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Rätselraten um die Zukunft des Torhauses

© Sven Ellger

Es wird wieder gebaut im früheren Standesamt am Palaisplatz. Doch was genau gemacht wird, verrät der Eigentümer nicht.

Von Simone Burig

Ein Baugerüst ist am Torhaus am Palaisplatz angebracht. Die Fenster sind mit Holzplatten verriegelt. Im Innern brennt Licht. Der Putz ist von den Wänden geschlagen, eine neue Wand gemauert worden. Drinnen ist das Stimmengewirr der Arbeiter zu hören. Vor dem Haupteingang steht ein Container mit Bauschutt. Holzpaletten liegen aufeinandergestapelt da. Eine provisorische Lüftungsanlage ist aufgebaut. Am Dach wurden neue Verblendungen und eine neue Dachrinne angebracht. Ganz offensichtlich tut sich etwas in dem Gebäude. Seit drei Jahren gehört es dem Rechtsanwalt Andreas Zwipf. Doch der möchte auf Anfrage keine Auskünfte darüber geben, was derzeit gemacht wird, wie es mit dem Gebäude überhaupt weitergeht. Auch die beteiligten Firmen, eine Tischlerei und ein Hoch- und Tiefbau-Unternehmen, halten sich bedeckt und äußern sich auf Nachfrage nicht. Einzige Aussage des Bauleiters: Man werde zu gegebener Zeit mehr erfahren. Wann das sein wird, bleibt allerdings offen.

Hoffnung, dass in das 1829 gebaute Torhaus bald wieder Leben einziehen wird, gab es zuletzt im November 2011. Damals hatte Zwipf die Immobilie von Investor Arturo Prisco gekauft. Bereits zu dieser Zeit gab es eine Baugenehmigung für Sanierung und Umbau, erzählte Zwipf damals. Das historische Gebäude sollte eine Art Event-Location werden: Das Bauaufsichtsamt der Stadt hatte eine Genehmigung für eine Diskothek erteilt. Bis zu 200 Personen sollten in dem Haus tanzen und feiern. Zwipf ging davon aus, dass in kürzester Zeit mit dem Ausbau begonnen werden könne. Innerhalb weniger Monate sollte alles fertig sein. Für Frühjahr 2012 hatte der Eigentümer die ersten Tanzpartys und privaten Feiern angekündigt. Weil bis 1994 in dem Gebäude auch geheiratet wurde, sollten dort wieder Trauungen stattfinden. Außerdem seien kleinere Tagungen denkbar, so der Eigentümer im November 2011.

Doch seitdem ist nichts Nennenswertes passiert. Kleinere Ausbesserungen wurden gemacht. Die Baugerüste, die zwischenzeitlich aufgestellt waren, wurden wieder entfernt, das Gebäude schließlich sich selbst überlassen. Dass jetzt wieder gebaut wird, dürfte viele Dresdner freuen. Doch die müssen erst einmal abwarten, bis Andreas Zwipf seine Pläne offenlegt.