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Rathaus hat nichts für Ladenprämie übrig

Die Stadtverwaltung lehnt es ab, Zuschüsse an Ladengründer zu zahlen.

© dpa

Von Britta Veltzke

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Wir sind Meister. Wir können das. 

33 Frauen und 242 Männer sind unter den frisch gebackenen Meisterabsolventen der Handwerkskammer Dresden und damit Aushängeschild der „Wirtschaftsmacht von nebenan“.

Riesa. Bis zu 10 000 Euro städtische Förderung für Gründer, die ein leeres Geschäft füllen? In Sebnitz wird das seit Anfang dieses Monats so praktiziert. Auch ein Modell für Riesa? Aus Sicht der Stadtverwaltung lautet die Antwort: Nein. „Das Geld wäre dafür gar nicht vorhanden“, sagt Stadtsprecher Uwe Päsler. Zweitens stelle sich die Frage der Gleichbehandlung in Bezug auf die schon aktiven Ladenbesitzer. „Die Stadt sieht ihre Aufgabe darin, eine attraktive Infrastruktur zu schaffen, unter anderem durch die für 2018 geplante Ausstattung des Boulevards“, so Päsler.

Lars Fiehler von der Industrie- und Handelskammer Dresden (IHK) findet die Sebnitzer Idee gut – die Umsetzung allerdings weniger. „Häufig ist es eine gar nicht so hohe Finanzierungshürde, die Ladengründer am Start nehmen müssen.“ Andererseits gebe es jede Menge Bürokratie. „Organisiert man hier einen unbürokratischen Zugang zum Geld, ist das eine super Sache. Ganz ohne ein Konzept und einige Spielregeln geht es natürlich auch nicht, schließlich handelt es sich um Steuergeld.“ Eine Prämie könne durchaus ein erfolgreiches Instrument gegen Leerstand sein, so Fiehler. Aber: „Ein Branchenausschluss, der wie in Sebnitz, nur Einzelhandel zulässt, dürfte eine Sackgasse sein. Eine vitale Innenstadt lebt doch gerade von einem Mix.“

Warum die Förderung also nicht auch für Dienstleister, für ein kleines Kaffee, für ein Reisebüro oder eine Versicherungsagentur, einen Begegnungstreff oder eine Physiotherapie ausgeben? Der zweite Kritikpunkt Fiehlers richtet sich an die in Sebnitz praktizierte Staffelung der Beträge nach Ladenfläche. „Worin besteht die Logik, jemandem mit 75 Quadratmetern eine Prämie von 5 000 Euro zu zahlen, jemandem mit nur einem Quadratmeter mehr dann aber 10 000 Euro?“

Bei allen Ideen einer kommunalen Unterstützung von Gewerbetreibenden sei es genauso wichtig, einen Konsens mit den Vermietern herzustellen. Die IHK erlebe es immer wieder, dass Gewerbetreibende aufgeben, weil sie sich mit zu hohen Mieten konfrontiert sehen, erklärt Lars Fiehler.