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RB-Frauen müssen noch mal spielen

Der Verband zieht nach den Protesten in der Landesliga Konsequenzen. Leipzig soll vor allem Talente einsetzen.

© motivio/thomas eisenhuth

Von Daniel Klein

Wenn der Sächsische Fußballverband einen Runden Tisch einberuft, muss es schon gewaltig rumoren. Und wenn die Ergebnisse der Gespräche auf einer zweiseitigen Pressemitteilung verkündet werden, deutet vieles auf eine komplexe Gemengelage.

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In Kurzform könnte man es formulieren: Die erste Frauenmannschaft in der Geschichte von RB Leipzig darf weiter in der Landesliga spielen, muss sich aber stark verjüngen. Zudem werden die bisherigen drei Punktspiele mit RB-Beteiligung wiederholt oder neu angesetzt.

Die Konkurrenz in der vierthöchsten Frauen-Liga hatte wegen der Kaderzusammenstellung des Neulings mit offenen Briefen an den Verband (SFV) und einem Protest gegen eine Spielwertung reagiert, der Bischofswerdaer FV weigerte sich kurz vor dem Anpfiff, gegen die Leipzigerinnen anzutreten. Die hatten vor der Saison das Nachwuchsleistungszentrum des in finanzielle Schieflage geratenen FFV Leipzig übernommen. Damit die Talente Spielpraxis in einer höherklassigen Liga sammeln können, sollte RB in der Landesliga antreten, für die sich der Verein sportlich nicht qualifiziert hatte. Die übrigen 13 Vereine stimmten dem bei einer Staffeltagung bis auf eine Ausnahme zu. Als die Rasenball-Frauen jedoch ihre ersten Pflichtpartien austrugen, standen in der Startelf überwiegend Spielerinnen, die in der vergangenen Saison noch für den FFV Leipzig in der 2. Bundesliga gekickt hatten. Die hatten sich aufgrund der Geldnöte des Vereins, der ungewissen Zukunft und des Abstiegs in die Regionalliga RB angeschlossen. Die Teams in der Landesliga witterten Wettbewerbsverzerrung und argumentierten, dass sie ihre Zustimmung zur RB-Aufnahme in ihre Staffel unter anderen Voraussetzungen gegeben hatten.

Der am Runden Tisch ausgehandelte Kompromiss schreibt nun vor, dass Leipzig ab sofort mit sieben Spielerinnen des Jahrgangs 1999 oder jünger in der Startformation antreten muss. Zudem werden die beiden bisher ausgetragenen Partien gegen Eintracht Leipzig Süd und den Chemnitzer FC, die RB mit 4:1 und 7:0 gewonnen hatte, wiederholt und das Spiel gegen Bischofswerda neu angesetzt. Im Gegenzug sind alle laufenden Sportgerichtsverfahren hinfällig. Für Bodo Lehnig ist das „ein erster Schritt“. Der Sportliche Leiter des Bischofswerdaer FV fordert angesichts der „Verstöße gegen die Statuten des SFV“ eine „rückhaltlose Aufklärung der Vorgänge und die entsprechenden Konsequenzen“.