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Regelmäßig durchgecheckt 

Es gibt jede Menge Vorsorgeuntersuchungen. Doch die Angebote werden zu wenig genutzt.  

© pixabay.com/Semevent

Sind Atmung und Herzschlag in Ordnung? Liegen Stoffwechseldefekte oder Hormonerkrankungen vor? Kann das Baby gut hören? Kaum auf der Welt, werden Neugeborene bereits gründlich durchgecheckt. Bestehen Defizite, ist die Chance groß, durch Behandlungen schwerwiegende Folgeschäden zu verhindern.

Je größer die Kinder …

FLORIAN -Die Fachmesse für Feuerwehr, Zivil- und Katastrophenschutz

Vom 10. bis 12. Oktober 2019 werden auf der FLORIAN die Technologien der Zukunft für Feuerwehr, Rettungsdienst und Katastrophenschutz gezeigt.

Bis zum Schulbeginn hat jedes Kind Anspruch auf zehn kostenlose medizinische Vorsorgeuntersuchungen. „Die meisten Eltern nutzen diese Angebote, aber je größer die Mädchen und Jungen werden, desto weniger“, bedauert Dr. Jörg Jagemann, Beratungsarzt bei der AOK PLUS. Nach Schulbeginn klafft dann eine gesetzliche Vorsorgelücke. Die J1 ist erst für 12- bis 15-Jährige vorgesehen. „Die AOK PLUS bietet deshalb in diesem Zeitraum kostenfrei zwei weitere Untersuchungen an: die U10 für 7- bis 8-Jährige und die U11 für 12-bis 14- Jährige“, sagt Jagemann. Auch andere Krankenkassen leisten hier teilweise mehr, als der Gesetzgeber vorsieht. Doch weniger als die Hälfte der Eltern nutzt diese Extras für ihre Kinder. Und ganz schlecht sieht es bei der zusätzlichen Jugenduntersuchung J2 aus: Nur noch knapp 18 % der Jugendlichen stellen sich hier ihrem Arzt vor.

Erwachsene eher nachlässig

Erwachsene können – zusätzlich zu speziellen Untersuchungen während der Schwangerschaft – zehn verschiedene kostenlose Vorsorgeangebote nutzen (s. Tabelle). Doch diese werden viel zu wenig in Anspruch genommen. „Es gibt sicher verschiedene Gründe“, so Jagemann. „Vielleicht ist es Vergesslichkeit oder auch Unbehagen vor den Untersuchungen. Aber die Folgen nicht erkannter früher Krankheitssymptome sind weit schwerwiegender.“ Die Untersuchungsmethoden hätten sich außerdem weiter verbessert. So ist der 2017 eingeführte immunologische Stuhltest zur Darmkrebsvorsorge wesentlich genauer und leichter zu handhaben als der bisherige „Papierstreifen“. Der alte Test hätte auch hin und wieder falschen Alarm ausgelöst. Doch die sicherste Methode ist die Darmspiegelung. Sie hat zugleich den Vorteil, dass entdeckte Polypen als mögliche Krebsvorstufen bei der Untersuchung sofort entfernt werden können. Künftig haben Männer bereits ab 50 Jahren Anspruch auf eine Darmspiegelung. Außerdem soll ab Juli 2019 ein Einladungsschreiben an anstehende Termine erinnern.

Check-up 35 künftig zielgenauer

Auch beim Check-up 35 ist die Inanspruchnahme unbefriedigend. „Es wäre wichtig, wenn die Ärzte ihren Patienten diese Untersuchung häufiger empfehlen würden“, so Jagemann. Künftig gibt es den Check-up 35 nur noch alle drei statt alle zwei Jahre, dafür wurde er inhaltlich aufgewertet. So sollen Ärzte noch stärker gesundheitliche Risiken erfassen und bewerten, um rechtzeitig Erkrankungen vorbeugen zu können. Auch Menschen zwischen 18 und 35 haben dann Anspruch auf die Untersuchung – einmalig in diesem Zeitraum. Jutta Beć