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Randfichten fahren auf Radeberg ab

Das Geheimnis ist gelüftet: Die Erzgebirgs-Musiker kommen zum Abschlusskonzert des Bierstadtfestes.

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© Thorsten Eckert

Von Jens Fritzsche

Sie werden in jedem Fall mit dem Zug nach Radeberg kommen – „denn in eine Bierstadt fährt man doch nicht mit dem Auto“, sagt Michael Rostig augenzwinkernd. Er und seine Musiker-Kollegen Marion Frank und Thomas Lauterbach sind die bekannte Erzgebirgs-Band „de Randfichten“ und werden in diesem Jahr das von der Radeberger Brauerei präsentierte Abschlusskonzert des Bierstadtfestes am 21. Juni bestreiten.

Gestern schauten sich die drei schon mal in der Brauerei um und auch den Radeberger Bahnhof an – passend zu ihrem Hit „Steig ei, mir fahr‘n in de Tschechei“. Denn von Radeberg aus geht’s ja per Zug über Zittau bis ins tschechische Liberec … Und natürlich werden die Randfichten auch dieses Lied mit dabei haben, wenn sie gut zwei Stunden lang die Bierstadt „rocken“ werden. Nicht zu vergessen, auch ihren Mega-Hit vom „Holzmichl“. Der lebt ja bekanntlich immer noch – auch, wenn die Band einen seh- und hörbaren Umbruch hinter sich hat. Denn vor einem Jahr hatte Sänger Thomas Unger plötzlich seinen Rückzug erklärt. Also mussten sich die beiden verbliebenen Randfichten nach einem neuen Sänger umschauen – und sagten sich, „wenn wir schon umbrechen, dann richtig“, stellt Michael Rostig schmunzelnd klar. Und so trat im Juni 2014 mit Marion Frank nun eine Sängerin ans Mikrofon. „Die Fans haben mich super angenommen und wir drei passen bestens zusammen“, ist sie begeistert. Und natürlich bringt sie auch neue Ideen mit ein – was auch in Radeberg schon zu hören sein wird, verrät Thomas Lauterbach: „Wir arbeiten derzeit an einer neuen CD, von der wir auch schon einige Lieder in Radeberg spielen werden!“

Eigenen Stil entwickelt

Aber natürlich werden die Randfichten auch weiterhin hörbar Randfichten bleiben. „Wir haben ja über die Jahre einen ganz eigenen Stil entwickelt, den wir weiterführen“, unterstreicht Michael Rostig – der ja bekanntlich nicht nur den größten Erfolg der Band, den „Holzmichl“, singt, „sondern ich bin der Holzmichl“. Die Sache geht dabei auf die Studentenzeit im damaligen Karl-Marx-Stadt zurück. Wie das so ist, saßen die Studenten immer mal beim Bier zusammen (vielleicht sogar einem Radeberger?), „und eine Kommilitonin hat mir dann die Geschichte vom Holzmichl erzählt“, verrät Michael Rostig. Die Geschichte ist ja eine schon seit langer Zeit überlieferte, „aber ich habe ja Akkordeon gespielt und habe dann daraus ein längeres Lied gemacht, weil ich die Sache immer wieder erzählen und spielen musste – und weil ich damals auch mal davon erzählt hatte, dass ich zu Hause im Winter Holz für den Ofen schlagen muss, war ich irgendwann für alle der Holzmichl …“

Und seit 1992, seit es die Randfichten gibt, gehört nun auch immer dieses Lied dazu. „2004 kam eine Plattenfirma auf uns zu und sagte, wir sollten das Lied mal radiotauglich produzieren … Die „Randfichten gingen ins Studio und kamen mit einem echten Mega-Kracher wieder heraus, der ihnen sogar den begehrten Musikpreis „Echo“ einbrachte. „Fast drei Jahre lang waren wir damit ganz oben auf dem Berg – aber wir als Erzgebirger wissen natürlich, dass es von einem Berg auch mal wieder runtergeht“, sagt Thomas Lauterbach. Und weil sie das wussten, konnten sie auch damit umgehen, dass der Hype irgendwann nachließ. „Wir sind ja bodenständige Typen, machen bodenständige Texte, da wirft uns nichts um“, schiebt er gleich noch hinterher. Und weil das so ist, halten ihnen die Fans die Treue. Sie reisen den Randfichten hinterher, gut ausgestattet mit Utensilien, um die Hits der Band auch optisch zu unterstützen. Grüne Klöße aus gefärbten Tennisbällen, eine tschechische Fahne für die „Tschechei-Fahrt“ oder frisch gesammelte Pilze für den „Schwammel“-Song.

Große Party auf dem Markt

Nun wird sie also auch auf dem Radeberger Marktplatz steigen, die große Randfichten-Party zum Abschluss des Bierstadtfestes! Und die Brauerei wird sicher auch das eine oder andere Bier spendieren – wenn sie schon mal mit dem Zug nach Radeberg kommen …