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RB kommt Champions League immer näher

Trotz zweimaligen Rückstands entscheidet Leipzig das Spiel bei Bayer Leverkusen am Ende überzeugend für sich.

Elfmeter versenkt: Emil Forsberg (2.v.r.), Torschütze zum 3:2, jubelt mit Kevin Kampl (r) und Timo Werner (l). © dpa/Rolf Vennenbernd

Leverkusen. Ralf Rangnick war total ehrlich. "Ich hätte nie Elfmeter gegeben" - so kommentierte der Trainer und Sportdirektor von RB Leipzig die wahrscheinlich entscheidende Szene beim 4:2 (1:2)-Sieg seines Teams bei Bayer Leverkusen. Mitchell Weiser bekam den Ball im Strafraum in der Drehung unglücklich an die Hand, Schiedsrichter Tobias Welz entschied nach Studium der Videobilder auf Strafstoß.

"Das war weder Absicht, noch hat Weiser ein Tor verhindert", sagte Rangnick zu der Situation, die in der 72. Minute durch den Schweden Emil Forsberg zum 3:2 für die Sachsen und zum K.o. für Bayer führte. Weiser reagierte fassungslos: "Das kann ich nicht begreifen", sagte der 24 Jahre alte Rechtsverteidiger zur Welz-Entscheidung.

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Es war ein verrückter Fußball-Nachmittag vor den 28 845 Zuschauern. Bayer führte durch den dritten Saison-Doppelpack des überragenden Nationalspielers Kai Havertz zweimal. Der 19-Jährige traf per Foulelfmeter zum 1:0 (11.) und zum 2:1 (23.). Aber es reichte nicht, weil Forsberg, Nationalstürmer Timo Werner (64.) mit seinem zweiten Rückrundentreffer und der eingewechselte Brasilianer Matheus Cunha (83.) nach dem 1:1-Ausgleich von Marcel Sabitzer (17.) die Begegnung drehten.

Gleich zweimal half den Sachsen der Videobeweis, beim Handelfmeter und davor beim vermeintlichen 3:1 durch Bayer-Linksaußen Leon Bailey (51.), das wegen Abseits aberkannt wurde. Bis zu diesem Zeitpunkt schien Bayer die Niederlagen gegen Bremen (1:3) und bei 1899 Hoffenheim (1:4) wegstecken zu können - ehe der Leistungseinbruch kam.

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Peter Bosz (Trainer Bayer Leverkusen): "Wir hatten mehr verdient, es war mehr drin. Aber vier Gegentore sind einfach zu viel. Daran müssen wir arbeiten. Aber auch an unserer Chancenverwertung. Wir hätten 2:0 führen müssen und kassieren dann bei einem Konter das 1:1."

Ralf Rangnick (Trainer RB Leipzig): "Aus unserer Sicht war es ein Spiel mit zwei unterschiedlichen Halbzeiten. In der ersten hätten wir auch 1:3 oder 1:4 zurückliegen können. Wir waren noch gut bedient. In der zweiten Hälfte haben wir umgestellt und hatten ein wenig Glück, dass der Videobeweis zweimal auf unserer Seite war."

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"Das ist das zweite Mal, dass wir vier Gegentore bekommen. Das ist zu viel", sagte der sichtlich enttäuschte Bayer-Trainer Peter Bosz. Für den Niederländer und sein Team gerät das Saisonziel Europacup bei weiter 42 Punkten immer mehr in Gefahr. Leipzig dagegen kann für die zweite Champions-League-Teilnahme seiner noch jungen Vereinshistorie planen. "Das waren Big Points", stellte Rangnick angesichts der bislang erreichten 55 Zähler fest.

Es waren aber auch glückliche Big Points, weil Bayer nach Havertz' 2:1 nicht locker ließ und schon in den ersten 45 Minuten 3:1 oder 4:1 hätte führen können, wie Rangnick später einräumte. Bosz konnte seinem Kollegen nur beipflichten: "Da war mehr drin." Zweifel an der Europa-League-Qualifikation gibt es bei dem 55-jährigen Niederländer trotz der dritten Niederlage in Serie "absolut nicht".

Diese Aussage muss aber hinterfragt werden dürfen, weil es auch der Nachfolger von Heiko Herrlich nicht schafft, seiner Mannschaft Kontinuität zu vermitteln. Rangnick ist das Gegenteil gelungen: Mit sieben Siegen und drei Unentschieden ist Leipzig nun schon seit zehn Spielen unbesiegt und steht im Halbfinale des DFB-Pokals. Rangnick wird seinem Trainer-Nachfolger Julian Nagelsmann ein Team übergeben, das hervorragende Perspektiven hat. (dpa) 

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