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RB beendet Mini-Krise

Nach nur einem Sieg aus zuletzt fünf Spielen wurde bei RB Leipzig erstmals unter Trainer Alexander Zorniger von einer Krise gesprochen. Doch mit einem 2:0-Sieg gegen Bochum gelingt die Wende.

© dpa

Daniel Klein

Leipzig. Zweitliga-Aufsteiger RB Leipzig hat seine Ambitionen auf den Durchmarsch in die Fußball-Bundesliga eindrucksvoll unter Beweis gestellt. Die Leipziger setzten sich gegen den VfL Bochum mit 2:0 (2:0) durch. Dagegen blieb VfL-Trainer Peter Neururer, der vor der Partie heftig gegen die von Milliardär Dietrich Mateschitz unterstützten Leipziger gewettert hatte, zum fünften Mal nacheinander erfolglos.

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Das Duell war kein normales, es war eines mit einer Vorgeschichte – mit einer emotionalen und hitzigen. Die Giftpfeile flogen hin und her. Auslöser war wohl der Wechsel des talentierten Verteidigers Lukas Klostermann für 600.000 Euro im August nach Leipzig. Seitdem ist RB für Neururer quasi ein Verein non grata. Um es höflich zu formulieren. Der Lautsprecher unter den Fußball-Lehrern formuliert es deftiger. „Zum Kotzen“ findet der VfL-Trainer etwa Statuten, die es erlauben, dass „ein Red-Bull-Klub Spieler über einen anderen Red-Bull-Klub verpflichten kann und der Spieler dann dort spielt, wo er eigentlich nicht spielen dürfte“. Gemeint ist das Zwischenparken von Leipziger Einkäufen in Salzburg. „Das ist Wettbewerbsverzerrung größten Maßes.“ RB sei ein Fußballkonstrukt frei von sportlicher und traditioneller Entwicklung.

Die andere Seite, die reichlich Erfahrung hat mit derlei Anfeindungen, konterte umgehend. „Wenn Herr Neururer auftritt, hat er mehr Aufkleber dran, als ich in meinem Leben Autos hatte“, sagte Alexander Zorniger und verwies gekonnt auf dessen Vergangenheit: „Wenn man mal Trainer beim LR Ahlen war, muss man schon aufpassen, was man zum Thema Kommerz sagt.“

2000/01 saß der Oberlippenbart-Fan beim damaligen Zweitligisten LR Ahlen auf der Bank. Das Buchstabenkürzel stand wie bei RB für ein Wortungetüm – Leichtathletik Rasensport –, sollte aber eigentlich den Kosmetikkonzern LR International repräsentieren. Gelenkt wurde der Verein von Helmut Spikker quasi im Alleingang, die Parallelen sind schon auffällig.

Daran erinnerte sich Neururer nicht so gern, stichelte lieber gegen die „ach so reichen Leipziger“. Damit sammelt man Sympathiepunkte bei den eigenen Anhängern. Noch dazu lassen sich durch das ständige Erinnern an das finanzielle Ungleichgewicht Niederlagen einfacher begründen. So wie am Freitagabend. (mit dpa)

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