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Randalierer zerstören Geldkassetten im Irrgarten

Die Täter ließen auch eine Überwachungskamera mitgehen. Aufnahmen gibt es trotzdem.

© Uwe Soeder

Von Kerstin Fiedler

Kleinwelka. In diesem Jahr scheint Irrgarten-Chefin Regina Frenzel das Pech gepachtet zu haben. Oder aber Feinde, die ihr als Betreiberin des Irrgartens in Kleinwelka schaden wollen. Wie anders, so fragt sie, ist zu erklären, dass am Sonnabend erneut im Irrgarten eingebrochen wurde? „Reicht es nicht, dass im Januar das Kassengebäude abgefackelt wurde?“, fragt sie enttäuscht.

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Seit der Irrgarten mit verändertem Eingangsbereich Ende März wiedereröffnete, ist es bereits das dritte Mal, dass dort eingebrochen wurde. Regina Frenzel vermutet, dass es immer dieselben Täter waren. Dieses Mal war es noch relativ hell, als die Überwachungskamera ihre letzten Bilder aufgenommen hat. Obwohl die Randalierer aus einem Schuppen die dort eingebaute Kamera mitgenommen haben, liegen die Aufnahmen vor, denn sie wurden extern gespeichert. „Ich habe aus vergangenen Einbrüchen gelernt“, sagt Regina Frenzel. Doch die Einbrecher haben nicht nur die Kamera mitgenommen. Sie zerstörten den Münzeinwurf am Toilettenhäuschen. „Das ist eine wirklich feste Blechtür“, sagt Regina Frenzel. Nun können die Toiletten erst einmal nicht genutzt werden. Außerdem hatten es die Täter auf die Kasse des Vertrauens abgesehen. „Ob da etwas drin war, weiß ich nicht“, sagt Regina Frenzel. In der Box der Seilbahn haben die Täter jedenfalls nichts gefunden, denn die war leer. „Dennoch mussten wir erst einmal alles reparieren, denn in ihrer Zerstörungswut haben sie auch die Elektrik beschädigt.“ Am Montag konnten die Besucher die Seilbahn aber wieder nutzen.

Polizei rät von eigenen Ermittlungen ab

Regina Frenzel ist fassungslos. „Was soll ich denn noch tun? Ich kann das Gelände doch nicht einzäunen, schließlich führt ein Wanderweg dort entlang, und wir müssen manchmal auch mit großen Fahrzeugen an die Hecken“, sagt sie. Auch eine Sicherheits-Firma würde wohl nicht viel ausrichten können, da das Gelände so weitläufig ist. Als die Irrgarten-Chefin den Vorfall im sozialen Netzwerk Facebook öffentlich machte, bekam sie viel Zuspruch. Allerdings auch einen Hinweis auf die neue Datenschutzverordnung. „Wenn diese Leute nicht die Täter sind, können sie sich ja bei mir melden“, findet Regina Frenzel. Außerdem seien die Menschen auf den Aufnahmen nur von hinten zu erkennen. Und es ist eindeutig, dass sie sich außerhalb der Öffnungszeiten auf Privatgelände befinden, sagt sie. Völlig überrascht waren die Mitarbeiter des Irrgartens, als sie Montag früh die entwendete Überwachungskamera hinter das Gitter des Kassenhäuschens geklemmt vorfanden.

Den Facebook-Beitrag hat Regina Frenzel derweil am Montagmittag wieder gelöscht. „Die Polizei hat mich dazu aufgefordert, da das für die Ermittlungen nicht hilfreich ist“, erklärt sie und hofft zugleich, dass nun tatsächlich mal jemand geschnappt wird. Denn auch die Ermittlungen nach dem Brand im Januar, als der gesamte Eingangsbereich mit Kassenhäuschen, Lager und Aufenthaltsraum zerstört wurde, laufen noch.

Mittlerweile kamen per Post neue Überwachungskameras. Die brachte Regina Frenzel am Montag gleich an. Sie sagt, dass sie beim Brand im Januar unter Schock stand. Aber jetzt ist sie nur noch sauer. „Wir müssen wegen solchen Leuten ständig reparieren oder aufräumen und kommen nicht zu dem, was wir eigentlich zu tun haben“, sagt sie. „Diese Typen lassen sich aber auch von gar nichts abschrecken.“ Zum Glück, so Regina Frenzel, kommen wenigstens die Besucher.