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Razzia: Miet- und Luxusautos bei Teplice entdeckt

In einer tschechischen Werkstatt stand ein VW von Sixt aus Dresden – mit einer neuen Identität. Nun muss der Fahrer vor den Richter.

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Von Alexander Schneider

Michal W. aus Teplice hatte im März 2011 bei Sixt in Dresden einen VW Touran gemietet. Doch er hatte nach eigenen Aussagen „Pech“ damit. Angeblich wurde ihm das Mietfahrzeug in Frankreich gestohlen. Ja, das kommt vor. Autos werden nicht nur in Dresden entwendet, auch in Frankreich verschwinden sie Tag für Tag.

Dass W. als Betrüger aufflog und nun einen Prozess am Amtsgericht Dresden hat, ist der Aufmerksamkeit der tschechischen Polizei zu verdanken. Der VW Touran war nie in Frankreich. Michal W. hatte ihn wohl direkt in eine tschechische Werkstatt gebracht. Dort rückte die Polizei im Mai 2011 zur Razzia an. Die Ermittler stießen auf hochwertige Autos deutschen Ursprungs. Neben dem VW der Mietwagenfirma wurden mehrere BMW sichergestellt. Hinzu kommen zwei Luxus-SUVs, ein BMW X6 und ein Porsche Cayenne, die im Umfeld des Werkstattinhabers Robert M. gefunden wurden.

Michal W. hatte offensichtlich gelogen: Schon der Kilometerzähler des Sixt-Tourans belegte, dass das Auto nicht in Frankreich gewesen sein kann. Der Van sollte für den tschechischen Markt „legalisiert“ werden, seine Fahrzeugidentitätsziffern waren geändert worden.

In der vergangenen Woche sollte sich W. wegen Betruges vor Gericht verantworten. Doch der 25-Jährige ließ Schöffengericht, Staatsanwaltschaft und seinen Verteidiger Tilo Rößler unentschuldigt warten. Er arbeitete unterdessen auf einer Baustelle in England. „Ich muss zwei Kinder durchbringen“, sagte er einer Dolmetscherin am Handy. Richter Roland Wirlitsch erließ einen Haftbefehl gegen W. Früher oder später findet der Prozess statt.