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Regierung Simbabwes beschimpft Merkel

Harare/Berlin. Bundeskanzlerin Angela Merkel ist wegen ihres Eintretens für die Menschenrechte beim EU-Afrika-Gipfel am Wochenende von der simbabwischen Regierung beschimpft worden. Das Sprachrohr der...

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Harare/Berlin. Bundeskanzlerin Angela Merkel ist wegen ihres Eintretens für die Menschenrechte beim EU-Afrika-Gipfel am Wochenende von der simbabwischen Regierung beschimpft worden. Das Sprachrohr der Regierung, die Zeitung „The Herald“, nannte Merkel am Montag ein „Nazi-Überbleibsel“. Informationsminister Sikhanyiso Ndlovu soll Merkel dem Blatt zufolge „Rassismus“ vorgeworfen haben.

Merkel hatte beim Gipfel in Lissabon scharfe Kritik am simbabwischen Präsidenten Robert Mugabe geübt. Die Situation in Simbabwe „schadet dem Ansehen des neuen Afrikas. Wir dürfen nicht wegschauen, wenn Menschenrechte mit Füßen getreten werden“, sagte die Kanzlerin. Der stellvertretende Regierungssprecher Thomas Steg betonte am Montag, die Kanzlerin habe eine „gemeinsame europäische Position vorgetragen“. Außenamtssprecher Martin Jäger sagte: „Dass wir die universelle Geltung der Menschenrechte einfordern, gilt selbstverständlich auch für Simbabwe.“ Wegen der Teilnahme Mugabes war der britische Premierminister Gordon Brown dem Gipfel ferngeblieben.

Die Sprecherin der Unionsfraktion für Menschenrechte, Erika Steinbach, erklärte ebenfalls, Merkel habe für ihre Kritik die Rückendeckung der Europäischen Union. Wenn Mugabes Informationsminister „Merkel als 'Rassistin' und als 'Faschistin' beschimpft, so entlarvt sich diese Regierung selber.“ (AP)