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Reicht das Winterfutter im Tierpark?

Erste Zoos schlagen nach diesem Sommer Alarm. Bischofswerda baut auf gute Partner.

Von Manuela Paul

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Tierparkchefin Silvia Berger und ihr Team haben viele hungrige Mäuler zu stopfen. Rund 400 Tiere in 60 Arten leben im Schiebocker Zoo. Die wollen tagtäglich versorgt werden. Und sie haben nicht alle den gleichen Geschmack. Ob stattliche Braunbären, muntere Zwergziegen, exotische Graupapageien, putzige Nasenbären, süße Äffchen oder freche Frettchen — jeder möchte sein spezielles Menü im Futternapf finden. Keine einfache Aufgabe. Vor allem, wenn das Futter knapp wird.

In einigen sächsischen Zoos, darunter dem in Leipzig, gibt es infolge des trockenen Sommers und der daraus resultierenden Ernteeinbußen bereits Probleme mit der Tierfutterbeschaffung. Die gewohnten Lieferanten könnten die benötigten Mengen nicht liefern, heißt es. Zudem seien die Heupreise stark gestiegen. Der Bischofswerdaer Tierpark ist davon momentan noch nicht betroffen, sagt Silvia Berger. „Wir haben unser Heu beim Bauern bestellt und bis jetzt auch noch keine Absage bekommen.“ Deshalb hofft die Tierparkchefin, dass die Lieferung auch klar geht.

Dennoch gestalte sich die Fütterung in diesem Jahr zugegebenermaßen ein bisschen schwieriger als sonst, räumt sie ein. Denn wegen der Trockenheit mussten die Tierparkmitarbeiter diesmal ziemlich zeitig von Grünfutter auf Heu umstellen. Auf den Wiesen konnte einfach kein zweiter Schnitt gemacht werden. Zum Glück gebe es aber auch ein paar starke Unterstützer. Zum Beispiel bekomme der Schiebocker Tierpark etliches an Stroh und Weizen von der Agrar GmbH Geißmannsdorf gesponsert. „Das ist eine große Hilfe“, betont die Leiterin. Denn Heu und Stroh werde eine Menge gebraucht, „für fast alle Tiere“. Deshalb hofft Silvia Berger auch, dass  mit der noch ausstehenden Heulieferung alles glatt geht. „Sonst wird es eng.“

Überhaupt sei es immer wieder eine Herausforderung, das Futter zu beschaffen. Denn der Tierpark will einerseits natürlich Kosten sparen, andererseits den Tieren aber auch qualitativ gutes und abwechslungsreiches Futter anbieten. Küchenabfälle sind beispielsweise tabu für die Tiere. Hingegen steht frisches Obst und Gemüse bei vielen Tierparkbewohnern täglich auf dem Speiseplan. Deshalb sind Futterspenden immer willkommen.

Privatleute spenden Futter

In diesem Jahr brachten Privatleute zum Beispiel eine Menge Äpfel vorbei, einige Bäckereien spenden Brot. Ohne die vielen Sponsoren oder auch Einnahmen aus Tierpatenschaften wären die Futterkosten nicht zu stemmen. Zumal vieles auch teurer geworden ist. Mischfutter und Körner für die Papageien zum Beispiel.

Auch wenn Spenden helfen: Selbst irgendwelches Futter von zu Hause mitzubringen und es den Tieren zu reichen, sei aber keine gute Idee, so die Tierparkleiterin. Das würde den Tieren möglicherweise nicht gut bekommen. Deshalb stehen im Tierpark Automaten bereit, an denen man für zehn Cent Trockenfutter kaufen kann. Denn Silvia Berger weiß natürlich, dass das Füttern der Tiere gerade für die kleinen Besucher immer ein Erlebnis ist. Deshalb gibt es jedes Jahr zu Weihnachten auch eine spezielle Tour mit Besuchern. „Wer gern selbst einmal füttern möchte, hat an diesem Tag unter Aufsicht Gelegenheit dazu“, sagt Silvia Berger.

In der Regel wird zu ganz unterschiedlichen Zeiten gefüttert. Manche der tierischen Schützlinge bekommen nur morgens etwas, andere dreimal täglich, und einige legen ab und zu sogar einen Fastentag ein. Übrigens: Das Zubereiten und Verteilen der Mahlzeiten nimmt neben dem Säubern der Gehege die meiste Zeit der Tierpfleger in Anspruch.

Tierpark Bischofswerda: vom 1. November bis 31. März täglich 9 bis 17 Uhr bzw. bis zum Einbruch der Dunkelheit geöffnet. Eintritt: Erwachsene drei, Kinder zwei Euro