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Regiobus braucht mehr Geld

Das Unternehmen hat ein Defizit von 610 000 Euro, das der Landkreis ausgleicht. Trotzdem sollen keine Fahrten ausfallen.

© Falk Bernhardt/Archiv

Von Verena Toth

Landkreis. Bei Regiobus Mittelsachsen klafft ein erhebliches Loch in der Kasse. Für das laufende Jahr werden insgesamt rund 610 000 Euro zusätzlich benötigt. Darüber hat der Geschäftsführer der Gesellschaft, Michael Tanne, die Mitglieder des Landkreis-Ausschusses für Umwelt und Technik auf seiner jüngsten Sitzung informiert. Die überplanmäßigen Aufwendungen für das mittelsächsische Verkehrsunternehmen hat der Ausschuss einstimmig bewilligt.

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„Wir befinden uns derzeit an einem entscheidenden Wendepunkt: Unser oberstes Ziel ist es, trotz der demografischen Entwicklung die Infrastruktur zu erhalten, gleichzeitig die Wirtschaftlichkeit des öffentlichen Personennahverkehrs zu gewährleisten“, erläuterte Michael Tanne dem Ausschuss. Trotz der enormen Herausforderungen sollen die Leistungen auch künftig nicht zurückgefahren werden, machte er weiter deutlich.

Die Ursachen für die außerplanmäßigen Aufwendungen und das finanzielle Defizit seien im Wesentlichen in drei Schwerpunkten zu finden. „Zum einen sind das die gestiegenen Kosten für unser Personal. Weiterhin sind in diesem Jahr außergewöhnlich viele Reparaturen an den Fahrzeugen angefallen und zum Dritten sind es die geringeren Einnahmen aus Fahrkahrtenverkäufen“, zählte der Geschäftsführer auf.

13 Millionen Fahrgäste

Insgesamt sind 466 Personen bei Regiobus Mittelsachsen beschäftigt. Der Stammsitz ist in Mittweida, vier Betriebshöfe sind in Freiberg, Döbeln, Eppendorf und Hartmannsdorf. In Döbeln sind 116 Mitarbeiter beschäftigt und 59 Fahrzeuge stationiert.

237 Busse sind auf 173 Linien unterwegs. Das Liniennetz kommt auf eine Länge von 4119 Kilometer, 4022 Haltestellen werden bedient.

Pro Jahr werden 13 Millionen Fahrgäste befördert.

Quelle: Regiobus

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Geplant waren in diesem Jahr für Personalausgaben 15 Millionen Euro. Aufgrund tariflicher Entwicklungen, Mehraufwand beim Schülerverkehr und höheren Anforderungen für bessere Arbeitsbedingungen für das Personal fehlen nun aber rund 300 000 Euro. „Gerade im Bereich der Busfahrer ist die Vereinbarkeit von Familie und Beruf hochgradig schwierig. Es müssen Ruhezeiten eingehalten, Wochenend- und Abenddienste berücksichtigt werden. Das führt dazu, dass wir mehr Fahrer einsetzen müssen und somit höhere Personalkosten haben“, sagte Tanne. Im Gegenzug sei aber auch keine einzige Fahrt ausgefallen. Zudem sei der Fachkräftemangel bei Regiobus Mittelsachsen zu spüren. „Deshalb bilden wir auch in diesem Jahr verstärkt aus. 32 junge Leute lernen den Beruf des Busfahrers und Schlossers. Hinzu kommen noch 16 Quereinsteiger“, so Tanne.

Auf einen Mehrbedarf von rund

100 000 Euro summieren sich die notwendigen Reparaturkosten der Fahrzeuge. „Wir haben in diesem Jahr eine außergewöhnliche Häufung von Getriebe- und Motorreparaturen. Die Gründe sind noch unklar. Wir sind darüber im Gespräch mit dem Hersteller“, erklärte Michael Tanne. Hinzu komme, dass die Neuerungen im Elektronikbereich wie beispielsweise spezielle Assistenzsysteme ebenfalls einen höheren Wartungsaufwand benötigen.

Die Umsätze aus den Ticketverkäufen sind geringer ausgefallen als geplant. Rund 200 000 Euro fehlen in der Kasse. Alle Umsätze aus Fahrscheinverkäufen von Verkehrsunternehmen der Region gehen zunächst in einen Pool. Aus diesem wird in einem komplizierten Verfahren der jeweilige Umsatz zurückgerechnet. „Da aber beispielsweise in Chemnitz mehr Menschen die öffentlichen Verkehrsmittel nutzen als im ländlichen Raum, kommt ein Defizit zustande. Ein Teil davon wird mit einem Demografieausgleich abgedeckt, doch in diesem Jahr gibt es dennoch ein Minus von rund 200 000 Euro“, so Tanne.