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Eisdiele mit Basteiblick

Der leerstehende Imbiss in Kurort Rathen hat neue Besitzer - die Sächsische Eismanufaktur. Hier gibt es jetzt Eiscreme made in Sächsische Schweiz.

Setzen in Rathen künftig auf Eiscreme: Andreas Nierade (v.l.), Mitarbeiter Willi Helm und Thomas Nierade.
Setzen in Rathen künftig auf Eiscreme: Andreas Nierade (v.l.), Mitarbeiter Willi Helm und Thomas Nierade. © Daniel Schäfer

In der Sächsischen Schweiz wagen immer mehr Gastronomen den Neustart - trotz Corona-Krise und den damit einhergehenden Einschränkungen für Restaurants und Cafés. Nach dem neu eröffneten Berggasthof auf dem Rauenstein bei Weißig und der neuen Taverne "Wehlmuschel" in Stadt Wehlen gibt es jetzt auch im benachbarten Kurort Rathen Zuwachs.

Das leerstehende Eiscafé "Basteiblick" am Fähranleger in Oberrathen hat neue Besitzer. Andreas und Thomas Nierade haben den Pavillon mit Sonnenterrasse zum 1. Mai übernommen. "Wir wollen, dass Rathen wieder ein richtig schönes Café bekommt", sagt Andreas Nierade. Er und sein Bruder sind in der Region keine Unbekannten. Sie sind die Köpfe der Sächsischen Eismanufaktur, die in Meusegast bei Dohna ihren Firmensitz hat. Dort werden seit 2008 mehr als 50 verschiedene Sorten handwerklich gefertigtes Speiseeis hergestellt.

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Auch in Rathen konnte man das schon probieren. Die Manufaktur beliefert unter anderem das Hotel "Elbschlösschen" in Niederrathen. Auch in der Toskana Therme in Bad Schandau gibt es Eis aus Meusegast. Ein eigenes Café betreibt die Firma in der Sächsischen Schweiz allerdings noch nicht. Lediglich in der Centrum Galerie im Dresden gibt es eine Eislounge, auch im Kaufpark Nickern. "Das Konzept möchten wir gern ausweiten", sagt Andreas Nierade.

Auf den leerstehenden Imbiss mit Café in Rathen hatten er und sein Bruder deshalb schon länger ein Auge geworfen. Nachdem der Vorbesitzer im vergangenen Jahr verstarb, bot sich nun die Gelegenheit, das Objekt zu übernehmen. "Es ist die beste Adresse, die es im Kurort gibt", schwärmt Andreas Nierade.

Das Eiscafé liegt in Oberrathen, auf linkselbischer Seite. Von hier hat man einen direkten Blick zur Felsenburg Altrathen (li. oben).
Das Eiscafé liegt in Oberrathen, auf linkselbischer Seite. Von hier hat man einen direkten Blick zur Felsenburg Altrathen (li. oben). © Daniel Schäfer

Von der Terrasse schweift der Blick hinunter zur Elbe, hinüber nach Niederrathen mit der Felsenburg Altrathen und hinauf zur Bastei. Gleich nebenan befinden sich zudem die Eisenbahnwelten. "Wir sind genau mittendrin", sagt Nierade.

Eisdiele eröffnet, Café folgt im Juli

Am vergangenen Wochenende wurde die neue Eisdiele eröffnet. Bislang gibt es die Eiscreme am Sonnabend und Sonntag to go - also zum Mitnehmen in der Waffel oder dem Becher. An die 30 Sorten reihen sich in der Kühltruhe aneinander. Dabei soll es aber nicht bleiben. Die beiden Unternehmer haben mit dem Eiscafé mehr vor. In den kommenden Wochen soll die Terrasse erneuert werden. Neue Steinplatten und Sonnenschirme sind geplant, neue Möbel ebenso. Knapp 70 Gäste sollen perspektivisch im Außenbereich dann Platz finden können. . Auch in den Pavillon selbst wird investiert. Herzstück des Cafés wird eine runde Theke, an der es nicht nur Eis, sondern auch Kaffee und Kuchen geben soll. An der Fensterfront sind weitere Tische geplant - regensicher und mit Panoramablick.

"Wir hoffen, dass wir das Eiscafé Mitte Juli eröffnen können", sagt Andreas Nierade. Pünktlich zum Start der sächsischen Sommerferien soll der Betrieb starten. Den Kuchen wird eine regionale Bäckerei liefern. Das Eis stammt aus der eigenen Manufaktur. Aktuell sucht er noch nach Mitarbeitern.

Diese seien - wie überall in der Gastronomie - schwer zu finden. Der Unternehmer ist dennoch zuversichtlich. Denn: Das Café in Rathen soll eine langfristige Investition sein. Die Nierades haben das Objekt für die 30 Jahre gemietet. Perspektivisch wollen sie es sogar kaufen.

Kugelpreis etwas über dem Durchschnitt

Dass es die richtige Entscheidung ist - trotz Corona-Krise und Beschränkungen für die Gastronomie - hätte das Eröffnungswochenende gezeigt. "Da standen die Leute Schlange", erzählt Andreas Nierade. Und das, obwohl gar keine Werbung für die Eisdiele gemacht wurde. Die Kugel kostet 1,50 Euro und liegt damit etwas über dem durchschnittlichen Preisniveau, das bei etwa 1,30 Euro anzusiedeln ist. "Dafür bieten wir Manufaktur-Eis. Und die Kugeln sind auch nicht klein", sagt Nierade im Hinblick auf die Qualität.

An die 30 Sorten werden in Rathen angeboten. Die Kugel kostet 1,50 Euro.
An die 30 Sorten werden in Rathen angeboten. Die Kugel kostet 1,50 Euro. © Daniel Schäfer

Bekannt ist seine Firma vor allem für die Milcheissorten. Das sei das Steckenpferd der Firma. Dazu gehört die Sorte "Gräfin Cosel", benannt nach der bekannten Mätresse Augusts des Starken. Vanilleeis mit Himbeeren und Schokoladenstücken verbirgt sich dahinter. Auch dem Sächsischen Kurfürsten wurde eine Sorte gewidmet, die eine Mischung aus kräftiger Schokolade, Kirsche und einem Hauch Alkohol ist.

Vegane Sorten liegen im Trend

Klassische Sorten wie Schoko, Vanille oder Fruchteise kommen laut den Brüdern Nierade wohl nie aus der Mode. Dennoch gäbe es beim Geschmack oft Trends. Veganes Eis sei beispielsweise im Kommen, weil sich immer mehr Menschen vegan ernähren würden, beziehungsweise vegane Produkte ausprobieren. Die Sächsische Eismanufaktur hat deshalb sogar veganes Schokoeis im Angebot. "Ganz ohne Milch oder Sahne", sagt Andreas Nierade, dafür auf Wasserbasis. Diese Sorte kommt aktuell auch in Rathen in die Tüte.

Eiscafé der "Sächsischen Eismanufaktur", Fährweg 1 in Rathen. Geöffnet: Sonnabend, Sonntag und Feiertage von 11 bis 18 Uhr.

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