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Razzia im Königshaus

Wittenberg/Bonn. Ein Monarch mit Zopf unter Verdacht. Die Finanzaufsicht Bafin hat ein selbst ernanntes „Königreich Deutschland“ in Wittenberg durchsuchen lassen. Mehr als 100 Beamte hätten am Donnerstag zwölf Standorte unter die Lupe genommen, sagte ein Bafin-Sprecher am Freitag in Bonn.

Wittenberg/Bonn. Ein Monarch mit Zopf unter Verdacht. Die Finanzaufsicht Bafin hat ein selbst ernanntes „Königreich Deutschland“ in Wittenberg durchsuchen lassen. Mehr als 100 Beamte hätten am Donnerstag zwölf Standorte unter die Lupe genommen, sagte ein Bafin-Sprecher am Freitag in Bonn. Zuvor hatte die „Mitteldeutsche Zeitung“ (MZ) darüber berichtet. Es gehe um den Verdacht des unerlaubten Bank- und Versicherungsgeschäfts.

Es ist wohl der Höhepunkt einer „Staatsaffäre“. Diese begann vor sieben Monaten mit einer feierlicher Zeremonie in einer ehemaligen Werkhalle. Laut „Mitteldeutscher Zeitung“ hat sich damals der gelernte 47-jährige Koch und Karatelehrer Peter Fitzek von seinen Anhängern zum Souverän des „Königreichs Deutschland“ krönen lassen – inklusive Hermelinmantel und Zepter.

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An einem Tag der offenen Tür vor gut vier Wochen hat der Koch seine Idee vom unabhängigen Kleinstaat vorgestellt. Im Internet ist von einer eigenen Verfassung und einem Gesetzblatt die Rede. Laut MZ gebe es eine „königliche Reichsbank“, bei der Fitzeks Jünger Geldanlagen in der Fantasiewährung „Neue Deutsche Mark“ anbieten will.

Er wollte nicht hören

Wohl Letzteres brachte die Aufsichtsbehörde samt Polizei auf – und führte zur Razzia. Die Bafin habe dem Hauptbeschuldigten schon einmal die Geschäfte untersagt. Mit den Durchsuchungen solle nun festgestellt werden, ob er trotzdem weiter tätig war, sagte Bafin-Sprecher Sven Gebauer.

Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) prüft den Verdacht, der 47-Jährige habe unerlaubt wie eine Bank Geld angenommen und ohne Erlaubnis Versicherungen vertrieben. Sie kann die Geschäfte dann untersagen und ihre Abwicklung anordnen. Für Strafverfahren kann sie ihre Untersuchungen an die Staatsanwaltschaft abgeben. (dpa/SZ)