe verurteilt. Im damaligen Fall hatte die Familie eine großangelegte Suche organisiert. (svh)

Fahndungsaufruf der Polizei