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Rauschfrei über die A 17

Das neue Digitalradio hat viele Vorteile. Aber funktioniert es überall in der Sächsischen Schweiz und dem Osterzgebirge?

© K.-L. Oberthür

Von Jens Fritzsche und Franz Werfel

Sächsische Schweiz/ Osterzgebirge. Spätestens beim Kauf eines neuen Autos kommt das Thema auf den Tisch. „Wollen Sie ein Autoradio mit Digitalempfang?“, wird der Verkäufer dann fragen. Und schon bei der ersten Probefahrt wird der Unterschied deutlich: Der Klang ist absolut perfekt. Kein Rauschen mehr, keine Senderschwankungen, kein Nachjustieren der Frequenz. Denn Digitalradio funktioniert sozusagen nur ganz oder gar nicht. „Wobei das nicht ganz stimmt. Denn wenn kein digitales Signal anliegt, schalten die Geräte automatisch auf das herkömmliche UKW-Signal um. Man verliert also nichts, sondern gewinnt nur“, sagt Carsten Zorger, der Chef des Vereins Digitalradio Deutschland. In diesem haben sich öffentlich-rechtliche und private Sender 2015 zusammengeschlossen, um das Digitalradio auf den Weg zu bringen. Finanziert wird das Ganze durch die Sender. Also mit den Rundfunkbeiträgen der Bürger und Werbeeinnahmen der Privaten.

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Aber hat im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge der Kauf eines Digitalradios eigentlich Sinn? Wo doch nicht mal überall ausreichend schnelles und starkes Internet anliegt? „Kein Problem“, sagt Carsten Zorger. Denn mit anliegendem Internet hat das Ganze nichts zu tun. „Es ist sozusagen die verbesserte Variante des UKW-Radios“, sagt er. Das digitale Signal wird von extra Sendemasten direkt zum Radio gefunkt. „Und das in absoluter Top-Qualität, das ist der große Vorteil“, so Zorger. Die Masten für den Bereich unseres Landkreises stehen in Neustadt, Freiberg, Dresden-Wachwitz und Löbau.

Also lohnt sich hier der Kauf? „Ich rate auf jeden Fall dazu“, sagt Sandra Büttner vom gleichnamigen Freitaler Autohaus. In ihren neuen Citroëns und Peugeots sind die digitalen Radios serienmäßig verbaut. „Sie sind genauso einfach zu bedienen wie UKW-Radios, klingen aber viel besser“, so Büttner. Ist das Signal einmal weg, so ihre Erfahrung, kommt es nach einer Sekunde wieder zurück.

Bei einem neuen Golf muss man für ein Digitalradio laut aktueller Preisliste immerhin 245 Euro zusätzlich berappen; zur Serienausstattung gehört ein herkömmliches UKW-Radio. Aber auch für den Hausgebrauch gibt es längst Digitalradios, und das praktisch in jeder Preislage ab gut 30 Euro.

Der Kauf lohnt sich. Zumindest in Sachen Autoradio. Denn da gibt es so gut wie keine Probleme. Die Autobahnen 4 und 17 etwa sind bis auf einige Unterbrechungen bei Görlitz voll erschlossen. „Der Unterwegs-Empfang ist fast überall möglich“, so Carsten Zorger. Einige Abstriche gibt es aktuell noch beim Thema Digitalradio in den heimischen vier Wänden. Der Landkreis ist zwar fast vollständig erschlossen. Einige Löcher gibt es aber: in Teilen des Tharandter Waldes, im Müglitztal rund um Glashütte und im Elbtal zwischen Wehlen und Schmilka. Als Faustregel gilt: Überall da, wo das Handynetz schlecht ist, gibt es bisher Lücken beim Digitalradio-Empfang. „Das ist Sichtfunk, der kommt nicht um die Ecke“, sagt Zorger. Schon jetzt seien 97 Prozent der Bundesrepublik mit dem digitalen Radiosignal abgedeckt. In den nächsten zwei bis drei Jahren sollen es 100 Prozent sein. „Der Ausbau geht weiter“, verspricht Carsten Zorger. Während deutschlandweit im Durchschnitt 16 Prozent der Haushalte auf die neue Technik setzen, sind es in Sachsen bereits 18 Prozent. Tendenz steigend.

Das Digitalradio bietet nicht nur eine bessere Klangqualität, sondern auch eine viel größere Senderzahl. „Während die Anzahl der UKW-Frequenzen begrenzt ist, ist das beim Digitalradio kein Thema“, so Zorger. Zwischen Dresden, Altenberg und Sebnitz kann man derzeit im Schnitt 26 Sender empfangen. Von zahlreichen MDR-Angeboten, dem Deutschlandfunk, über die privaten Energy und R.SA bis hin zu rein digitalen Sendern wie Absolut Relax oder Schlagerparadies.