Teilen:

Rasant am Rewe

© Matthias Schumann

Der Bau des neuen Marktes in Pulsnitz geht voran. Es bleibt bei der Eröffnung im September.

Von Reiner Hanke

Pulsnitz. Es ist derzeit eng bei Rewe-Petz in Pulsnitz. Auf dem neuen Parkplatz steht ein blauer Kran und liftet Dachbleche zu den Arbeitern in luftiger Höhe. Ein Großlaster liefert unterdessen Getränke an, ein paar Kunden wollen einparken. Und das Wichtigste: Auf dem alten Parkplatz entsteht der neue Markt, während im Altbau der Geschäftsbetrieb läuft. Es ist derzeit manchmal ein logistisches Kunststück das alles unter einen Hut zu bringen.

Dabei staunen auch die Kunden, wie schnell der neue Markt emporwächst: „Das glaubste kaum“, rufen sich zwei Männer im Vorbeigehen am Markt zu. Dessen Leiter Uwe Meinert war selbst nur ein paar Tage außer Haus und sagt: „Das ist rasant.“ Muss es auch, denn der Bauplan ist sportlich: Im September soll der neue Markt eröffnen. Wann, das stehe noch nicht genau fest, sagt Marktleiter Uwe Meinert, auf jeden Fall an einem Donnerstag. Er dankt vor allem der Kundschaft für ihre Geduld. Denn der Bau bringe schon einige Einschränkungen mit sich. Vor allem durch den begrenzten Parkraum. Klar gebe es auch mal Grummeln, aber im Wesentlichen seien die Leute zum Glück verständnis- und erwartungsvoll: „Sie sehen ja auch, dass es hier richtig zur Sache geht.“ Parallel zum Neubau soll auch schon damit begonnen werden weitere Parkflächen zu schaffen. Denn spätestens wenn der neue Markt seine Türen öffne, dann reiche der jetzt vorhandene Parkraum garantiert nicht mehr. Nur noch rund drei Monate sind bis dahin.

100 Tieflader mit Bauteilen

Der Baukörper ist immerhin komplett fertig. In den vergangenen acht Wochen rollten an die 100 Tieflader an, um die rund 400 Fertigbauteile für die Außenhülle des Markts anzuliefern, schätzt Falk Borgwardt ein, der Polier der Radeburger Baufirma Otto Quast. Immerhin bringt es der Markt auf 76 Meter an der längsten Kante und eine Breite von 35 Meter. Der Vorarbeiter hat Erfahrung mit diesen Märkten. Drei in Sachsen hat Quast bereits umgebaut. Aber dieser ist als kompletter Neubau doch etwas anderes, schätzt Uwe Meinert ein. 6,5 Millionen Euro nehme die Rewe-Petz-Gruppe in die Hand. Das sei nicht selbstverständlich in der heutigen Zeit. Der Pulsnitzer Markt war der erste von Rewe-Petz in Sachsen und ist nun auch der Erste, der nach mehr als 25 Jahren durch einen Neubau ersetzt werde. Das erwies sich letztlich als die wirtschaftlichere Variante, nach dem ursprünglich auch ein Umbau geplant war. Für den Neubau wird jetzt geklotzt. Und das im wahrsten Sinne des Wortes. Fertigteile mit gigantischen Ausmaßen mussten bewegt werden – bis 20 Tonnen schwer zum Beispiel die Wandelemente. Und Dachbalken aus Beton von 27 Metern Länge. Auf denen ruht das Dach. An dem arbeiten die Handwerker derzeit, geschlossen ist es schon fast. Auch die Dämmung ist schon drauf. An der arbeiten die Bauleute derzeit auch an den Außenwänden und sind schon bald rum. Später werden sie verputzt und sind nicht mehr zu sehen.

Umweltfreundlicher Marktbetrieb

Unweit des derzeitigen Markteingangs haben die Bauleute ihren Zugang in den Rohbau. „Wir stehen hier im künftigen Anlieferungsbereich“, erklärt Falk Borgwardt. In den Räumen links werden später Tiefkühlzellen stehen und der Vorbereitungsbereich fürs Fleisch einziehen. Ganz oben ist ein weiterer Raum auszumachen, für die Klima- und Lüftungstechnik. Mit dem neuen Markt will die Handelskette energetisch neue Wege gehen. Geheizt werde beispielsweise nicht mehr mit Öl oder Gas, sondern ausschließlich mit der Abwärme der Kühltechnik. „Es wird ein Objekt ohne Ausstoß des Klimagases Kohlendioxid“, versprechen die Planer.

Im künftigen Verkaufsraum planieren Straßenwalzen an dem Tag den Untergrund. Mitte dieser Woche haben die Bauleute den ersten Teil der Bodenplatte im künftigen Verkaufsraum gegossen. Mitte kommender Woche soll der Betonboden komplett fertig sein. Auch am künftigen Foyer beginnen in diesen Tagen die Außenarbeiten. Das bekommt zuerst ein Aluminiumskelett als Unterbau und wird dann verglast, erklärt Falk Borgwardt, während draußen am Bauzaun ein Passant verweilt. Zaungäste ist der Polier gewohnt. Dann klicken auch Kameras und Marktkunden zücken die Handys oder fragen auch mal neugierig. Dabei steht eine Frage ganz oben: „Wann öffnet der neue Markt.“ Und die ist eben noch nicht so genau zu beantworten.