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RB Leipzig droht Minuskulisse

Für die Rasenballer könnte die Achtelfinal-Premiere im Europacup gegen St. Petersburg zur zähen Angelegenheit werden. Dass erst wenige Tickets verkauft wurden, finden selbst die eigenen Fans peinlich.

© dpa

Leipzig. RB Leipzig steht zum ersten Mal in einem Europacup-Achtelfinale – doch die Euphorie kühlt weiter ab. Nur 18.000 Karten wurden bis Mittwochmittag für das Hinspiel der Europa League gegen Zenit St. Petersburg am Donnerstag (21.05 Uhr/Sky und Sport1) verkauft. Auch auf dem Rasen wird es wohl kein Spektakel geben, Trainer Ralph Hasenhüttl will auf Vollgas-Fußball verzichten.

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„Am Donnerstag wird es vor allem darum gehen, defensiv so kompakt zu stehen, dass wir keinen Gegentreffer kassieren“,sagte Hasenhüttl, der die Aufgabe aber optimistisch angeht: „Neapel aus dem Wettbewerb zu werfen, hat uns Selbstvertrauen gegeben. Und ich bin überzeugt, dass wir auch gegen Zenit bestehen können.“

Der unbedingte Siegeswille früherer Tage scheint dennoch endgültig einer neuen Strategie der Vernunft gewichen zu sein. Man müsse „ein gutes Ergebnis erzielen“, so der Coach, um „auswärts den Einzug in die nächste Runde“ klarzumachen.

Das verspricht für Donnerstag nicht unbedingt ein rauschendes Fest, vielleicht auch, weil viel Respekt vor dem Gegner da ist. „Das ist ein sehr großer Verein aus Russland, eine sehr gute Mannschaft. Die spielen seit Jahren international“, sagte RB-Torhüter Peter Gulacsi.

Gegen den viermaligen russischen Meister kann Hasenhüttl einigermaßen aus dem Vollen schöpfen und nahezu dieselbe die Elf aufbieten, die am Samstag gegen Borussia Dortmund ein 1:1 erkämpfte. Lediglich Mittelfeldspieler Kevin Kampl fällt wegen muskulärer Probleme aus.

Trotz Torflaute dürfte auch Timo Werner wieder erste Wahl sein, obwohl der Nationalspieler erstmals verriet, dass die englische Premiere League für ihn „ein Traum“ sei. Vor allem Manchester United und der FC Liverpool hätten es ihm angetan. „Das sind die zwei, von denen ich ein kleiner Fan war, weil sie so viel Geschichte haben“, sagte Werner dem englischen Magazin FourFourTwo.

Zuletzt lief es für die erfolgsverwöhnten Sachsen nicht mehr rund. Seit vier Pflichtspielen ist die Hasenhüttl-Elf ohne Sieg und in der Bundesliga aus den Champions-League-Plätzen gerutscht.

Vielleicht liegt es auch an der kleinen Formdelle, dass nicht mehr so viele Fans ins Stadion pilgern. Obwohl die Tickets für Donnerstag so günstig wie bei keinem anderen internationalen Heimspiel angeboten wurden (15 bis 55 Euro), werden wohl kaum mehr als 25.000 Zuschauer kommen. Schon gegen den 1. FC Köln (1:2) waren es nur 31.793 Besucher.

Die Fans schlagen in den Foren Alarm. „Die Anstoßzeit ist schwierig, das wissen wir, aber es kann doch nicht sein, dass gerade mal ein Viertel der Tickets bisher verkauft wurden“, hieß es in einem Beitrag des Fanclubs „Südkurve Leipzig - Vorwärts Rasenball“: „So können wir uns irgendwo unterhalb von Wolfsburg einordnen. Es ist echt peinlich.“ (sid)