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Ran an die süßen Früchtchen

Im Landkreis sind die Erdbeeren schon reif. Und Selbstpflücker sind herzlich willkommen.

© Steffen Unger

Von Jana Ulbrich

Bautzen. Was für herrliche Früchte! Monika Heine ist begeistert: „So groß, süß und saftig waren die Erdbeeren schon lange nicht mehr.“ Früh um halb acht ist sie mit ihrem Mann schon auf den Beinen im Erdbeerfeld in Cannewitz. Die ersten fünf Kilo haben sie bereits nach einer Viertelstunde im Korb. So viel wollten sie eigentlich gar nicht pflücken, aber bei diesen superschönen Beeren? Da holen sie sich doch gleich noch mal zwei leere Körbe.

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Die polnischen Erntehelfer pflücken schon seit früh um fünf. Jeden Tag kommen sie zu fünft aus Zgorzelec auf die Plantage von Obstbauer Martin Wahode im Demitz-Thumitzer Ortsteil Cannewitz. Der 36-Jährige ist sehr zufrieden mit seinen Saisonkräften. „Sie sind immer pünktlich und zuverlässig“, lobt er. Er zahlt ihnen Mindestlohn. „Nur weil sie so viel leisten, rechnet sich das auch“, sagt er.

Die Erntehelfer pflücken die Erdbeeren gleich vom Feld in handelsübliche 500-Gramm-Schalen. Die Schalen stehen auf einem schmalen Tragebrett Marke Eigenbau, das genau zwischen die Zeilen passt. Auf jedes Brett passen sechs Schalen. So müssen die Früchte nur einmal angefasst und nicht noch mal umsortiert werden. Das spart Zeit und Handgriffe. Denn Zeit ist Geld für die Erdbeerbauern.

Hier gibt’s die süßen Früchtchen

Cannewitz

Wo? Bei Obstbauer Martin Wahode in Cannewitz (in Rothnaußlitz einfach dem Schild folgen).

Wann? Täglich von 7 bis 18 Uhr, auch am Wochenende.

Preise. Selbst gepflückt für 3 Euro pro Kilo; fertig gepflückte Früchte kosten 5 Euro je Kilogramm.

Bautzen-Stiebitz

Wo? Auf der Plantage von Matthias Domanja an der Dresdener Straße in Bautzen-Stiebitz (Ortsausgang).

Wann? Täglich von 7 bis 17 Uhr, am Sonntag nur bis 12 Uhr.

Preise. Ein Kilo selbst gepflückte Erdbeeren kostet 3,50 Euro, ein Kilo fertig gepflückte Früchte 5 Euro.

Bischofswerda

Wo? Auf dem Feld des Lehnguts Kaschwitz am Ortsausgang in Richtung Putzkau Neustädter Straße).

Wann? Täglich von 7 bis 18 Uhr, am Sonntag nur bis 12 Uhr.

Preise. Selbst gepflückte Erdbeeren kosten 2,70 Euro pro Kilo, fertig gepflückt in 2,5 kg-Körben 13 Euro.

Großnaundorf

Wo? Auf dem Feld des Lehnguts Kaschwitz am Fuße des Keulenbergs in Richtung Oberlichtenau.

Wann? Täglich von 7 bis 18 Uhr, am Sonntag nur bis 12 Uhr.

Preise. Selbst gepflückte Erdbeeren kosten 2,70 Euro pro Kilo, fertig gepflückt in 2,5 kg-Körben 13 Euro.

Schirgiswalde

Wo? Bei Obstbauer Bernhard Stolle an der Bauernstraße in Schirgiswalde.

Wann? Täglich von 7 bis 18 Uhr, sonnabends nur bis 16 Uhr. Sonntag ist Ruhetag.

Preise. Selbst gepflückt für 3,50 Euro pro Kilo; fertig gepflückte Früchte kosten 5 Euro je Kilogramm.

Kaschwitz

Wo? Auf den Feldern des Lehnguts Kaschwitz am Ortseingang von Kaschwitz aus Richtung Panschwitz.

Wann? Täglich von 6 bis 18 Uhr, am Sonntag nur bis 12 Uhr.

Preise. Selbst gepflückte Erdbeeren kosten 2,70 Euro pro Kilo, fertig gepflückt in 2,5 kg-Körben 13 Euro.

Gelenau

Wo? Auf dem Feld der Agrargenossenschaft Lückersdorf/Gelenau an der S95 in Gelenau (direkt am Ortseingang aus Richtung Kamenz).

Wann? Täglich von 6 bis 18 Uhr, sonntags von 7 bis 12 Uhr.

Preise. Selbst gepflückt je Kilo für 3,10 Euro; fertig gepflückt 5,40 Euro.

Weixdorf

Wo? Auf dem Feld am Hofladen Weixdorf, Pastor-Roller-Straße 42. Zufahrt auch über die Straße Am Promigberg (ist ausgeschildert).

Wann? Täglich von 7 bis 18 Uhr.

Preise. Selbst gepflückte Erdbeeren je Kilo für 3,35 Euro.

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Kurz nach acht lädt Martin Wahode die Stiegen mit den frisch gepflückten Beeren in seinen Kleintransporter. Spätestens um neun will er sie abgeliefert haben in den verkaufsstellen in Demitz-Thumitz und Bischofswerda. Rund 300 Kilo pflücken die Erntehelfer jeden Tag. Er muss sie möglichst auch am gleichen Tag verkaufen.

Rund 200 Kilo holen sich die Selbstpflücker vom Feld. Das ist Wahode sogar noch lieber. Selbstpflücken ist wieder im Kommen, hat er festgestellt. Seit er an der Landstraße nach Bischofswerda sein großes Schild aufgestellt hat, kommen die Kunden bereits zuhauf. Martin Wahode lässt die Selbstpflücker zuerst in die Reihen, in denen die Erntehelfer an diesem Morgen noch nicht waren. Der reichliche Ertrag macht die Erntelust dann noch größer.

Rund zwei Wochen früher als sonst hat die Erdbeer-Saison in diesen Tagen überall im Kreis Bautzen begonnen. Und wenn Petrus keinen Starkregen oder Hagelschauer schickt, stattdessen baldmöglichst einen schönen langsamen Landregen, dann könnte es in dieser Saison auch eine gute Ernte werden. Ein Landregen wäre dringend nötig, sagt Wahode. Auch wenn der gute Lößlehm-Boden, auf dem seine Pflanzen stehen, die Feuchtigkeit bisher noch ausreichend speichern konnte. Andernorts, wie auf den Plantagen von Bernhard Stolle in Schirgiswalde oder vom Lehngut Kaschwitz in Bischofswerda, macht die Trockenheit den Pflanzen bereits zu schaffen.

Auf mehr als 30 Hektar werden im Kreis Bautzen Erdbeeren angebaut und vor allem zum Selbstpflücken angeboten – auch wenn der Obstanbau ein wirtschaftlich immer schwierigeres Geschäft geworden ist. Mit Supermarktpreisen können die Obstbauern der Region nicht mithalten. Dafür mit Frische und bester Qualität.