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Rasenball drängt an Leipzigs Rand

In Sachsen entstehen drei neue Stadien für Profifußball. Ein viertes könnte dazukommen. Es wäre das teuerste.

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© dpa

Von Thilo Alexe

Sachsen ist ein Fußballland mit Aufsteigern. Erzgebirge Aue schaffte es wieder in Liga zwei. Und dem FSV Zwickau gelang nach 18 Jahren die Rückkehr in den Profifußball, in der kommenden Saison spielt die Mannschaft in der dritten Liga.

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In beiden Städten werden neue Stadien gebaut. In Aue entsteht derzeit auf dem Gelände des Sparkassen-Erzgebirgsstadions eine neue Arena für rund 20 Millionen Euro. Eine ähnlich hohe Summe wird im Zwickauer Stadtteil Eckersbach verbaut. Und Chemnitz eröffnet an diesem Samstag das für rund 27 Millionen Euro neu gefasste Stadion an der Gellertstraße.

In Leipzig könnte Umfangreicheres entstehen. Der neue Erstligist Rasenball (RB) Leipzig liebäugelt mit einer Arena, deren Kosten und Fassungsvermögen die der drei anderen sächsischen Neubauten zusammengenommen überschritte. Rund 300 Millionen Euro könnten fließen für ein Stadion, das bis zu 70 000 Zuschauern Platz bieten soll.

Keine Frage: Die Rasenballer denken groß. Sie haben ganz offenkundig den langfristigen Erstligaverbleib im Sinn. Und dafür ist das modernisierte Zentralstadion, das mittlerweile Red-Bull-Arena heißt, wohl nur bedingt geeignet.

„In vielen Bereichen ist das Stadion nicht auf dem neuesten Stand und für eine dauerhafte Nutzung im Ligabetrieb nicht optimal“, sagte der RB-Vorstandsvorsitzende Oliver Mintzlaff dem Kicker. Das Blatt nennt auch die Summe von 300 Millionen Euro. Damit wäre Leipzig zumindest stadiontechnisch beinahe auf Augenhöhe mit dem Rekordmeister Bayern München. Die Allianz-Arena in Fröttmaning kostete rund 345 Millionen Euro.

Dem Rasenballklub, der vom österreichischen Getränkehersteller Red Bull gesponsert wird, geht es um größeres Fassungsvermögen (derzeit 43 000 Plätze), den Ausbau des finanziell wichtigen VIP-Bereichs und die Anbindung. Der Neubau am Stadtrand soll mit Auto und öffentlichen Verkehrsträgern erreichbar sein. Parkchaos und Staus wie jetzt rund um das zentral gelegene Stadion wären dann passé.

Der von dem Österreicher Dietrich Mateschitz gegründete Red-Bull-Konzern hat ganz offensichtlich die finanzielle Kraft, um so ein Projekt zu stemmen. Der Kicker berichtet von einer Machbarkeitsstudie und der internen Erkenntnis, dass eine neue Heimat sinnvoll ist. Die Zeit drängt. Der Mietvertrag für die Red-Bull-Arena läuft 2020 aus. Ohne Kündigung 2019 verlängert er sich aber bis 2025.