merken

Politik

Rauchverbot im Auto?

NRW will das Rauchen untersagen, wenn Kinder oder Schwangere im Auto sitzen. Einer Umfrage zufolge wären sogar Raucher für dieses Verbot.

In Ländern wie Österreich, Italien und Frankreich ist das Rauchen im Auto schon jetzt verboten, wenn Kinder mitfahren. In Deutschland gibt es ein solches Verbot noch nicht.
In Ländern wie Österreich, Italien und Frankreich ist das Rauchen im Auto schon jetzt verboten, wenn Kinder mitfahren. In Deutschland gibt es ein solches Verbot noch nicht. © dpa/Arno Burgi

Düsseldorf. Nordrhein-Westfalen will das Rauchen in Autos verbieten, in denen Minderjährige oder Schwangere sitzen. Dazu werde die Landesregierung voraussichtlich am 20. September eine Gesetzesinitiative in den Bundesrat einbringen, teilte das Gesundheitsministerium am Mittwoch in Düsseldorf mit. Anschließend werde der Vorschlag in den zuständigen Ausschüssen der Länderkammer beraten. Bereits im März hatten alle nordrhein-westfälischen Landtagsfraktionen außer der AfD in einem gemeinsamen Antrag ein solches Rauchverbot gefordert.

"Es ist unverantwortlich, wenn Menschen in Gegenwart von Kindern oder Schwangeren in Autos rauchen", sagte Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU). "Ungeborene Kinder und Minderjährige können sich hier nicht den Gefahren entziehen, die mit dem Passivrauchen einhergehen." Zu den Risiken gehörten Schädigungen der Lunge, ein erhöhtes Krebsrisiko und Wachstumsstörungen. Der Staat habe eine besondere Schutzpflicht für diejenigen, die sich nicht selbst schützen könnten, sagte Laumann.

Sächsische.de zum Hören!

Zu Hause, unterwegs, in der Pause – Sächsische.de kann man nicht nur lesen, sondern auch immer und überall hören. Hier befinden sich unsere Podcasts.

Es brauche eine bundesweite Regelung, betonte der Gesundheitsminister. "Es wäre wenig zielführend, wenn ich mich als Autofahrer zunächst mit 16 verschiedenen Gesetzen der Bundesländer auseinandersetzen muss, bevor ich mich mit meinem Auto über Ländergrenzen hinweg bewege." Vergleichbare Rauchverbote gibt es nach Ministeriumsangaben unter anderem bereits in Österreich, Italien, Frankreich, England und Griechenland. 

Selbst Raucher befürworten Verbote

Einer Umfrage zufolge sprechen sich selbst Raucher für mehr Rauchverbote in Deutschland aus, wenn Kinder betroffen sind. Zu diesem Ergebnis kommt eine repräsentative Umfrage des Institutes GfK (Nürnberg) im Auftrag der Nichtraucher-Initiative Deutschland (NID). Demnach sprachen sich 90,9 Prozent der befragten Nichtraucher für ein Rauchverbot in Autos aus, wenn Kinder mitfahren. Derselben Auffassung sind immerhin noch 80,4 Prozent der Raucher.

Für ein Rauchverbot auf Kinderspielplätzen seien 90,3 Prozent der Nichtraucher und 78,2 Prozent der Raucher. Für den vorgeschriebenen Verzicht auf Glimmstängel in Wohnräumen, in denen sich Kinder befinden, machten sich 84,9 der Nichtraucher stark und 66,5 Prozent der Raucher.

Insgesamt schlugen die Meinungsforscher 16 mögliche Maßnahmen vor - bis hin zum Rauchverbot auf Parkbänken. Unter den befragten Nichtrauchern fand sich für alle 16 Vorschläge eine Mehrheit, die Raucher unter den Befragten wollten nur sechs Maßnahmen mehrheitlich mittragen - darunter auch ein Werbeverbot für Tabakprodukte.

29 Prozent gaben an, Zigaretten, Zigarren, Zigarillos oder Pfeifentabak zu konsumieren. Mehr als 71 Prozent bezeichneten sich in der Umfrage als Nichtraucher. Unter jungen Leuten zwischen 18 und 29 Jahren sei der Anteil mit fast 76 Prozent sogar noch höher.

Die GfK hat für die Umfrage zwischen dem 8. und 19. August 2019 knapp 2.000 Menschen in Deutschland im Alter zwischen 18 und 74 Jahren befragt. Die Umfrage erfolgte mit Hilfe eines strukturierten Fragebogens online. (epd/dpa)