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Regenwassergebühr im Mittelfeld

Der Verband erhebt 63 Cent pro Quadratmeter versiegelter Fläche. Dennoch wird es für einige Kunden billiger.

© Dietmar Thomas

Von Frank Korn

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Leisnig. Die Kunden des Abwasserzweckver- bandes (AZV) Leisnig erhalten in diesen Tagen Post. Wieder geht es um die Gebühren für das Niederschlagswasser. Im August des vergangenen Jahres hatte der AZV 3 600 Schreiben zur Selbstauskunft verschickt. Darin sollten die Kunden anhand eines Luftbildes und einer Flurkarte Angaben darüber machen, wie groß ihre versiegelten Flächen sind und wohin sie das Niederschlagswasser für gewöhnlich ableiten. Wessen Regenrohr in einen öffentlichen Kanal mündet, der muss eine Gebühr dafür zahlen, die pro Quadratmeter versiegelter Fläche berechnet wird.

Bei der Verbandsversammlung des AZV im Dezember 2017 war die neue Gebühr schon beschlossen worden. „63 Cent pro Quadratmeter versiegelter Fläche sind im Jahr zu zahlen“, so Geschäftsführer Michael Tecklenburg. Damit alles seine Ordnung hat, sollen die Kunden anhand der jetzt versendeten Schreiben prüfen, ob die ermittelten Werte auch stimmen. „Die Kunden bekommen das Ergebnis mitgeteilt, welches aus den Angaben im Selbstauskunftverfahren resultiert“, erklärt Michael Tecklenburg. Das Schreiben beinhaltet einen Lageplan des jeweiligen Grundstückes sowie die Auflistung aller Flächen, von denen Regenwasser abgeleitet wird. „Sollten die Kunden Unstimmigkeiten feststellen, können sie sich bei uns melden“, so der AZV-Geschäftsführer. Deshalb sei dieses Schreiben auch noch nicht der endgültige Gebührenbescheid, sondern diene lediglich der Information und eventueller Beseitigung von Fehlern.

Wie schon beim Selbstauskunftsverfahren richtet der AZV Leisnig eine Telefonhotline ein. Zudem können sich die Kunden mit ihren Fragen auch persönlich im Büro an der Ringstraße 18-20 in Leisnig melden. „Beide Möglichkeiten bestehen in der Woche vom 5. bis 9. Februar“, so Michael Tecklenburg. Der Geschäftsführer setzt auf einen ähnlichen Effekt wie schon im Herbst des vergangenen Jahres. „Die Beteiligung beim Selbstauskunftsverfahren war mit etwa 90 Prozent richtig gut. Auch die Möglichkeiten der Beratung wurden sehr gut angenommen“, so Tecklenburg. Mögliche Änderungen werden bei Bedarf sofort eingearbeitet, sodass kein extra Schreiben der Kunden erforderlich ist.

„Die Bescheide, wie viel jeder zu zahlen hat, werden im April oder Mai verschickt. Zu zahlen sind die Gebühren aber ab dem 1. Januar 2018“, so Tecklenburg. Mit dem Preis von 63 Cent pro Quadratmeter und Jahr liege der AZV Leisnig etwa im Bereich wie andere Abwasserzweckverbände auch. Im AZV Obere Freiberger Mulde werden für die Niederschlagswasserbeseitigung 46 Cent pro Quadratmeter und Jahr erhoben, im AZV Untere Zschopau sind es 75 Cent. Der Abwasserzweckverband Döbeln-Jahnatal erhebt diese Gebühren erst ab 2019. Derzeit läuft in dessen Bereich die Ermittlung der Flächen, von denen Regenwasser in die Kanalisation abgeleitet wird.

Im Gegenzug zur Erhebung der Gebühren für Niederschlagswasser hat der AZV Leisnig die Schmutzwassergebühren um mehr als 1,50 Euro pro Kubikmeter gesenkt. „Bei vielen Kunden dürfte es so sein, dass sie trotz der Aufsplittung der Gebühren in Ab- und Niederschlagswasser nicht mehr zahlen als vorher“, so Tecklenburg. Er verweist noch einmal darauf, dass diese Maßnahme auf gesetzlichen Vorschriften beruht. Bei der Berechnung der Regenwassergebühr wurden verschiedene Faktoren herangezogen. Für vollversiegelte Flächen wie Dächer, oder die betoniert oder asphaltiert sind, gilt der Faktor 100 Prozent. Als teilversiegelt gelten beispielsweise in Sand verlegte Pflastersteinflächen. Hierbei werden 60 Prozent der Fläche zugrunde gelegt. 50 Prozent beträgt der Faktor bei mit Kies oder losem, ungebundenem Material versiegelten Flächen.

Telefonhotline vom 5. bis 9. Februar, Montag bis Donnerstag 9 bis 17 und Freitag 9 bis 15 Uhr: 0800 9464263.

Beratung beim AZV Leisnig, Ringstraße 18-20 vom 5. bis 9. Februar, Montag bis Donnerstag 9 bis 12 und 13 bis 18 Uhr, Freitag 9 bis 13 Uhr.