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Rassismus ist ein schleichendes Gift

Die Internationalen Wochen gegen Rassismus haben am Montagabend ihren Auftakt in Dresden gefeiert. In rund 140 Veranstaltungen geht es um den Umgang mit Migranten.

© dpa

Von Christoph Springer

Dresden. Mehrere Frauen mit Kopftüchern stehen an einer Haltestelle. Der Bus kommt, aber der Fahrer lässt sie zunächst nicht einsteigen. Ein Beispiel für Alltagsrassismus aus Dresden. Oberbürgermeister Dirk Hilbert (FDP) berichtete am Montag von dieser Begebenheit. Er sagte nicht dazu, um was für einen Bus es sich handelte. „So etwas ärgert mich massiv“, stellte Hilbert fest. „Ängste abbauen und neugierig sein“ sollten die Dresdner beim Umgang mit Migranten.

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Zum Ende der Osterferien findet am 26. April 2019 der Entdeckertag des Verkehrsverbundes Oberelbe (VVO) statt.

Dazu wollen auch die bundesweiten Internationalen Wochen gegen Rassismus beitragen. Im Rathaus wurden sie am Abend eröffnet. Mit dabei: Ex-DFB-Präsident Theo Zwanziger, Vorstandsmitglied der Stiftung für die Veranstaltung. „Rassismus ist ein schleichendes Gift“, sagte der ehemalige Fußballpräsident. Dagegen wendet sich die Veranstaltung mit bundesweit 2 000 Programmpunkten. „Das ist mir nicht genug“, stellt Zwanziger fest und lenkte den Blick darauf, dass es in Deutschland allein 26 000 Fußballvereine gibt. Auch dort könnte mehr gegen Alltagsrassismus getan werden, gab Theo Zwanziger damit zu verstehen.

Dresden haben die Veranstalter für ihren Auftakt gewählt, weil das Programm in keiner anderen Stadt so umfangreich ist wie hier, sagte Jürgen Micksch, Vorstand der Anti-Rassismus-Wochen. Es sind rund 140. Außerdem spielte Pegida eine Rolle bei dieser Entscheidung. „Wir wollten dorthin, wo solche Gruppierungen besonderes Gewicht haben“, begründete er diese Wahl weiter.

Die Aktionswochen stehen unter dem Motto „100 Prozent Menschenwürde. Zusammen gegen Rassismus“. Sie enden in Dresden am 6. April mit einer Gedenkveranstaltung für Jorge Gomondai. Er starb am 6. April 1991 an den Folgen einer rassistischen Attacke.

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