Partner im RedaktionsNetzwerk Deutschland
Merken

Rathewalde verlängert Mietvertrag für seine einzige Gaststätte

Die Wirtsleute im Lindengarten wollen gern noch zehn Jahre ihre Gäste begrüßen. Das dürfen sie jetzt auch.

Teilen
Folgen
NEU!
© Dirk Zschiedrich

Von Anja Weber

Hohnstein. Der Mietvertrag für die kommunale Gaststätte Lindengarten in Rathewalde läuft aus. Verlängert ihn die Stadt oder nicht? Diese spannende Frage beschäftigte die Rathewalder in den letzten Monaten mehr denn je. Der Lindengarten ist derzeit die einzige Lokalität in dem Urlauberort. Gut gelegen direkt am Parkplatz sowie auf dem Weg zum Amselfall nach Rathen, macht so mancher Tourist hier Rast. Und auch die Einwohner kommen zum Essen und zum Feiern hierher. Einwohner und die Wirtsleute Karsten Oberthür und Marlies Forker können aufatmen. Der Stadtrat hat den Mietvertrag auf weitere zehn Jahre verlängert.

Noch vor ein paar Monaten gab es ganz andere Töne. Da wollte die Fraktion Unabhängige Wählervereinigung/Die Linke gar den Gasthof zum Verkauf ausschreiben. Das Geld sollte zu Finanzierung für das neue Dorfgemeinschaftshaus verwendet werden. Die Baurechnungen sind alle bezahlt. Und jetzt sehe auch die Fraktion keinen Grund mehr, das Objekt zu verkaufen, sagt Fraktionsvorsitzender Steffen Fischer. Man stimme auch dem Pachtvertrag zu, sofern kostendeckend gearbeitet werde. Um das zu tun, hat die Stadt die Miete für das Objekt angehoben und die Betriebskostenvorauszahlung entsprechend des Verbrauchs angepasst. An dem neuen Mietvertrag hatten die Stadträte nichts auszusetzen. Stephan Thunig (CDU), selbst Rathewalder, konnte den Vertrag nur begrüßen. „Wir haben lange für den Erholungsorttitel gekämpft.

Da gehören eine Gaststätte und eine öffentliche Toilette mit dazu. Wir haben nur den Tourismus, wovon wir leben“, sagt Stefan Thunig. Der Lindengarten sei im Ort eine Institution und laufe seit über 100 Jahren. Viel Überzeugungsarbeit musste er nicht leisten. Denn die Stadträte waren sich einig, dass der Pachtvertrag verlängert werden soll. Lutz Hentschel (Unabhängige Wählervereinigung) warf ein, dass die Stadt bei ihrer Rechnung weder steigende Baupreise noch unvorhergesehene Reparaturen einbezogen hat. Er geht davon aus, dass die Stadt zu knapp gerechnet haben. Und er sagte voraus: „Die Stadt wird mit dem Pachtvertrag Miese machen.“

Der Instandhaltungsaufwand in den nächsten zehn bis 15 Jahren hat die Stadtverwaltung nach einer Begehung bereits auflisten lassen. So müsste die Regenentwässerung erneuert werden. Außen- und Innenputz zeigen Risse. Auch Malerarbeiten wären notwendig. Darüber hinaus gibt es auch innen Handlungsbedarf. So müssten zum Beispiel die Styroporplatten an den Decken abgebaut und neu gemalert werden. Der Heizungskessel kommt auch langsam in die Jahre. Und der Fettabscheider muss auch ab und an repariert beziehungsweise auch erneuert werden. Einen Zeitplan gibt es für die Arbeiten nicht. Zumindest hat die Stadt diese aber im Blick. In den folgenden Jahren sollen die Arbeiten auch in die Haushaltpläne mit aufgenommen werden. Darüber hinaus hatte die Stadtverwaltung auch empfohlen, mehr Nutzungsmöglichkeiten im Objekt zu erschließen, so unter anderem in den Kellerräumen sowie im Außengelände. Das alles soll dann in den nächsten Gesprächen mit geregelt werden. Hohnstein ist damit eine der wenigen Gemeinden, die derzeit eine Gaststätte unterhalten. Ein weiteres Beispiel gibt es in Stolpen mit dem Erbgericht in Lauterbach. Das wird als Vereinszentrum genutzt, allerdings ohne Gaststättenbetrieb.