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RB Leipzig verspielt Tabellenführung

RB Leipzig kann gegen die „Roten Teufeln“ vom Betzenberg einfach nicht gewinnen. Im dritten Spiel gegeneinander gab es nach zuvor zwei Unentschieden die erste Niederlage. Dabei standen die Vorzeichen so gut.

Leipzig. Verkehrte Welt in Leipzig. Die seit vier Spielen siegreichen RasenBallsportler mussten gegen die seit vier Pflichtpartien sieglosen Lauterer eine bittere 0:2 (0:1)-Heimniederlage hinnehmen. Damit verspielte RB Leipzig am Sonntag gegen den 1. FC Kaiserslautern leichtfertig die Tabellenführung in der 2. Fußball-Bundesliga. Allerdings bleiben die zweitplatzierten Sachsen punktgleich hinter Spitzenreiter SC Freiburg, der am Samstag nur 1:1 beim MSV Duisburg spielte.

Vor 33 598 Zuschauern schoss Mateusz Klich (37.) die Gäste in Führung, ehe der eingewechselte Maurice Deville (69.) erhöhte. „Wir haben einen ganz schwachen Tag erwischt, wir hatten eine schwierige Trainingswoche mit einigen unerwarteten Ausfällen. Das war seit langer Zeit der schwächste Auftritt“, meinte RB-Coach Ralf Rangnick: „Alle Tugenden, die uns stark machen, haben wir nicht auf den Platz gebracht. Wir hatten in keiner Phase Zugriff auf den Ball.“ Zudem wirkte sein Team nicht frisch genug und „körperlich in keiner guten Verfassung“. Rangnick betonte: „Schade, aber wir müssen den Blick nach vorne richten und in Bielefeld wieder die Leistung abrufen, die wir die letzten Wochen abgerufen haben.“

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Die Leipziger begannen ohne den gelbgesperrten Ex-Lauterer Willi Orban, der mit seinem Wechsel zum ungeliebten Ligarivalen für viel Zündstoff in den Führungsetagen beider Clubs gesorgte hatte, sehr verhalten. Anders dagegen die „Roten Teufel“, denen die letzten vier Pflichtspielniederlagen ohne Treffer nicht anzumerken waren. Die Gäste dominierten die ersten Minuten mit gutem Pressing und kombinationsfreudigen Angriffen. Kacper Przybylko (24.) vergab aus Nahdistanz nur knapp die FCK-Führung.

Die erste Leipziger Chance hatte Davie Selke nach Vorarbeit von Marcel Sabitzer erst in der 36. Minute. Praktisch im Gegenzug trafen die Lauterer: Klich schob nach einem Steilpass von Chris Löwe aus sechs Metern ein. Gerade als mit dem eingewechselten Yussuf Poulsen ab der 59. Minuten neuer Schwung in den RB-Angriff kam, nutzte Deville auf der Gegenseite vier Minuten nach seiner Einwechslung einen Konter zum 2:0.

Danach stürmte Leipzig weiter an, aber ohne Ideen über die Mitte oder oftmals auch glücklos wie die zahlreichen Chancen des Schweden Emil Forsberg (50.), Sabitzer (50.) oder von Dominik Kaiser (58./63). Auch der dänische Nationalstürmer Poulsen konnte seinen Torfluch nicht besiegen und bleibt damit seit 1039 Minuten ohne Treffer. Zuletzt hatte er am 20. April beim 1:1 auf dem Betzenberg getroffen.

„Uns ist das Tor heute einfach nicht geglückt. Lautern hat gut verteidigt. Wir haben den Gegner nicht genug unter Druck gesetzt, die Abstände in den Zweikämpfen waren einfach zu groß. Wir haben einfach zu wenig gezeigt, obwohl wir ohne Last ins Spiel gehen konnten“, bilanzierte Leipzigs Verteidiger Tim Sebastian treffend.

In Leipzigs Offensive sprang wenig Zählbares heraus. „Lautern stand zu zehnt hinten drin“, meinte RB-Verteidiger Marcel Halstenberg. Stürmer Selke betonte: „Wir haben es auf dem Platz nicht so gut umgesetzt, wie wir es uns vorgenommen haben. Lautern hat gut gespielt, wir müssen uns an die eigene Nase fassen.“

Gäste-Trainer Konrad Fünfstück war dagegen nach vier sieglosen Spielen ohne einzigen Treffer erleichtert: „Wir freuen uns über drei Punkte, wir haben nichts anderes gemacht als die letzten Wochen. Wir waren vor dem Tor heute effektiv. Wir habe in den letzten Wochen genügend Prügel bekommen, zum Teil berechtigt. Wir haben uns heute belohnt für den tagtäglichen Aufwand. Es wird aber noch ein langer dorniger Weg.“

Torschütze Klich war einfach nur stolz auf sein Team: „Alle dachten wir verlieren hier. Aber wir haben Charakter gezeigt und gekämpft. Wir waren heute die bessere Mannschaft.“ (dpa)