merken

Räuber vom Neißeradweg verurteilt

Die zwei wegen Raub angeklagten Polen erhalten vor Gericht eine Bewährungsstrafe. Viele Fragen bleiben offen.

© David Ebener/dpa

Von Mario Heinke

Zittau. In der Hauptverhandlung am Donnerstag sind zwei Polen aus Sieniawka verurteilt worden. Der jüngere der beiden, 31 Jahre alt, wurde wegen gemeinschaftlichem Raub in Tateinheit mit Körperverletzung auf dem Neißeradweg am 24. April 2014 zu einem Jahr und sechs Monaten verurteilt. Sein Landmann, 32 Jahre alt, bekam für dieselbe Tat und einen Diebstahldelikt in Hartau, bei dem er einen Traktor aus einer Garage stahl, zwei Jahre Freiheitsentzug. Beide Strafen setzte das Amtsgericht Zittau für drei Jahre zur Bewährung aus, die sechsmonatige Untersuchungshaft nach der Auslieferung nach Deutschland wurde dabei angerechnet.

Anzeige
Sachsen krempelt die #ärmelhoch
Sachsen krempelt die #ärmelhoch

Die Corona-Schutzimpfung ist gestartet. Zunächst allerdings nur für Menschen, die zur Gruppe der höchsten Priorität gehören.

Den ersten Raub auf dem Neißeradweg am 24. April 2014, bei dem ein Rentnerehepaar aus Zittau ausgeraubt und verletzt wurde, gestand der jüngere Täter. Vermutlich deshalb, weil das Landeskriminalamt am T-Shirt des Opfers seine DNA zweifelsfrei nachweisen konnte. Im Gerichtssaal beschuldigte er nach dem Geständnis seinen Landsmann als Mittäter. Der Beschuldigte stritt jedoch jede Beteiligung ab. Für den zweiten Überfall auf dem Neißeradweg am 4. Juni 2014, bei dem die Geschäftsführerin der Zittauer Stadtentwicklungsgesellschaft beraubt wurde, konnte das Gericht keine wirklichen Beweise vorlegen, stützte sich aber auf Zeugenaussagen von Leuten aus dem polnischen Straftätermilieu, die auf Hörensagen basieren. Auch eine ehemals Drogensüchtige schilderte dem Gericht, dass sie „gehört habe“, dass der 32-Jährige sich mit den Überfällen im Bekanntenkreis gebrüstet hätte. Auch die Aussagen zwei weiterer Zeugen aus Polen, die nicht vor Gericht erschienen, aber den 32 Jahre alten Angeklagten belasten, wurden verlesen.

Das Urteil gegen den 31-Jährigen ist rechtskräftig, weil sein Anwalt Gregor Janik unmittelbar nach der Verhandlung den Verzicht auf Rechtsmittel erklärte. Anders entschied sein Kollege, Rechtsanwalt Arnold Fetzer, der gegen das Urteil seines Mandanten Rechtsmittel einlegen möchte. Er hält die Beteiligung am Raubüberfall für nicht erwiesen, den Traktordiebstahl hatte der Pole aber zugegeben. Zur Entscheidung des Gerichts, das im Fall des Älteren sehr auf Indizien fußt, muss man wissen, dass dem Traktordieb ein weiteres Verfahren bevorsteht. Er soll der dreiköpfigen Diebesbande angehört haben, die am 26. Juli 2016 einen Anhänger bei der Spedition Binsch in der Dresdner Straße stahl und auf der Flucht einen spektakulären Unfall auf der Kreuzung Goldbachstraße/Äußere Weberstraße verursachte.